Nach einer Bauzeit von fast 3 Jahren und einer Investition von insgesamt 12 Mio. Euro ist bei der Firma Sonnenerde in Riedlingsdorf die weltweit erste Gesamtanlage für die Produktion von Biochar / Pflanzenkohle aus organischen Reststoffen der Kompostierung in Betrieb gegangen. Offiziell eröffnet wurde die Anlage am 30. April 2025.
Seit 2008 forscht das Unternehmen an der Herstellung der hochfruchtbaren „Terra Preta“-Schwarzerde, deren zentraler Bestandteil Pflanzenkohle ist. „Unsere Vision ist es, die fruchtbarste Erde der Welt herzustellen – und dieses Wissen mit den Menschen zu teilen“, heißt es von Seiten des Unternehmens. Dabei wurde Sonnenerde nicht nur zu einem Pionier in der Bodenentwicklung, sondern auch zu einem aktiven Klimaschützer.
Die sogenannte Pyrolyse – also die Erhitzung organischer Stoffe unter Luftabschluss – erzeugt neben Pflanzenkohle auch Wärme, die in der neuen Anlage gleich dreifach genutzt wird: zur Pyrolyse selbst, zur Klärschlammtrocknung und zur Trocknung feuchter Biomasse.
Im Vollbetrieb produziert die Anlage jährlich über 1.000 Tonnen Pflanzenkohle, rund 2.000 Tonnen CO₂-Zertifikate und trocknet 12.000 Tonnen Klärschlamm. Gleichzeitig werden Abwärme und Emissionen effizient genutzt bzw. aufbereitet – durch Filter, Rückgewinnungssysteme und eigens entwickelte Verfahren.
Ueli Steiner, CEO von Carbon Standards International, sprach an der Eröffnungsveranstaltung und hob hervor:
„Diese Anlage setzt neue Maßstäbe für die Herstellung von hochwertiger, zertifizierter EBC-Pflanzenkohle. Sonnenerde zeigt, wie eine nachhaltige Boden- und Substratproduktion mit echtem Klimaschutz einhergehen kann.“ Am freiwilligen Markt ist Pflanzenkohle mittlerweile eine gefragte CO₂-Senke. „85 Prozent der CO₂-Bindungs-Zertifikate beruhen auf Pflanzenkohle“, betont das Unternehmen. Länder wie Dänemark sichern sich diese Zertifikate bereits durch Vorauszahlungen. Auch als Modell für die Landwirtschaft der Zukunft.
