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BCE-Positionspapier: Klärschlammbasierte Pyrolyse als integrierte Bioraffinerie

Das Positionspapier von BCE (Biochar Europe) zur Pyrolyse von Klärschlamm wurde – auch unter Berücksichtigung der anstehenden Novellierung der EU-Düngeproduktverordnung – aktualisiert.

Kläschlamm bleibt einer der herausforderndsten Restströme Europas, insbesondere da Deponien und direkte Landanwendung zunehmenden regulatorischen Einschränkungen unterliegen. Dieses Positionspapier von Biochar Europe untersucht, ob thermochemische Umwandlung einen sicheren und regulierten Weg für die Verwendung von Klärschlamm-Biochar gemäß der EU-Verordnung für Düngeprodukte bieten kann.

Das Papier behandelt zentrale Anliegen, die auf EU-Ebene aufgeworfen wurden, darunter Verunreinigungen, Produktsicherheit, Verbrauchervertrauen und regulatorische Komplexität. Es überprüft verfügbare wissenschaftliche und betriebliche Erkenntnisse zur Schadstoffminderung durch kontrollierte Pyrolyse, berücksichtigt agronomische und klimarelevante Aspekte und skizziert, wie mehrere Mitgliedstaaten bereits auf nationaler Ebene Klärschlammkohle für landwirtschaftliche Anwendungen regulieren.

Es untersucht außerdem die für CMC14 vorgeschlagenen Verarbeitungsbedingungen und wie diese mit den EU-Zielen zu Nährstoffkreislaufführung, Phosphorrückgewinnung und Klimaschutz übereinstimmen können, während bestehende Sicherheitsanforderungen aufrechterhalten werden.

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Treibhausgas-Inventare: Bilanzierung der CO2-Entfernung

Der „GHG Protocol Land Sector and Removals Standard (LSR)“ erweitert die Unternehmensbilanzierung für Treibhausgase, um landbasierte Emissionen und CO2-Entfernungen besser einzubeziehen.

Die Leitlinien bauen auf dem GHG Protocol Scope 3 Standard auf, bei dem Unternehmen Bemühungen zur Verbesserung von Senken in ihren Wertschöpfungsketten einbauen können, während Emissionsreduktionen, -entnahmen und CO₂-Zertifikate in der Berichterstattung klar getrennt bleiben. Der LSR-Standard hebt zudem die Bedeutung von Permanenz, Überwachung und Rückverfolgbarkeit bei Kohlenstoffentfernungen hervor.

Der Global Construction C-Sink Standard passt gut zu diesen Entwicklungen, indem er die Quantifizierung und Zertifizierung von in Gebäuden gespeichertem Kohlenstoff ermöglicht und Unternehmen dabei unterstützt, Kohlenstoff-Entfernungen in ihre Wertschöpfungsketten (Scope 3) mit transparenter Buchführung zu integrieren.

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Stand des freiwilligen Kohlenstoffmarktes 2026

Carbon-Direct veröffentlicht den „2026 State of the Voluntary Carbon Market“-Bericht – eine jährliche Analyse darüber, wo der Markt steht und was erfahrene Käufer wissen müssen.

Einige Schlagzeilen aus dem Bericht:

• Die Carbon-Credit-Entnahmen im gesamten freiwilligen Kohlenstoff-Markt (VCM) sanken 2025 um 7 %, trotz eines Anstiegs der Klimaverpflichtungen um 227 %

•Die Nachfrage nach CDR (Carbon Dioxide Removal) ist zukunftsorientiert: Mehr als 90 Mt CDR wurden für zukünftige Lieferungen vertraglich vereinbart

• Warum über 80 % der Kapazität für permanente CDR Gefahr läuft, ohne zusätzliche Entnahmen nicht realisiert zu werden

Die Kluft zwischen dem, was Unternehmen sagen, und dem, was sie tun, wird immer größer.

„Early Movers“ werden Marktstandards definieren und bessere Preise sichern, während Nachzügler mit unsicherem Angebot und Volatilität konfrontiert sein könnten.

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Biochar als Sorbens für Formaldehyd

Forscher der Vietnam National University produzierten aus Reisspelzenasche eine Polyethylen-Imin (PEI)-modifizierte aktivierte Biochar, welche die Effizienz der Formaldehyd-Entfernung aus der Innenraumluft verdoppelte. Diese energiesparende Lösung bietet eine nachhaltige, skalierbare Methode zur Verbesserung der öffentlichen Gesundheit, indem reichlich vorhandene landwirtschaftliche Abfälle in fortschrittliche Luftfilter umgewandelt werden.

Die aktivierte Biokohle wurde aus Reisschalenasche (RHA) durch chemische Aktivierung in Kombination mit Ultraschallbehandlung gewonnen, wodurch die Notwendigkeit einer Hochtemperaturkalzinierung, ein gängiger Schritt traditioneller Methoden, überflüssig wurde. Diese Ergebnisse zeigen das hohe Potenzial von biomassebasierten Adsorbentien für kosteneffiziente und nachhaltige Raumluftreinigung und bieten einen vielversprechenden Ansatz zum Schutz vor Formaldehyd.

Zitat:

Huynh et al.: Polyethyleneimine-modified activated biochar derived from rice husk ash: material development and preliminary formaldehyde adsorption study. Carbon Research 5:5 (2026)

https://doi.org/10.1007/s44246-025-00244-2

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Biochar erhöht die Resilienz von Weinreben

Nachhaltiges Bodenmanagement wird zunehmend als unerlässlich für die Gesundheit, Produktivität und Resilienz der Pflanzen anerkannt, insbesondere in Weingarten-Ökosystemen. Im Rahmen des B-Wine-Projekts wurde Biochar als Bodenverbesserer bewertet, um physikalisch-chemische Eigenschaften, Wasserverfügbarkeit, pflanzliche ökophysiologische Funktionen und Ertrag zu verbessern.

Der Versuch wurde in einer Wachstumssaison durchgeführt, ein Jahr nach einer Biochar-Anwendung (16 t/ha FM ≈ 10,4 t/ha TM), in drei biologisch bewirtschafteten Weingärten in der Chianti Classico-Region (Toskana, Italien).

Der Einfluss von Biochar auf die gesättigte hydraulische Leitfähigkeit variierte je nach Boden, Art der Biochar und den Feuchtigkeitsbedingungen. Allerdings wurde der Wasserhaushalt der Heben und der Ertrag verbessert. Berücksichtigt man alle drei Weingartenstandorte, lag der durchschnittliche Ertragszuwachs bei etwa 42 %. Dieses Ergebnis wurde jedoch größtenteils durch ausgeprägte Reaktionen an zwei Standorten verursacht, während der dritte keinen messbaren Anstieg zeigte, vermutlich aufgrund standortspezifischer Unterschiede in Bodeneigenschaften und klimatischen Bedingungen. Insgesamt erwies sich Biochar als effektive, bodenabhängige Strategie zur Verbesserung der Widerstandsfähigkeit der Weinberge, der Pflanzenleistung und der Produktivität unter schwierigen Bedingungen.

Zitat:

Biancalani, A. et al.: Biochar Enhances Vineyard Resilience: Soil Improvement and Physiological Benefits for Sangiovese Vineyards in Varied Soils of the Chianti Classico (Tuscany, Central Italy). Land (2026), 15(2), 245

https://doi.org/10.3390/land15020245

Foto: freepik https://de.freepik.com/fotos-kostenlos/blick-auf-den-schoenen-gruenen-weinberg-in-der-region-suedmaehren-bei-tageslicht_17245926.htm#fromView=search&page=1&position=2&uuid=c21aa4e0-abab-4b7a-8209-2e5cc532be55&query=weingarten

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BioBASE Kompass⁺ veröffentlicht

Daten und Fakten sind die Grundlage, um die Ressourcen im Fluss zu behalten.  So erkennen wir Chancen für mehr Resilienz, Unabhängigkeit und Wettbewerbsfähigkeit. Der neue BioBASE Kompass⁺ visualisiert in interaktiven Charts den Ressourcenfluss und kombiniert diesen mit ökologischen und ökonomischen Kennzahlen des Wirtschaftsstandorts Österreich. Informationen bezüglich der Materialflüsse in der Land- und Forstwirtschaft können auch für Biochar-Produzenten von Interesse sein, um die Verfügbarkeit von pyrolysierbaren Reststoffen abzuschätzen.

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Trends in der Biocharforschung (2023–2025)

Zwischen 2023 und 2025 hat sich der Fokus der Biocharforschung von grundlegenden Fragen „Funktioniert es?“ hin zu Fragen verlagert: „Wie breit, zuverlässig und effizient kann es in großem Maßstab eingesetzt werden?“

Der Anstieg der Forschungsergebnisse zwischen 2023 und 2025 spiegelt einen deutlichen Wahrnehmungswandel wider – von Biochar als Nischen-Bodenverbesserer hin zu einer glaubwürdigen, langlebigen und diversifizierten Klimalösung. Die Stärkung der Wissenschaft rund um die C-Permanenz in Biochar, die Erweiterung der Anwendungsbereiche, die Weiterentwicklung von Produktionstechnologien und die Integration rigoroser MRV-Rahmenwerke in Kohlenstoffregister haben Biochar als eine der heute am besten betriebsfähigen langlebigen CDR-Optionen positioniert. Dies spiegelt sich auch in der hohen Ausgabe und Liquidität von Zertifikaten für Biochar Carbon Removal (BCR) wider, wobei Biochar in den letzten Jahren einen bedeutenden Anteil an marktverifizierten dauerhaften Kohlenstoffentfernungen beiträgt.

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Kohlenstoff aus der Methan-Plasmalyse als potentieller Bodenverbesserer

Wenn Wasserstoff aus Methan mittels Plasmalyse hergestellt wird, bleibt fester Kohlenstoff über. Ein Forscherteam der Montanuniversität Leoben machte sich Gedanken über sinnvolle Verwendungsmöglichkeiten dieses Kohlenstoffs und ließ sich vom Einsatz von Pyrolyse-Biochar als Bodenhilfsstoff inspirieren. Das Team fasst erste Ergebnisse aus einem Feldversuch mit diesem als CMP (carbon from methane plasmalysis) bezeichneten Material wie folgt zusammen:

  • CMP ist hochrein und weist günstige physikochemische Eigenschaften auf.
  • CMP verbesserte das Maiswachstum in sauren Böden, jedoch nicht in alkalischem Boden.

In Gewächshausexperimenten mit drei österreichischen Böden mit kontrastierendem pH verbesserte die CMP-Anwendung (0,1–1 % w/w) die Biomasse, den Chlorophyllgehalt und die Nährstoffaufnahme, insbesondere unter leicht sauren Bedingungen, selbst bei 0,1 %. Bei höheren Raten (1 %) reduzieren sowohl CMP als auch Biochar sowohl die Biomasse als auch die Nährstoffaufnahme im alkalischen Boden leicht, was auf ein vergleichbares pH-abhängiges Verhalten hinweist. Ein 29-monatiger Feldversuch bestätigte die Vorteile von CMP, darunter eine erhöhte pflanzlich verfügbare Phosphormenge (bis zu +60 %) und mikrobielle Aktivität (bis zu +25 %) sowie einen reduzierten gelösten organischen Kohlenstoff (bis zu 49 %) im Vergleich zu Kontrollparzellen ohne CMP. Durch die Einführung von CMP als klimapositive und skalierbare, kohlenstoffbasierte Ergänzung erweitert diese Arbeit das Portfolio nachhaltiger Bodenmanagementstrategien und schafft eine Grundlage für mechanistische Studien zu CMP-Boden-Pflanzen-Interaktionen.

Zitat: Nadine Abu Zahra, Stefan Wagner, Markus Puschenreiter, Donata Bandoniene, Celia Fernández Balado, Rebecca Hood-Nowotny, Robert Obenaus-Emler, Gerhard Soja, Markus Kainz, Thomas Prohaska (2026): The potential of carbon from methane plasmalysis as a soil amendment. Journal of Environmental Management 398, 128388.

https://doi.org/10.1016/j.jenvman.2025.128388

Foto: de.wikipedia.org