In dieser Studie aus der Hochschule Offenburg wird die Pyrolyse als Doppelnutzungstechnologie bewertet, um negative Emissionen und regelbaren Strom in das deutsche Stromsystem zu integrieren und so die Klimaneutralität bis 2045 zu unterstützen. Bis 2050 kann die Pyrolyse eine installierte Kapazität von 5 GW erreichen und 2 % der gesamten Stromerzeugung liefern. Die flexible Leistungsabgabe reduziert den Bedarf an Wasserstoffspeicherung um 60 %, da Strom in Zeiten geringer erneuerbarer Versorgung erzeugt wird und die CO2-Emissionen von Gaskraftwerken durch die Sequestrierung von Biochar ausgeglichen werden. Der Einsatz der Pyrolyse ist eng mit der Verfügbarkeit von Solar-PV verknüpft, da sie in Regionen mit hoher Solarenergie früher expandiert, und ihre Integration die Batteriespeicherkapazität um 240 % erhöht. Der Ausbau der Pyrolyse wird durch die Investitionskosten (CAPEX) und die Stromnachfrage getrieben, wobei niedrigere CAPEX – unter 308 € /(tBiomasse/Jahr) für Pyrolyseanlagen und 2.300 € /kWel für Stromerzeugungseinheiten – den Einsatz beschleunigen. Der steigende Strombedarf stärkt die Rolle der Pyrolyse als flexible Energiequelle, auch unter hohen CAPEX-Bedingungen. Diese Ergebnisse unterstreichen die Pyrolyse als strategischen Faktor für die Dekarbonisierung des Energiesystems, bei dem regelbarer erneuerbarer Strom und negative Emissionen auf einzigartige Weise kombiniert werden. Die Integration unterstreicht die Notwendigkeit eines diversifizierten Kraftwerksportfolios, um die Flexibilität und Stabilität des Systems zu erhalten, und liefert politischen Entscheidungsträgern, Investoren und Energieplanern wichtige Erkenntnisse zur Optimierung der Marktrahmenbedingungen und Einsatzstrategien.
Zitat:
Sandhaas, A. and Hartmann, N.: Pyrolysis as a strategic element in energy system transformation to achieve net zero emissions. Energy Conversion and Management: X, Volume 26, 100970 (2025)
Foto: pxhere.com
