Das ist das Biokohlenparadoxon: Eine technisch machbare Lösung mit enormem Potenzial für Kohlenstoffspeicherung, Bodengesundheit und Abfallmanagement bleibt kommerziell stagnierend. Die Hauptbeschränkungen sind nicht technologisch, sondern ein tiefgreifendes und miteinander verbundenes Versagen von Marktstrukturen, Wirtschaftsmodellen und politischer Koordination.
Kohlenstoff-Marktversagen: Eine Vertrauenskrise der Anleger lähmt den Kohlenstoffmarkt für Biokohle, getrieben durch unklare Standardregeln und wissenschaftliche Debatten über deren Dauerhaftigkeit, wodurch der Vermögenswert schwierig zu bewerten ist.
Hohe Investitionskosten (CAPEX) bedeuten, dass das einzige tragfähige Geschäftsmodell das Revenue Stacking ist – also die Kombination von Einnahmen aus CO2-Gutschriften, physischen Biochar-Verkäufen, Co-Produktion von Energie und Abfallgebühren.
Dieses Geschäftsmodell wird durch institutionelle Fragmentierung oder politische Silos gelähmt. Da die Vorteile von Biochar mehreren Sektoren (Landwirtschaft, Energie, Klima, Abfallwirtschaft) zugutekommt, ist es eine Technologie, die oft als Querschnittsmaterie betrachtet wird, für die sich kein Sektor primär zuständig fühlt.
Als Lösung wird bessere Integration angesehen: Der Weg nach vorne ist keine neue Technologie, sondern strukturelle Veränderungen: Durch die Nutzung von Aggregator-Geschäftsmodellen und einer gesamtstaatlichen Politik, um Biochar systematisch in bestehende Rahmenwerke zu integrieren.
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