Die nicht zuletzt seitens der EU vorangetriebenen Bemühungen, einen homogenisierten Markt für CO2-Zertifikate für die Entfernung von CO2 aus der Atmosphäre oder aus Abgasen zu etablieren, hat bezüglich Biochar Diskussionen über die verlässlichsten Berechnungsmethoden des im Boden verbleibenden Kohlenstoffs angeheizt. Gegenwärtig stehen zwei Verfahren zur Diskussion:
a) ein algorithmen-getriebenes Verfahren bezieht Biochar-Charakteristika sowie Boden- und Umweltparameter für die Dauerhaftigkeit des Kohlenstoffs im Boden ein,
b) ein aus der Charakterisierung fossiler Kohle übernommenes Verfahren bestimmt durch Reflexionsmessungen den Inertinit-Anteil, der als sehr langfristig stabil und vollständig abbauresistent angesehen wird.
Während in den aktuellen Verhandlungen für die CRCF-Methodik derzeit beide Verfahren noch als gleichwertig angesehen werden, argumentieren Schmidt et al. für die Präferenz einer algorithmischen Berechnungsmethode für die Dauerhaftigkeit des Biochar-Kohlenstoffs im Boden. Sie sehen die Unterschiede zwischen einer fossilen Kohle und einer den variablen (abbauenden ebenso wie stabilisierenden) Bodenbedingungen ausgesetzten Biochar als zu gravierend an, als dass die beiden Verfahren der C-Permanenz-Bewertung als gleichwertig angesehen werden können. Sie empfehlen Vorsicht bei der Festsetzung von Standards und schlagen die Verbesserung von Biochar-Abbaumodellen mit ausreichenden Sicherheitsmargen unter konservativen Annahmen vor. Allerdings gehen die AutorInnen kaum auf die bereits existierenden Vorschläge in diese Richtung ein und diskutieren nicht die möglichen Auswirkungen auf den freiwilligen Kohlenstoff-Markt und auf die CRCF-Verordnung.
Zitat:
Schmidt, H.-P. et al.: Biochar Permanence—A Policy Commentary. Global Change Biology Bioenergy 17(12), e70092, 2025.
