Die Inertinite-Messung ist weiterhin eine Option im Delegated Act vom 3.2.2026 zur Berechnung der „permanence fraction“ im Rahmen der CRCF-Regulierung der EU. Aber auch im freiwilligen Kohlenstoff-Zertifzierungsmarkt spielt Inertinite weiterhin eine Rolle.
Der freiwillige Kohlenstoffmarkt (VCM) durchlebt derzeit einen entscheidenden Übergang von kurzfristiger Speicherung hin zu sehr langfristiger Kohlendioxidentfernung (CDR). Im Zentrum dieses Wandels steht die Verfeinerung der Quantifizierung der Biochar-Permanenz. Die Puro Biochar Methodology Edition 2025 V2 stellt eine bedeutende Weiterentwicklung in diesem Bereich dar, insbesondere durch die freiwillige Einbeziehung von Zufallsreflexionsmessungen (R0), einer in der Kohlepetrologie verwurzelten Technik, um einen Inertinit-Maßstab für die Kohlenstoffstabilität zu etablieren. Die Methodik des Puro-Standards 2025 führt das CORC200+ ein, bei dem Kohlenstoffentfernung für mehrere Jahrhunderte zertifiziert werden kann.
Der Hauptvorteil der Integration des Inertinit-Benchmarks liegt in seiner Fähigkeit, die inhärente Heterogenität von Biokohle zu berücksichtigen. Im Gegensatz zur Massenanalyse werden R0-Messungen an Hunderten einzelner organischer Fragmente (Mazerale) innerhalb einer Probe durchgeführt. Dies liefert ein Intervallverteilungshistogramm, das den Bereich der Aromatisierung anzeigt. Die Reflexionskartierung kann zwischen reinem Inertinit-Biochar und Chargen unterscheiden, die unzureichend verkohlte labile Pools enthalten, wie Liptinit oder vitrinitähnliche Mazerale.
