Abwasser-Kreislauf

Kaskadische Verwertung der Abwasser- und organischen Reststoffströme in Gebäuden

Unser derzeitiges Abwassersystem ist zwar sehr gut entwickelt, aber kein nachhaltiges Kreislaufsystem. Nährstoffe, die über menschliche Ausscheidungen in das Abwasser eingebracht werden, können nicht mehr in die Nahrungsmittelproduktion rückgeführt werden, da es in den Klärwerken schon zu viele Verunreinigungen gibt. Auch der Energiegehalt der Stoffe im Abwasser kann durch die aerobe Behandlung im Klärwerk nicht mehr gut genutzt werden.

Aufbauend auf vorhergehenden Projekten soll ein neues, innovatives Stoff- und Energiekreislaufsystem erprobt werden.

– Das Langzeitverhalten der neuen Urin-Trenntoilette (Gewinnerin des internationalen Wettbewerbs „Reinventing the Toilette“) und die Abtrennung von Spülwasser und Feststoffen werden experimentell und empirisch untersucht.

– Aus Urin und Faulschlammwasser wird Pflanzendünger und Nutzwasser rückgewonnen. Hierbei wird das EAWAG-Urinrecyclingverfahren um die Nährstoffrückgewinnung auch aus Gärrestwasser erweitert und erprobt, um auch aus dieser Fraktion Nährstoffe rückzugewinnen.

– Die Hochtemperatur-Vergärung und Biogasproduktion von Fäkalien und Speiseabfällen wird forschend optimiert und das Mindestvolumen ermittelt. Dazu wird auch die Hygiene, die verfahrenstechnische Robustheit bei Fehlwürfen und durch eingeleitete Haushaltschemikalien überprüft.

– Das gewonnene Biogas wird nach Zeit, Qualität und Quantität analysiert und das Strom- und Wärmepotenzial via Brennstoffzelle oder Mikroturbine errechnet.

– Konzepte zur Nutzung von Speiseresten aus Haushalten werden verfahrenstechnisch und bautechnisch untersucht.

– Nutzerakzeptanz und Nutzerpräferenzen werden erhoben.

– Konzepte zur Nutzung des Gärrestes über Karbonisierungsverfahren (Hydrothermale Karbonisierung – HTC sowie Pyrolyse) und der Phosphat-Rückgewinnung werden analysiert und bewertet.

Laufzeit: 2022-2024

Förderprogramm: FFG / FTI-Initiative Kreislaufwirtschaft des BMK

Projektkonsortium:
Schöberl & Pöll GmbH (Projektleitung) mit 5 Partnern aus Österreich und der Schweiz, einschließlich der Universität für Bodenkultur Wien (Institut für Verfahrens- und Energietechnik sowie Institut für Umweltbiotechnologie)

Kontakt: wolfgang.gabauer@boku.ac.at

Foto: Gerhard Soja