News, Publikationen

Treibhausgas-Inventare: Bilanzierung der CO2-Entfernung

Der „GHG Protocol Land Sector and Removals Standard (LSR)“ erweitert die Unternehmensbilanzierung für Treibhausgase, um landbasierte Emissionen und CO2-Entfernungen besser einzubeziehen.

Die Leitlinien bauen auf dem GHG Protocol Scope 3 Standard auf, bei dem Unternehmen Bemühungen zur Verbesserung von Senken in ihren Wertschöpfungsketten einbauen können, während Emissionsreduktionen, -entnahmen und CO₂-Zertifikate in der Berichterstattung klar getrennt bleiben. Der LSR-Standard hebt zudem die Bedeutung von Permanenz, Überwachung und Rückverfolgbarkeit bei Kohlenstoffentfernungen hervor.

Der Global Construction C-Sink Standard passt gut zu diesen Entwicklungen, indem er die Quantifizierung und Zertifizierung von in Gebäuden gespeichertem Kohlenstoff ermöglicht und Unternehmen dabei unterstützt, Kohlenstoff-Entfernungen in ihre Wertschöpfungsketten (Scope 3) mit transparenter Buchführung zu integrieren.

News

Neue Entwicklung für kostengünstige Kohlenstoff-Bindung auf Deponien mittels Biochar

Carba, ein Startup-Unternehmen aus Minneapolis, hat in Zusammenarbeit mit der University of Minnesota erfolgreich ein kostengünstiges, selbst entwickeltes Biochar-Reaktorsystem entwickelt. Die Technologie berücksichtigt die Skalierbarkeit der Kohlenstoffentfernung und filtert gleichzeitig Schadstoffe wie PFAS von lokalen Deponien.

Carbas Lösung umfasst einen mobilen modularen Reaktor, der landwirtschaftliche und kommunale Biomasseabfälle verarbeitet, um stabile Biochar zu erzeugen. Einer dieser Reaktoren arbeitet derzeit auf einer Deponie im Twin Cities-Gebiet, wo er nicht nur Methan-Emissionen reduziert und Kohlenstoff speichert, sondern auch als Umweltfilter fungiert. Die entstehende Biokohle ist so konzipiert, dass sie unterirdisch vergraben wird und effektiv atmosphärischen Kohlenstoff in permanenter, fester Form zur Erde zurückführt.Über die Kohlenstoffbindung hinaus hat die auf der Deponie produzierte Biochar das Potenzial gezeigt, schädliche Schadstoffe – darunter PFAS, Blei und Quecksilber – daran zu hindern, in die umliegende Umwelt zu gelangen.

Events, News

Fokussierung auf die gebaute Umwelt: Integration von Biochar

(Built Environment Spotlight)

Die Anmeldung zu dieser Satelliten-Veranstaltung zum Biochar Summit in Wien ist jetzt möglich!

Datum: 9. Juni 2026

Veranstaltungsort: Reallabor Fassfabrik, Lastenstraße 19, 1230 Wien

Dieser spezielle Focus Day soll die Integration von Biochar im Bausektor beschleunigen. Das Programm verbindet Politik, technische Expertise und reale Umsetzung und bringt Biochar-Innovatoren und Branchenführer zu einer fokussierten Diskussion zusammen.

Die Teilnahme am „Built Environment Spotlight“ erfordert eine separate Registrierung vom Biochar Summit (10.–11. Juni).

Die Focus Day-Registrierung ist unabhängig von der Biochar Summit-Anmeldung. Bei der Anmeldung wählen Sie „No Summit-Ticket“, wenn Sie nur am Focus Day teilnehmen möchten. Die Teilnahme am Biochar Summit ist nicht erforderlich.

Events, News

3rd International Conference on Biochar Research and Application and 2026 IBI Biochar World Congress

Das 20-jährige Jubiläum von IBI (International Biochar Initiative; https://biochar-international.org/) wird im Rahmen einer besonderen Biochar World Congress-Veranstaltung gefeiert!

In einer Zeit, in der globale Zusammenarbeit unerlässlich ist, um dringende Umweltherausforderungen zu bewältigen und nachhaltige Entwicklung voranzubringen, steht die Biochar-Technologie an der Spitze wissenschaftlicher und industrieller Innovation.

Termin: 7.–10. August 2026

Veranstaltungsort: Zhengzhou, China

News

Europäische Kommission verabschiedet ersten Zertifizierungsstandard für die CO2-Entfernung mit Biochar

Die Europäische Kommission hat die ersten EU-Zertifizierungsstandards für die dauerhafte Entfernung von Kohlenstoff aus der Atmosphäre verabschiedet. Durch die Festlegung klarer Regeln für Dauerhaftigkeit und Verifikation adressiert der neue Rahmen Marktfragmentierung und Greenwashing-Risiken und ermöglicht es zertifizierten Biochar-Projekten, erhebliche Investitionen und Skalierung in ganz Europa anzuziehen.

Die Europäische Kommission hat offiziell den ersten Satz freiwilliger Zertifizierungsmethoden für dauerhafte CO2-Entfernungen gemäß der Verordnung zur Kohlenstoffnutzung und -entfernung (CRCF) übernommen. Diese bahnbrechende Entscheidung markiert die Einführung des ersten EU-Rahmens, der darauf ausgelegt ist, hochwertige CO2-Entfernungen zu quantifizieren, zu überwachen und zu verifizieren. Die ersten drei Technologien, die aufgrund ihrer technologischen Reife und ihres Potenzials zur Erreichung der Klimaziele ausgewählt wurden, sind Biochar Carbon Removal (BCR) sowie BECCS und DACCS. Durch die Formalisierung dieser Standards bietet die Kommission einen klaren regulatorischen Weg für die Zertifizierung von durch Biochar gespeichertem Kohlenstoff

Ein bedeutendes Hindernis für den Sektor zur Kohlenstoffentfernung war das Fehlen harmonisierter Standards, was oft zu Bedenken hinsichtlich des Greenwashing und der ökologischen Integrität von Zertifikaten führte. Früher führte das Fehlen einer einheitlichen Definition dessen, was eine „Tonne Entfernung“ oder eine standardisierte Methode zur Gewährleistung der Dauerhaftigkeit ausmacht, zu Marktunsicherheit. Investoren und Käufer waren Risiken im Zusammenhang mit Lecks und Haftungen ausgesetzt, da es keine durchsetzbaren EU-weiten Regeln gab, die garantierten, dass atmosphärischer Kohlenstoff über mehrere Jahrhunderte hinweg gespeichert wurde. Diese Fragmentierung erschwerte die Skalierung von Biochar-Projekten, da Entwickler Schwierigkeiten hatten, das Maß an Sicherheit zu bieten, das von internationalen Klimafinanzierungen und Unternehmenskäufern gefordert wird.

Um diese Herausforderungen zu meistern, legt die neue delegierte Verordnung strenge, freiwillige Zertifizierungsregeln fest, die mit den Definitionen des IPCC übereinstimmen. Die Methodik für Biochar befasst sich speziell mit der Permanenz und verlangt, dass Kohlenstoff über mehrere Jahrhunderte gespeichert bleiben muss, um als dauerhafte Entfernung zu gelten. Der Rahmen führt außerdem eine verpflichtende Verifizierung durch Dritte und ein zentrales EU-weites Register ein, um vollständige Rückverfolgbarkeit zu gewährleisten und Doppelzählungen zu verhindern. Durch die Auswahl von Biochar als eine der ersten Technologien hat die Kommission Lösungen priorisiert, die sofortige Skalierbarkeit und robuste Überprüfbarkeit zeigen und so das Risiko für Käufer und Investoren verringern.

News

EU vereinfacht und verschiebt Entwaldungsverordnung (EUDR) 

Der Rat der EU hat eine gezielte Überarbeitung der Verordnung über entwaldungsfreie Erzeugnisse (EUDR) beschlossen.  Ziel der Anpassung ist es, die Umsetzung der Verordnung zu vereinfachen und Unternehmen, Händlern und Behörden mehr Zeit für die Vorbereitung zu geben.

Die Anwendung der EUDR wird für alle Marktteilnehmer auf den 30. Dezember 2026 verschoben,  Kleinst- und kleine Unternehmen erhalten zusätzlich eine sechsmonatige Übergangsfrist. Zudem ist eine Überprüfung sowie ein anschließender Bericht durch die Europäische Kommission bis zum 30. April 2026 vorgesehen.

Für die Biochar-Branche und deren Wertschöpfungskette bleibt entscheidend, dass Holz und daraus hergestellte Produkte ausdrücklich unter die EUDR fallen. Somit kann der Zeitrahmen und die Ausgestaltung der Sorgfaltspflichten Auswirkungen auf Beschaffungserwartungen sowie auf die Vertragsgestaltung bei holzbasierten und anderen waldbezogenen Einsatzstoffen haben.

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Bewertung der Biochar-Persistenz

Die neue Bewertungsmethode der Biochar-Persistenz ist eine Innovation von Carbon Standards International, einer Zertifizierungsplattform für C-Senken basierend auf Biochar (https://www.carbon-standards.com/de/home). Die Entwicklung der Methode wurde vom Ithaka-Institut gemeinsam mit führenden Biochar-WissenschafterInnen koordiniert und basiert auf verschiedenen wissenschaftlichen Publikationen. Die neue obere Persistenzklasse der Biochar weist einen geologisch persistenten Kohlenstoff (GPC) von 90 % auf. 

Der Global Biochar C-Sink Standard definiert keinen diskreten physikalischen Biochar-Anteil, von dem angenommen wird, dass er ohne Abbau mehr als 1000 Jahre inert bleibt. Stattdessen wird zwischen zwei konzeptionellen Kohlenstoffsenken-Pools basierend auf den Persistenzwahrscheinlichkeiten nach der Biokohlenanwendung im Boden unterschieden. In Version 3.2 des Global Biochar C-Sink Standard wurden diese Pools als persistenter aromatischer Kohlenstoff (PAC) und semi-persistenter Kohlenstoff (SPC) bezeichnet. Um Missverständnisse aus der strukturellen Bedeutung des Begriffs „aromatisch“ zu vermeiden, ersetzen dieser Anhang und die kommende Version 4.0 des Standards PAC durch den Begriff „geologisch persistenter Kohlenstoff“ (GPC).

GPC bezeichnet den zugewiesenen Anteil des Biokohlenstoffs, der mit hoher Wahrscheinlichkeit über 1000 Jahre nach der Bodenanwendung hinaus bestehen bleibt und somit in den geologischen Kohlenstoffkreislauf eintritt. Der nicht-GPC-Kohlenstoff, der eine temporäre Kohlenstoffspeicherung bietet und voraussichtlich innerhalb von 1000 Jahren nach der Bodenanwendung zu CO2 oxidiert wird, wird weiterhin als SPC bezeichnet und seine Abbaufunktion bleibt unverändert. 

Während ein Bruchteil des Biokohlenstoffs im Boden physikalisch-chemisch geschützt werden kann, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass ein bestimmter polyaromatischer Cluster länger als 1000 Jahre bestehen bleibt, mit der Größe des Clusters und der strukturellen Ordnung. GPC und SPC stellen keine chemisch unterschiedlichen oder scharf trennbaren Fraktionen dar, sondern probabilistische Pools, die unterschiedliche Wahrscheinlichkeiten einer langfristigen Persistenz widerspiegeln.

Um die relativen Größen der GPC- und SPC-Pools für eine gegebene Biochar abzuschätzen, sind analytische Proxys auf Basis leicht quantifizierbarer Eigenschaften erforderlich. Die beiden Methoden, random reflectance (Ro) und Hydropyrolyse (HyPy), können verwendet werden, um Kohlenstoffpools und Persistenzklassen zuverlässig zu bestimmen.

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Stand des freiwilligen Kohlenstoffmarktes 2026

Carbon-Direct veröffentlicht den „2026 State of the Voluntary Carbon Market“-Bericht – eine jährliche Analyse darüber, wo der Markt steht und was erfahrene Käufer wissen müssen.

Einige Schlagzeilen aus dem Bericht:

• Die Carbon-Credit-Entnahmen im gesamten freiwilligen Kohlenstoff-Markt (VCM) sanken 2025 um 7 %, trotz eines Anstiegs der Klimaverpflichtungen um 227 %

•Die Nachfrage nach CDR (Carbon Dioxide Removal) ist zukunftsorientiert: Mehr als 90 Mt CDR wurden für zukünftige Lieferungen vertraglich vereinbart

• Warum über 80 % der Kapazität für permanente CDR Gefahr läuft, ohne zusätzliche Entnahmen nicht realisiert zu werden

Die Kluft zwischen dem, was Unternehmen sagen, und dem, was sie tun, wird immer größer.

„Early Movers“ werden Marktstandards definieren und bessere Preise sichern, während Nachzügler mit unsicherem Angebot und Volatilität konfrontiert sein könnten.

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Biochar als Sorbens für Formaldehyd

Forscher der Vietnam National University produzierten aus Reisspelzenasche eine Polyethylen-Imin (PEI)-modifizierte aktivierte Biochar, welche die Effizienz der Formaldehyd-Entfernung aus der Innenraumluft verdoppelte. Diese energiesparende Lösung bietet eine nachhaltige, skalierbare Methode zur Verbesserung der öffentlichen Gesundheit, indem reichlich vorhandene landwirtschaftliche Abfälle in fortschrittliche Luftfilter umgewandelt werden.

Die aktivierte Biokohle wurde aus Reisschalenasche (RHA) durch chemische Aktivierung in Kombination mit Ultraschallbehandlung gewonnen, wodurch die Notwendigkeit einer Hochtemperaturkalzinierung, ein gängiger Schritt traditioneller Methoden, überflüssig wurde. Diese Ergebnisse zeigen das hohe Potenzial von biomassebasierten Adsorbentien für kosteneffiziente und nachhaltige Raumluftreinigung und bieten einen vielversprechenden Ansatz zum Schutz vor Formaldehyd.

Zitat:

Huynh et al.: Polyethyleneimine-modified activated biochar derived from rice husk ash: material development and preliminary formaldehyde adsorption study. Carbon Research 5:5 (2026)

https://doi.org/10.1007/s44246-025-00244-2

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Biochar erhöht die Resilienz von Weinreben

Nachhaltiges Bodenmanagement wird zunehmend als unerlässlich für die Gesundheit, Produktivität und Resilienz der Pflanzen anerkannt, insbesondere in Weingarten-Ökosystemen. Im Rahmen des B-Wine-Projekts wurde Biochar als Bodenverbesserer bewertet, um physikalisch-chemische Eigenschaften, Wasserverfügbarkeit, pflanzliche ökophysiologische Funktionen und Ertrag zu verbessern.

Der Versuch wurde in einer Wachstumssaison durchgeführt, ein Jahr nach einer Biochar-Anwendung (16 t/ha FM ≈ 10,4 t/ha TM), in drei biologisch bewirtschafteten Weingärten in der Chianti Classico-Region (Toskana, Italien).

Der Einfluss von Biochar auf die gesättigte hydraulische Leitfähigkeit variierte je nach Boden, Art der Biochar und den Feuchtigkeitsbedingungen. Allerdings wurde der Wasserhaushalt der Heben und der Ertrag verbessert. Berücksichtigt man alle drei Weingartenstandorte, lag der durchschnittliche Ertragszuwachs bei etwa 42 %. Dieses Ergebnis wurde jedoch größtenteils durch ausgeprägte Reaktionen an zwei Standorten verursacht, während der dritte keinen messbaren Anstieg zeigte, vermutlich aufgrund standortspezifischer Unterschiede in Bodeneigenschaften und klimatischen Bedingungen. Insgesamt erwies sich Biochar als effektive, bodenabhängige Strategie zur Verbesserung der Widerstandsfähigkeit der Weinberge, der Pflanzenleistung und der Produktivität unter schwierigen Bedingungen.

Zitat:

Biancalani, A. et al.: Biochar Enhances Vineyard Resilience: Soil Improvement and Physiological Benefits for Sangiovese Vineyards in Varied Soils of the Chianti Classico (Tuscany, Central Italy). Land (2026), 15(2), 245

https://doi.org/10.3390/land15020245

Foto: freepik https://de.freepik.com/fotos-kostenlos/blick-auf-den-schoenen-gruenen-weinberg-in-der-region-suedmaehren-bei-tageslicht_17245926.htm#fromView=search&page=1&position=2&uuid=c21aa4e0-abab-4b7a-8209-2e5cc532be55&query=weingarten