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Projekt „PK BiG – Pflanzenkohle und Blühstreifen im Gemüsebau“: Aufzeichnung des Abschlusswebinars jetzt online

 Im Rahmen dieses Projekts hat die Hochschule Offenburg, das Ithaka Institut, die Universität Tübingen, EDEKA Südwest und der Gemüsering Stuttgart untersucht, wie Pflanzenkohle und Blühstreifen zur Förderung der Biodiversität und zur Klimaanpassung im Gemüsebau beitragen können.

 Im Fokus standen unter anderem:

•der Einsatz von Pflanzenkohle zur Verbesserung von Bodenstruktur, Wasserspeicherung und Nährstoffverfügbarkeit,

•die Etablierung mehrjähriger Blühstreifen zur Förderung von Nützlingen und Insektenvielfalt,

•praxisnahe Feld- und Gewächshausversuche,

• die Entwicklung eines Wissens-Hubs für die Biochar-Community.

Die Aufzeichnung des Abschlusswebinars (Pop Up Talk Nr. 9) ist nun verfügbar – mit spannenden Einblicken in die Ergebnisse und Empfehlungen aus dem Projekt. Auch die ebenfalls verfügbaren Pop-Up-Talks Nr. 2 und 8 haben einen Pflanzenkohle-Schwerpunkt.

Events, News

IBI Biochar Study Tour Wales (20.-22.8.2025)

Erfahren Sie, wie sich Biochar und Pyrolyse in die Kompostierung und landwirtschaftliche Anwendungen einfügen.

Die Teilnehmer werden an Vor-Ort-Besuchen in innovativen Biochar-Betrieben, Live-Demonstrationen von kleinen und großen Produktionssystemen, Peer-Networking-Sitzungen und interaktiven Präsentationen von regionalen und internationalen Experten teilnehmen.

Foto: publicdomainpictures.net – Bob Williams

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Klimafitte Landwirtschaft – Einsatz von Pflanzenkohle in der Landwirtschaft

10.11.2025

Gutsbetrieb Chamau, Chamau 10, CH-6331 Hünenberg

Die Veranstaltung bietet einen Überblick über die Herstellung von Biochar und über die Anwendungsmöglichkeiten in der Landwirtschaft. Neben Grundlagenwissen erhalten die TeilnehmerInnen Einblicke in den aktuellen Stand der Forschung rund um Biochar. Drei praxisorientierte Workshops zeigen, wie Biochar gezielt auf dem eigenen Betrieb eingesetzt werden kann: zur Verbesserung der Bodeneigenschaften, als Zusatz in der Fütterung oder als Bestandteil von Einstreu und Hofdüngern.

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Studie: Negative Emissionen in Land- und Forstwirtschaft

In einer neuen Studie des DVNE (Deutscher Verband für Negative Emissionen) und von Climate Focus wird auf die Dringlichkeit und die Optionen zur aktiven Entfernung von CO2 aus der Atmosphäre als eine Maßnahme der Klimawandel-Verlangsamung hingewiesen.

Mit dem Fokus auf den Sektor „Landnutzung, Landnutzungsänderungen und Forstwirtschaft“ (LULUCF) wird betont, dass dieser Sektor zunehmend zu einer CO2-Quelle anstatt zu einer Nettosenke wird. In der Studie werden 8 vorrangige Handlungsempfehlungen für die Politik identifiziert, um Investitionen in Maßnahmen zur Klimawandel-Eindämmung zu mobilisieren:

  1. Klares Bekenntnis der Politik zum freiwilligen Kohlenstoffmarkt
  2. Klarstellung zur Doppelzählung
  3. Klarstellung zur Permanenz und zum Klimanutzen von naturbasierten Lösungen
  4. Klarstellung zu Klimaaussagen von Unternehmen
  5. Klarstellung der Förderfähigkeit von CO2-Entnahme-Projekten
  6. Beseitigung von rechtlichen Hürden für Biochar
  7. Schaffung von Nachfrage nach Zertifikaten
  8. Erleichterung der Projektentwicklung

Auf politischer Ebene sollte die Entwicklung von Projekten durch Transparenz, Marktinfrastruktur, Kooperationen sowie die Identifizierung und das Verfügbarmachen von Flächen gefördert werden.

News

Pyrolyse anstatt Verbrennung von Holzabfällen im Wald

Oregon / USA:

Die Entwicklung von größeren mobilen Pyrolyseanlagen, die nach dem Kon-Tiki-Prinzip arbeiten („flame curtain kilns“, siehe https://www.ithaka-institut.org/de/kon-tiki), hat ihren Einsatz in der US-amerikanischen Forstwirtschaft ermöglicht.

Eine Lösung, um die wachsenden Berge von nicht forstlich nutzbarem Abfallholz in Oregon loszuwerden und gleichzeitig die Lungen der Bevölkerung zu schonen, könnten mobile „air curtain incinerators“ (ACI) sein. ACIs haben etwa die Größe eines Wohnwagens und sind im Wesentlichen offene Metallboxen. Holzreste werden in die Verbrennungsbox gelegt und angezündet. Ventilatoren blasen dann Luft über die Oberseite des Materials und zwingen es, bei viel höheren Temperaturen zu brennen – bis zu 1370 °C.

Bei diesen Temperaturen wird die Rauchentwicklung im Vergleich zu Haufenbränden um mehr als 90 Prozent reduziert. Tests, die vom Oregon Department of Environmental Quality im Frühjahr 2023 durchgeführt wurden, haben bestätigt, dass ACIs viel sauberer verbrennen als offene Verbrennungen. Zum Einsatz kommt vor allem Holz von krankheitsbefallenen Bäumen, die gefällt werden müssen (derzeit oft Esche, Olive) und wo die Verhinderung weiterer Krankheitsausbreitung oberstes Ziel ist.

Anstatt einen Haufen Asche zu hinterlassen, entsteht durch das Verbrennen und Pyrolysieren von Holz in einem ACI bei hohen Temperaturen Biochar als vielseitig nutzbares Produkt. Biochar kann z.B. lokal als Bodenverbesserer verwendet werden, um die Wasseraufnahme zu verbessern, insbesondere in schnell durchlässigen, sandigen Böden.

Foto: pixabay.com – Myriams-Fotos

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Kunststoff-Verunreinigungen in biogenen Reststoffen: kein Problem für die Pyrolyse

Holzige Siebüberläufe aus Kompostierungs- und Vergärungsanlagen enthalten oft geringe Kunststoffanteile, was ihre stoffliche Nutzung bislang erschwerte oder nur die thermische Nutzung in der Müllverbrennung möglich war. Das Forschungsprojekt CoPyKu2 von Ithaka-Institut, Agroscope, Eawag, Axpo Power AG und IWB und unterstützt durch die Umwelttechnologieförderung des Bundesamts für Umwelt (CH) zeigt nun, dass diese Materialien durch Pyrolyse sicher und effizient verwertet werden können.

Mit dem Projekt haben die Forschenden nachgewiesen, dass die dabei entstehende Pflanzenkohle unerwartet positive Eigenschaften aufweist und die hohen Umwelt- und Qualitätsstandards einhält, die für den Einsatz als Dünger gelten.

Es wurde festgestellt, dass sich die Kunststoffe bei 600 °C und 20 Minuten Verweilzeit komplett zersetzten. Alle Grenzwerte für Schadstoffe wie Dioxine und PAK, die für Pflanzenkohle als Dünger gelten – selbst bei bis zu einem Kunststoffanteil von 10 % – wurden eingehalten.

Durch die stoffliche Verwertung dieser bisher thermisch entsorgten Stoffströme ergeben sich mehrere Vorteile:

  • Vermeidung von Kunststoffeinträgen in die Umwelt
  • Reduktion von Entsorgungskosten
  • Langfristige CO₂-Speicherung durch Biochar
  • Erschließung neuer Rohstoffquellen für Biochar-Produzenten

Die Ergebnisse und Erfahrungen wurden in Pilot- und Großversuchen validiert und bilden nun die Grundlage für die breite Einführung der Pyrolyse von holzigen Siebüberläufen in der Schweiz. Auf Basis der Projektergebnisse werden nun konkrete Vorschläge zur Aufnahme neuer Regelungen und Grenzwerte in das European Biochar Certificate (EBC) erarbeitet.

Hilber, I. et al. Biochar Production From Plastic-Contaminated Biomass. GCB Bioenergy 16, e70005 (2024).

Grafmüller, J., Rathnayake, D., Hagemann, N., Bucheli, T. D. & Schmidt, H.-P. Biochars from chlorine-rich feedstock are low in polychlorinated dioxins, furans and biphenyls. J Anal Appl Pyrol 183, 106764 (2024).

Foto: pixnio – Hagerty Ryan

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Biochar unterstützt Bisphenol-Extraktion aus Wasser

Abstract

Ein neuartiges tragbares Rührscheiben-Festphasenextraktions-Gerät wurde entwickelt, bei dem eine Pflanzenkohle/Natriumalginat (SA)-Mischmatrixmembran (MMM) als Adsorptionsmittel diente. Damit wurden Bisphenolverunreinigungen aus Wasser entfernt. Die Pflanzenkohle/SA MMM wies zufriedenstellende Adsorptionseigenschaften und eine hervorragende Wiederverwendbarkeit auf. Die Faktoren wie Reaktionszeit, Elutionszeit, Art und Volumen des Elutionslösungsmittels und pH-Wert der Probenlösung wurden optimiert. Die Validierung der Methodik ergab, dass die Nachweisgrenzen für die Bisphenole zwischen 0,06 und 0,17 ng·mL-1 lagen. Die vorgeschlagene Methode wurde effektiv für Bisphenole in Leitungswasser-, Trinkwasser- und Flusswasserproben eingesetzt. Die Mischmatrixmembran wies eine ausgezeichnete Wiederverwendbarkeit auf.

Zitat: Zhang, H.Y., Li, Y.Y, Zhang, S.J., Hou, X.H.: A portable stir-disc solid phase extraction using biochar/sodium alginate mixed matrix membrane as absorbent for bisphenols enrichment in water samples. International Journal of Biological Macromolecules, Volume 313, 144244, 2025.

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Biochar-Produktion aus Lebensmittelabfällen reduziert CO2-Emissionen und bindet Kohlenstoff

Eine neue Studie der Universität Nottingham zeigt, dass durch die Umwandlung von Lebensmittelabfällen in Pflanzenkohle bis 2030 jährlich 93.000 Tonnen CO₂ eingespart werden könnten.

Der Bericht zeigt, dass die Umwandlung von Gärresten aus Lebensmittelabfällen, einem Rückstand aus der Biogasproduktion, in Biochar eine kostengünstige und klimawirksame Lösung darstellt. Bei der Studie wurden auf 70 % Feuchtigkeit entwässerte Gärreste mit hydrothermaler Karbonisierung (bei 200 °C) vorbehandelt und anschließender pyrolysiert (bei 750 °C).

Jede Tonne Biochar mit einem Kohlenstoffgehalt von etwa 88 % könnte bis zu 1,2 Tonnen CO₂-Äquivalent binden, und eine Standortwahl mit einer gemeinsamen anaeroben Vergärungsanlage, in denen Gärreste von Lebensmittelabfällen anfallen, könnte die Kosten für die Kohlenstoffentfernung unter 100 (britische) Pfund pro Tonne halten. Die Anwendung dieser Pflanzenkohle auf landwirtschaftlichen Böden kann die Bodenfruchtbarkeit und -struktur verbessern und so zu nachhaltigen landwirtschaftlichen Praktiken beitragen.

Wenn dieser Ansatz auf nationaler Ebene in Großbritannien umgesetzt wird und 50 % der prognostizierten verfügbaren Gärreste aus Lebensmittelabfällen verwendet werden, könnten bis 2030 jährlich rund 93.000 Tonnen CO₂ gebunden werden. Um bis 2030 50 % der prognostizierten Gärreste von Lebensmittelabfällen in Großbritannien zu verarbeiten, wären 28 Produktionsanlagen für Biochar mit einer Kapazität von jeweils 20.000 Tonnen pro Jahr erforderlich.

Foto: geraldK / pixabay.com / Pixabay Lizenz

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Umwandlung von Straßenbegleitvegetation in Kohlenstoffeinsparungen: Biochar-Versuch in England

Über die Kohlenstoffmärkte hinaus beweist Biochar ihren vielseitigen Nutzen in immer vielfältigeren Anwendungen. Ein neuer Versuch unter der Leitung von Kier und TerrAffix im Rahmen des A417 Missing Link-Projekts in Gloucestershire testet einen zirkulären Ansatz zur Kohlenstoffreduzierung, indem die am Standort gerodete Vegetation in Biochar umgewandelt wird. Das A417-Projekt in Gloucestershire (A417 ist eine wichtige englische Straßenverbindung) ist ein Beispiel dafür, bei dem die Vegetation von Straßenrändern als Biochar für den Einsatz vor Ort in der Landschaftsgestaltung, bei grünen Brücken (als Ersatz für synthetische Wasserrückhaltegele) und bei Entwässerungssystemen zum Auffangen von Mikroplastik umgewandelt wurde. In einem ersten Versuch wurden 5 t Biochar produziert und vor Ort eingesetzt Die Initiative, die vom Environmental and Wellbeing Designated Fund von National Highways finanziert wird, zielt darauf ab, die Kohlenstoffemissionen zu senken und den Abfall im Straßenbau zu reduzieren. Es ist ein Kreislaufwirtschaftsmodell, das Abfall aufwertet, Artenvielfalt und Bodenfunktionen unterstützt, den Nährstoffkreislauf verbessert und gleichzeitig multifunktionale Umweltvorteile im Bauwesen bietet.

Foto: wikimedia