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Handbuch zur Entfernung von Biochar-Kohlenstoff – Update 2025

Die Teams der International Biochar Initiative (IBI) und HAMERKOP arbeiten seit der Veröffentlichung der ersten Ausgabe im Jahr 2024 intensiv daran, den Leitfaden mit den neuesten Informationen zum Markt für Kohlenstoffentfernung, Standards und Methoden, etc. zu aktualisieren.

Der digitale Leitfaden bietet einen Fahrplan für Biocharproduzenten, Investoren und Interessengruppen, welche sich in die Zertifizierung zur Kohlenstoffentfernung für Biochar vertiefen möchten. Die Leser erhalten einen klaren Überblick über die verschiedenen Methoden, die von führenden Zertifizierungsstandards festgelegt wurden, mit dem Ziel, praktische Einblicke und Vergleiche zu bieten, um Produzenten und Investoren bei der Auswahl des passendsten Ansatzes für ihre spezifischen Biochar-Projekte zu helfen.

Zu den wichtigsten Aktualisierungen für 2025 gehören:

  • Ein neuer und verbesserter Abschnitt, der u.a. MRV (measuring-reporting-verification) und Permanenz abdeckt
  • Aktualisierte Preisinformationen für jeden Biochar-Zertifizierungsstandard sowie detaillierte Schritt-für-Schritt-Anleitungen, die Ihnen helfen, die richtige Methode für Ihr Projekt zu wählen
  • Eine Ergänzung des Biochar-Protokolls vom Isometric

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Global Biochar C-Sink Standard v3.2 veröffentlicht

Richtlinien zur Zertifizierung Biochar-basierter Kohlenstoffsenken 

Der European Biochar Certificate (EBC) war das erste System, das eine Methode zur Zertifizierung des Kohlenstoffsenkenpotentials von Pflanzenkohle bot. Dies war ein entscheidender Schritt zur nachhaltigen Einrichtung geologischer Kohlenstoffsenken.

Nach einem umfassenden Stakeholder- Review mit allen Beteiligten wurde der Global Biochar C-Sink Standard im Juni 2024 veröffentlicht und steht nun seit November 2025 in der neuesten Version 3.2 zur Verfügung.

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Der Biochar-Blueprint: Ein Entwicklerleitfaden zur Skalierung

Dies ist ein Leitfaden für Entwickler, die Investitionen anziehen und ihre Biochar-Kohlenstoffentfernungsanlagen skalieren möchten.

Biochar ist eine der vielversprechendsten Lösungen zur Kohlenstoffentfernung heute. Die Wissenschaft ist solide. Die Technologie ist bewährt. Doch die Skalierung der Branche erfordert mehr als Innovation – sie erfordert groß angelegte Mainstream-Investitionen.

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Amerikanische Prüfnorm für Biochar veröffentlicht

USBI und die American Society of Agricultural and Biological Engineers (ASABE) haben ANSI/ASABE/USBI S668, Methoden zur Messung und Prüfung von Biochar, veröffentlicht.

Dies ist ein umfassender neuer Standard, der empfohlene Testmethoden für Biokohlematerialien zusammenfasst und Hinweise zur Anpassung bestehender Testmethoden speziell für Biochar bietet.

Im Standard werden die Analysemethoden für die Charakterisierung von Biochar festgelegt.

Der Standard ist durch Unterstützung von USBI für die nächsten 3 Jahre frei verfügbar:

https://asabe.org/orderstandards

Nota bene:

Der Standard S668 ist für die Zertifizierung von Biochar nach amerikanischen Richtlinien relevant – für das Europäische Biochar Zertifikat (EBC) gelten weiterhin die auf der EBC-Homepage veröffentlichten Analyse-Methoden (https://www.european-biochar.org/de/ct/8-Analysemethoden)

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Terra Preta – die Geschichte der Hebung eines Bodenschatzes

Die Entdeckung von Terra Preta im Amazonasgebiet als Initialzündung für die Erforschung und Anwendung von Biochar zählt schon fast zum Allgemeinwissen. Wer aber mehr Details über die Geschichte der Entdeckung von Terra Preta und die weitere Entwicklung zur heutigen Biochar-Technologie wissen will, findet in einem Artikel des Tages-Anzeigers weitere Informationen.

Foto: upload.wikimedia.org

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Gleichzeitige Entfernung von Schwermetallen und organischen Schadstoffen aus Abwasser mit modifizierter Biochar

Diese Übersicht untersucht die gleichzeitige Entfernung von Schwermetallen und organischen Schadstoffen aus Abwasser durch funktionalisierte Biochar. Erstens werden die Sanierungseffizienz, Mechanismen und praktische Anwendungen von modifizierter Biochar für komplexe Verschmutzungsmatrices in wässrigen Umgebungen untersucht. Zweitens werden physikochemische Prozesse aufgeklärt, welche die gleichzeitige Schadstoffaufnahme durch oberflächenmodifizierte Kohlenstoffarchitekturen steuern. Drittens wird die Leistung in verschiedenen Abwasserbehandlungsszenarien bewertet und die Realisierbarkeit des Einsatzes in der Umwelt bewertet.

Zitat:

Wang, N. et al. (2025). Engineered biochar for simultaneous removal of heavy metals and organic pollutants from wastewater: mechanisms, efficiency, and applications. Biochar X, DOI: 10.48130/bchax-0025-0008. 

Foto: geograph.org.uk

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Biochar-Modifikation ermöglicht Nitratentfernung aus Wasser

Nitratkontamination im Wasser ist ein globales Problem, aber modifizierte Biochar aus Raps-Stängel bietet eine nachhaltige und kostengünstige Lösung zur Nitratentfernung.

Der Zeitpunkt der chemischen Modifikation ist der wichtigste Faktor, um Biochar zu einem effektiven Adsorbens zu machen. Die Modifikation der Biochar mit Aluminium nach dem ersten Erhitzungsprozess erzeugt die beste Struktur und Chemie zum Binden von Nitrat. Nicht-lineare machine-learning-Modelle können vorhersagen, wie gut die Biochar das Wasser unter verschiedenen Bedingungen reinigen wird. Die effektivste Biochar kann mehrfach wiederverwendet werden und behält den Großteil ihrer Reinigungsfähigkeit.

Zitat:

Hafshejani L.D. & Saeidinia M.: Integrating chemical modification pathways and machine learning for optimization of nitrate removal by rapeseed (Brassica napus L.) biochar. Scientific Reports (2025).

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Permanenz von Biochar im Boden – ein Fachartikel als Policy-Kommentar

Die nicht zuletzt seitens der EU vorangetriebenen Bemühungen, einen homogenisierten Markt für CO2-Zertifikate für die Entfernung von CO2 aus der Atmosphäre oder aus Abgasen zu etablieren, hat bezüglich Biochar Diskussionen über die verlässlichsten Berechnungsmethoden des im Boden verbleibenden Kohlenstoffs angeheizt. Gegenwärtig stehen zwei Verfahren zur Diskussion:

a) ein algorithmen-getriebenes Verfahren bezieht Biochar-Charakteristika sowie Boden- und Umweltparameter für die Dauerhaftigkeit des Kohlenstoffs im Boden ein,

b) ein aus der Charakterisierung fossiler Kohle übernommenes Verfahren bestimmt durch Reflexionsmessungen den Inertinit-Anteil, der als sehr langfristig stabil und vollständig abbauresistent angesehen wird.

Während in den aktuellen Verhandlungen für die CRCF-Methodik derzeit beide Verfahren noch als gleichwertig angesehen werden, argumentieren Schmidt et al. für die Präferenz einer algorithmischen Berechnungsmethode für die Dauerhaftigkeit des Biochar-Kohlenstoffs im Boden. Sie sehen die Unterschiede zwischen einer fossilen Kohle und einer den variablen (abbauenden ebenso wie stabilisierenden) Bodenbedingungen ausgesetzten Biochar als zu gravierend an, als dass die beiden Verfahren der C-Permanenz-Bewertung als gleichwertig angesehen werden können. Sie empfehlen Vorsicht bei der Festsetzung von Standards und schlagen die Verbesserung von Biochar-Abbaumodellen mit ausreichenden Sicherheitsmargen unter konservativen Annahmen vor. Allerdings gehen die AutorInnen kaum auf die bereits existierenden Vorschläge in diese Richtung ein und diskutieren nicht die möglichen Auswirkungen auf den freiwilligen Kohlenstoff-Markt und auf die CRCF-Verordnung.

Zitat:

Schmidt, H.-P. et al.: Biochar Permanence—A Policy Commentary. Global Change Biology Bioenergy 17(12), e70092, 2025.

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Belgische Studie zum Biochar-Markt 2025

Diese globale Marktstudie wurde von der belgischen Entwicklungsagentur (ENABEL) im Rahmen des VABICUI-Programms in Auftrag gegeben. Ziel war es, einen umfassenden Überblick über den Biochar-Sektor und insbesondere die Markttrends zu geben, um potenzielle Investoren zu informieren und Investitionen in Biocharprojekte insgesamt zu fördern (Schwerpunkt Elfenbeinküste und Westafrika). Die Ergebnisse dieser Arbeit wurden in 4 separaten Ergebnissen (auf Französisch) präsentiert, die jeweils einen spezifischen Aspekt der Analyse abzielten: 1. Überprüfung der Methoden und Technologien der Biocharproduktion 2. Analyse des globalen Angebots und der Nachfrage nach Biochar 3. Analyse des Biocharmarktes 4. Chancen und Risiken für die Entwicklung des Biocharsektors in der Elfenbeinküste. Dieses Dokument ist eine übersetzte Zusammenfassung der Ergebnisse 2 & 3 für Branchenakteure und potenzielle Investoren als Überblick über die Marktchancen und Risiken für den Biochar-Sektor.

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Ein skeptischer Blick auf Biochar: Warum eine bewährte Klimalösung sich nicht schneller verbreitet

Das ist das Biokohlenparadoxon: Eine technisch machbare Lösung mit enormem Potenzial für Kohlenstoffspeicherung, Bodengesundheit und Abfallmanagement bleibt kommerziell stagnierend. Die Hauptbeschränkungen sind nicht technologisch, sondern ein tiefgreifendes und miteinander verbundenes Versagen von Marktstrukturen, Wirtschaftsmodellen und politischer Koordination.

Kohlenstoff-Marktversagen: Eine Vertrauenskrise der Anleger lähmt den Kohlenstoffmarkt für Biokohle, getrieben durch unklare Standardregeln und wissenschaftliche Debatten über deren Dauerhaftigkeit, wodurch der Vermögenswert schwierig zu bewerten ist.

Hohe Investitionskosten (CAPEX) bedeuten, dass das einzige tragfähige Geschäftsmodell das Revenue Stacking ist – also die Kombination von Einnahmen aus CO2-Gutschriften, physischen Biochar-Verkäufen, Co-Produktion von Energie und Abfallgebühren.

Dieses Geschäftsmodell wird durch institutionelle Fragmentierung oder politische Silos gelähmt. Da die Vorteile von Biochar mehreren Sektoren (Landwirtschaft, Energie, Klima, Abfallwirtschaft) zugutekommt, ist es eine Technologie, die oft als Querschnittsmaterie betrachtet wird, für die sich kein Sektor primär zuständig fühlt.

Als Lösung wird bessere Integration angesehen: Der Weg nach vorne ist keine neue Technologie, sondern strukturelle Veränderungen: Durch die Nutzung von Aggregator-Geschäftsmodellen und einer gesamtstaatlichen Politik, um Biochar systematisch in bestehende Rahmenwerke zu integrieren.

Der Zugang zum Artikel erfordert ein Abo für BiocharToday, welches aber keine hohe Preishürde darstellt.