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Altitude schließt Deal über 50.000+ Tonnen Emissionsgutschriften aus südostasiatischen Biocharprojekten ab

Altitude, ein in der Schweiz ansässiger Financier für die Entfernung von Kohlendioxid, hat einen Vertrag unterzeichnet, um mehr als 50.000 Tonnen CO2-Entfernungszertifikate (CORCs) von südostasiatischen Biokohle-Anlagen zu sichern, die von Greenglow betrieben werden. Die Vereinbarung erweitert den Bestand von Altitude an langfristigen Emissionsgutschriften und ergänzt die Bemühungen des Unternehmens, Projekte mit sozialem und ökologischem Nutzen zu unterstützen. Alle Credits werden über das Puro.earth-Register verifiziert.

Die Anlagen von Greenglow nutzen die Pyrolyse, um Ernterückstände in Biochar umzuwandeln. Der Ansatz senkt nicht nur die Emissionen, sondern bietet auch sekundäre Vorteile wie die Verbesserung des Bodens, neue Einkommen für Kleinbauern und eine Verringerung der offenen Verbrennung von landwirtschaftlichen Abfällen. Das Unternehmen hat bereits eine Produktionsstätte in Betrieb, zwei weitere sind auf dem Weg.

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Carbon Standards: Global Construction C-Sink Standard

Wie die langfristige Speicherung von biogenem Kohlenstoff in Gebäuden zertifiziert werden kann

Der Global Construction C-Sink Standard verifiziert Gebäude und Tiefbauarbeiten, die aus Biomasse gewonnene Kohlenstoffsenken-Materialien (C-Sink) enthalten. Die Biomasse enthält biogenen Kohlenstoff, der darauf beruht, dass CO₂ zuvor durch Photosynthese aus der Atmosphäre entfernt wurde. Diese Biomasse, z.B. Hanf, Stroh, Holz oder Biochar (Pflanzenkohle), wird in das Gebäude eingearbeitet und stellt somit eine Kohlenstoffsenke dar. Jedes verifizierte Bauwerk gilt als C-Sink Unit und kann im öffentlich zugänglichen Global C-Sink Registry registriert werden, wenn alle THG-Emissionen, die durch die Produktion und den Transport der eingebetteten Construction C-Sink Materials verursacht wurden, ausgeglichen wurden.

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Klärschlamm-Biochar als Beton-Zuschlagsstoff

Eine neue Studie ergab, dass eine 5%ige Beimischung von Klärschlammkohle zu Beton das Treibhauspotenzial um 33% reduzierte und eine Druckfestigkeit von 32 MPa erreichte, vergleichbar mit einer Kontrollmischung mit 100% Zement. Diese nachhaltige Alternative verwandelte Klärschlamm von einem Abfallprodukt in eine wertvolle Ressource für das Bauen.

Diese Studie führte einen neuartigen Bewertungsrahmen ein, indem sie die Eigenschaften von Biochar-Beton, Kriterien der Ökobilanz (LCA) und wirtschaftliche Überlegungen mit der Erreichung der Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) verband.

Zitat:

Mekky, K. M., Nasr, M., Sharobim, K., Fujii, M., & Ibrahim, M. G. (2025). Sludge valorization towards sustainable concrete: a biochar-based framework integrating life cycle assessment, and socio-economic impacts. Innovative Infrastructure Solutions, 10(413), 1–14.

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Deutsche Initiative unterstützt klimafreundlichen Reisanbau in Nigeria mit Biochar

Die deutsche Bundesregierung hat in Nigeria ein neues Projekt namens CORE (Carbon Offsetting Rice Emissions) gestartet, das 12.000 kleinbäuerliche Reisbauern unterstützen soll. Diese dreijährige Initiative, die von der GIZ (Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit GmbH) umgesetzt wird, konzentriert sich auf klimafreundliche Praktiken, einschließlich der Verwendung von Pflanzenkohle, um Treibhausgasemissionen zu reduzieren, die Bodengesundheit zu verbessern und Landwirte in die Lage zu versetzen, von den aufstrebenden Kohlenstoffmärkten zu profitieren.

Das dreijährige Projekt wird vom deutschen Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung gefördert und von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit GmbH in Partnerschaft mit Olam Agri umgesetzt.

Foto: freepik

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Kenianisches Start-up setzt erschwingliche und tragbare Solar-Pyrolyseanlage für Landwirte ein

Ein Start-up aus Kenia setzt eine tragbare, solarbetriebene Anlage ein, die landwirtschaftliche Reststoffe in Biochar umwandeln soll. Diese Initiative bietet Kleinbauern eine praktikable und kostengünstige Lösung, um Abfall zu entsorgen und eine wertvolle Bodenverbesserung zu produzieren. Bei der Anlage mit dem Namen PyroTower handelt es sich um eine Retorte, die Sonnenenergie zum Pyrolysieren nutzt.

Der PyroTower ist für eine schnelle Montage ausgelegt und kostet nur 15.000 US-Dollar, was ihn leistbarer macht als viele größere Pyrolysesysteme im industriellen Maßstab. Er lässt sich leicht an verschiedene Orte transportieren und ist in der Lage, landwirtschaftliche Abfälle an einem achtstündigen Arbeitstag zu bis zu 900 Kilogramm Biochar zu verarbeiten.

Bild: Pumbaa80 – http://www.kenyarchives.go.ke/flag_specifications.htm, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=25314189

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Angesäuerte Biochar: Ein Rezept zur Verbesserung der Phosphor-Bioverfügbarkeit

In trockenen Regionen stellen alkalische Sandböden aufgrund der Nichtverfügbarkeit von Nährstoffen eine Herausforderung für die Landwirtschaft dar. Eine Studie von Elbana et al. (2025) untersuchte säuremodifizierte Pflanzenkohle aus Palmwedeln und Guavenzweigen, um die Zugänglichkeit von Nährstoffen zu verbessern. Die Ergebnisse zeigten, dass mit Phosphorsäure behandelte Guaven-Biochar die Phosphorverfügbarkeit erhöhte, während Palmwedel-Biochar für die Kaliumverfügbarkeit überlegen war. Biochar wurde mit Essig- oder Phosphorsäure angesäuert und hinsichtlich ihrer chemischen Eigenschaften, Oberflächenmorphologie und funktionellen Gruppen charakterisiert. Die Ansäuerung verbesserte die Verfügbarkeit von P und K in den untersuchten alkalischen Sandböden, aber dieser Einfluss hing von der Art der Biochar, der chemischen Zusammensetzung und der Inkubationszeit ab.

Zitat:

Elbana, T.A., Bakr, N., Shahin, S.A. et al.: Influence of acidified-biochar on phosphorus and potassium availability in alkaline sandy soil. Sci. Rep. 15, 30504 (2025).

Foto: freepik

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Biochar und Kompost zur Verbesserung versalzter Böden

Eine neue Studie über versalzte Küstenböden ergab, dass eine Mischung aus Biochar und Kompost die elektrische Leitfähigkeit des Bodens um über 51 % und das Natriumadsorptionsverhältnis um fast 64 % reduzierte. Die kombinierte Anwendung (2 % m/m Biochar, 4 % m/m Kompost) erhöhten auch den Nährstoffgehalt und die Enzymaktivität und boten eine vielversprechende Lösung zur Verbesserung von durch Versalzung degradierter Böden

Zitat: Zhou, W.; Xing, S.; Wu, Y.; Zou, R.; Li, S.; Sun, X.; Zhang, H. Exploring the Effects of Biochar and Compost on Ameliorating Coastal Saline Soil. Agronomy 2025, 15, 2093.

Foto: freepik

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Anwendungen von Biochar im Weinbau

In der Weinindustrie, insbesondere in Frankreich, wird Biochar erst von wenigen genutzt. Dieser Artikel ist ein Literaturüberblick über die Verwendung von Biochar im Weinsektor.

In Übereinstimmung mit Studien aus anderen Bereichen scheint der Ursprung der Biomasse (Reben, Schnittholz oder Trebern) bei den Eigenschaften der Biochar eine geringere Rolle zu spielen als die Pyrolysetemperatur: eine höhere Temperatur (>500 °C) verbessert die Mikroporosität und den Anteil an stabilen aromatischen Kohlenwasserstoffen, was zu einer höheren Wasserspeicherkapazität und Langzeit-Stabilität im Boden führt.

Einige wenige Studien kamen zu dem Schluss, dass der Einsatz von Biochar als Bodenverbesserer keine signifikanten oder wirtschaftlich relevanten Auswirkungen hätte. Diese Studien wurden allerdings meist unter Verwendung von nur geringen Dosen, oberflächlich oder auf alkalischen Böden, durchgeführt. Wenn die Biokohle allerdings in der Nähe der Wurzeln in den Boden eingearbeitet wird (in der Regel durch Unterpflügen in einer Tiefe von zirka 30 cm), stellen Studien im Allgemeinen positive Auswirkungen auf viele Bodenparameter (Erhöhung des verfügbaren Wassergehalts, Verringerung der Dichte, Erhöhung des pH-Werts und der Leitfähigkeit, Erhöhung des C-/N-/P-/K-Mineralstoffgehalts – über die direkte Zufuhr von organischem Kohlenstoff aus Biokohle oder durch Adsorption und Verringerung der Auswaschung – Stimulierung der mikrobiologischen Aktivität usw.) sowie Pflanzenparameter fest (weniger Wasserstress, Erhöhung der photosynthetischen Aktivität und des Ertrags). Die klassischen analytischen Parameter der Trauben (pH-Wert, Gesamtsäure, potenzieller Alkoholgehalt, Anthozyane, assimilierbarer Stickstoff) bleiben meist unbeeinflusst.

Dieser Literaturüberblick wurde im Rahmen des PhysioVigne-Projekts erstellt, welches von der Universität Burgund geleitet wurde.

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Review-Paper: Biochar-gestützte Landwirtschaft: Vom gesunden Boden zu gesunden Pflanzen

Die Ausbringung von Biochar auf landwirtschaftliche Böden scheint das vielversprechendste Instrument für das Management der Boden- und Pflanzengesundheit in der Landwirtschaft für die Lebensmittelproduktion zu sein. Biochar induziert Pflanzenresistenz und Wurzelwachstum, deaktiviert Pilztoxine, unterstützt nützliche Mikroorganismen sowie die Veränderung der Bodeneigenschaften, welche die Verfügbarkeit von Wasser und Nährstoffen erleichtern. In dieser Übersichtsarbeit werden Lehren aus den Erfahrungen der Autoren mit der Anwendung von Pflanzenkohle in der Landwirtschaft sowie aus früherer Literatur zusammengefasst, um die Rolle von Pflanzenkohle als „schwarzes Gold“ in der Pflanzenproduktion von der Bodengesundheit bis zur Pflanzengesundheit (Wurzelwachstum, Krankheitsbekämpfung sowie Ertrag und Qualität, letztendlich verbunden mit der Lebensmittelgesundheit) zu verdeutlichen. Diese Übersichtsarbeit liefert Bottom-up-Evidenz für die Entwicklung der Biochar-gestützten Landwirtschaft im Rahmen von ONE Health von Boden-Pflanze-Nahrung und trägt so zur Erreichung der UN-SDG-Ziele bei.

Achtung: der Artikel ist derzeit nur als non-peer-reviewed preprint verfügbar!

Foto: freepik

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Österreichischer Biochar-Day: Vortragstag 6.10.2025

Das Vortrags-Programm des Biochar-Days ist veröffentlicht!

Nutzen Sie die Möglichkeit, sich in einer ganztägigen Veranstaltung über neue Forschungsergebnisse auf nationaler und internationaler Ebene sowie über aktuelle Fortschritte in der Produktion und Anwendung von Biochar / Pflanzenkohle zu informieren und sich mit der Biochar-Community zu vernetzen!

Veranstaltungsort: Österreichische Akademie der Wissenschaften (Sitzungssaal und Aula), Dr. Ignaz Seipel-Platz 2, 1010 Wien

Termin: 6.10.2025, 10.30 – 17 h

Die Teilnahme ist kostenlos und die Verpflegung inkludiert.