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Biochar-Produktion aus Lebensmittelabfällen reduziert CO2-Emissionen und bindet Kohlenstoff

Eine neue Studie der Universität Nottingham zeigt, dass durch die Umwandlung von Lebensmittelabfällen in Pflanzenkohle bis 2030 jährlich 93.000 Tonnen CO₂ eingespart werden könnten.

Der Bericht zeigt, dass die Umwandlung von Gärresten aus Lebensmittelabfällen, einem Rückstand aus der Biogasproduktion, in Biochar eine kostengünstige und klimawirksame Lösung darstellt. Bei der Studie wurden auf 70 % Feuchtigkeit entwässerte Gärreste mit hydrothermaler Karbonisierung (bei 200 °C) vorbehandelt und anschließender pyrolysiert (bei 750 °C).

Jede Tonne Biochar mit einem Kohlenstoffgehalt von etwa 88 % könnte bis zu 1,2 Tonnen CO₂-Äquivalent binden, und eine Standortwahl mit einer gemeinsamen anaeroben Vergärungsanlage, in denen Gärreste von Lebensmittelabfällen anfallen, könnte die Kosten für die Kohlenstoffentfernung unter 100 (britische) Pfund pro Tonne halten. Die Anwendung dieser Pflanzenkohle auf landwirtschaftlichen Böden kann die Bodenfruchtbarkeit und -struktur verbessern und so zu nachhaltigen landwirtschaftlichen Praktiken beitragen.

Wenn dieser Ansatz auf nationaler Ebene in Großbritannien umgesetzt wird und 50 % der prognostizierten verfügbaren Gärreste aus Lebensmittelabfällen verwendet werden, könnten bis 2030 jährlich rund 93.000 Tonnen CO₂ gebunden werden. Um bis 2030 50 % der prognostizierten Gärreste von Lebensmittelabfällen in Großbritannien zu verarbeiten, wären 28 Produktionsanlagen für Biochar mit einer Kapazität von jeweils 20.000 Tonnen pro Jahr erforderlich.

Foto: geraldK / pixabay.com / Pixabay Lizenz

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Umwandlung von Straßenbegleitvegetation in Kohlenstoffeinsparungen: Biochar-Versuch in England

Über die Kohlenstoffmärkte hinaus beweist Biochar ihren vielseitigen Nutzen in immer vielfältigeren Anwendungen. Ein neuer Versuch unter der Leitung von Kier und TerrAffix im Rahmen des A417 Missing Link-Projekts in Gloucestershire testet einen zirkulären Ansatz zur Kohlenstoffreduzierung, indem die am Standort gerodete Vegetation in Biochar umgewandelt wird. Das A417-Projekt in Gloucestershire (A417 ist eine wichtige englische Straßenverbindung) ist ein Beispiel dafür, bei dem die Vegetation von Straßenrändern als Biochar für den Einsatz vor Ort in der Landschaftsgestaltung, bei grünen Brücken (als Ersatz für synthetische Wasserrückhaltegele) und bei Entwässerungssystemen zum Auffangen von Mikroplastik umgewandelt wurde. In einem ersten Versuch wurden 5 t Biochar produziert und vor Ort eingesetzt Die Initiative, die vom Environmental and Wellbeing Designated Fund von National Highways finanziert wird, zielt darauf ab, die Kohlenstoffemissionen zu senken und den Abfall im Straßenbau zu reduzieren. Es ist ein Kreislaufwirtschaftsmodell, das Abfall aufwertet, Artenvielfalt und Bodenfunktionen unterstützt, den Nährstoffkreislauf verbessert und gleichzeitig multifunktionale Umweltvorteile im Bauwesen bietet.

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Review-Artikel über Biochar in Beton: Verbesserung der Festigkeit und Bindung von CO2

Beton, der mit Biochar angereichert ist, bietet doppelte Vorteile und zeigt beeindruckende Gewinne. Die modifizierte Porenstruktur und die verbesserten Hydratationsprodukte tragen zu einer verbesserten Haltbarkeit gegen chemische Angriffe und Frost-Tau-Zyklen bei. Optimale Dosierungen (2-5 % der Zementmasse) erhöhen die Druckfestigkeit um bis zu 76 % und reduzieren die Wasseraufnahme um 41 %, während jeder Kubikmeter bis zu 9,40 kg Kohlendioxid bindet, was einen bedeutenden Schritt in Richtung nachhaltiges Bauen darstellt.

Zitat:

Zhou, Y., Wang, S., & Chen, L. (2025). Progress and prospects of biochar as concrete filler: A review. Alexandria Engineering Journal, 128, 306-323.

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Reduzierung der Stickstoffverluste in der Landwirtschaft mittels Biochar

Eine kürzlich durchgeführte Studie unterstreicht das erhebliche Potenzial von Biochar in der nachhaltigen Landwirtschaft und zeigt eine Reduzierung der Ammoniakverflüchtigung aus tonigen Böden um bis zu 52 % und eine Verringerung der Nitrat-N-Auswaschung um 39 %, wenn Biochar zusammen mit organischen Düngemitteln ausgebracht wird. In sandig-lehmigen Böden wurden N2O-Emissionen um bis zu 25 % reduziert, nicht aber in tonigen Böden.

Insgesamt zeigen die Anwendungen von Biochar ein erhebliches Potenzial zur Minderung von N-Verlusten und zur Verbesserung der N-Nutzungseffizienz. Die Wirksamkeit wird jedoch optimiert, wenn die Biochar-Eigenschaften (z. B. hohe spezifische Oberfläche und angemessenes C/N-Verhältnis) und die Anwendungsstrategien auf bestimmte Bodentypen und N-Quellen zugeschnitten sind.

Zitat:

Kohira, Y., Fentie, D., Lewoyehu, M., Wutisirirattanachai, T., Gezahegn, A., Ahmed, M., Akizuki, S., Addisu, S., & Sato, S. (2025). The Sustainable Management of Nitrogen Fertilizers for Environmental Impact Mitigation by Biochar Applications to Soils: A Review from the Past Decade. Environments, 12(6), 182.

Foto: wikimedia

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Aquakultur mit Biochar-Filter

Ein innovatives rezirkulierendes Aquakultursystem (RAS) mit einem Biochar-Filter kann die Klimaneutralität in der Fischproduktion ermöglichen. In dieser Studie wird die Umweltverträglichkeit der Verwendung von Biochar zur Nährstoffrückgewinnung in rezirkulierenden Aquakultursystemen (RAS) und der Erzeugung einer nährstoffangereicherten Pflanzenkohle für die landwirtschaftliche Nutzung untersucht. Im Rahmen einer prospektiven Ökobilanz (LCA) werden in der Studie zwei verschiedene RAS-Konfigurationen untersucht, eine mit einem konventionellen Biofilter und eine mit dem innovativen Biochar-Filter. Wenn der Biofilter durch einen Pflanzenkohlefilter ersetzt wird und Pflanzenkohle hauptsächlich als Filter erzeugt wird, sind zusätzliche große Auswirkungen aus der Produktion von forstwirtschaftlicher Biomasse und dem Bau einer Pyrolyseanlage mit dem RAS verbunden. Dem wird durch zurückgewonnene Wärme und Nährstoffe nur teilweise entgegengewirkt, aber für die Auswirkungen auf das Klima sind die Vorteile im Zusammenhang mit der C-Sequestrierung beträchtlich.

Zitat:

Behjat, M., Svanström, M., Peters, G., & Wennberg, N. (2025). Life cycle assessment of recirculating aquaculture systems with innovative biochar filter for enhanced nutrient recirculation. Resources, Environment and Sustainability, 21, 100233.

Foto: pixnio – Engbretson Eric

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„Biochar Summit 25“

Brüssel, 10.-11.6.2025

Am 10. und 11. Juni findet in Brüssel eine der wichtigsten Biochar-Veranstaltungen des heurigen Jahres statt, auf der BiocharforscherInnen, BranchenexpertInnen und politische EntscheidungsträgerInnen die neuesten Fortschritte und Herausforderungen auf diesem Gebiet zu diskutieren.

Als Schlüsselthemen werden die Rolle von Pyrolyse und Biochar bei Luft-, Boden- und Wassersanierung sowie in den Wertschöpfungsketten der Stahlindustrie und Metallurgie behandelt. In Diskussionen über Materialanwendungen wird die Verwendung von Biochar in den Bereichen Bauwesen, Kunststoffe, Polymere, und Batterietechnologien untersucht. Weitere Sessions haben die Biochar-Analytik, regulatorische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen, Umweltauswirkungen, Verbesserung der Land- und Biomassenutzung sowie Energie- und Klimaauswirkungen zum Inhalt.

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Biochar in Isolierschäumen

Carbon Cell hat es sich zur Aufgabe gemacht, eine nachhaltige Alternative zu herkömmlichen Schaumstoffen auf Polymerbasis zu bieten. Da der neue Schaum von Carbon Cell aus Biopolymeren und aus Pflanzenkohle hergestellt wird, ist das Produkt von Carbon Cell kohlenstoffnegativ und kompostierbar.

Der Isolierschaum verfügt über eine wettbewerbsfähige Wärmeleitfähigkeit und ist dreimal stärker als EPS (expandiertes Polystyrol) und andere biobasierte Alternativen. Er bietet eine vergleichbare Schalldämmung wie EPS-Schaum. Der Carbon Cell-Schaum kann in einer Vielzahl von Anwendungen eingesetzt werden, von der Verpackung bis zum Bauwesen.

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Komposit-Material mit 4 % Biochar zur elektromagnetischen Abschirmung

Ein Kompositmaterial mit 4 % Biochar aus Wassermelonenschalen und mit 30 % Silan-modifizierter Muskatnussfaser zeigte eine verbesserte Abschirmung von elektromagnetischer Interferenz gegenüber einfachen Vinylester-Kompositen. Der Biochar-Anteil verbesserte den Ladungstransport und die Mehrfachreflexionen und optimierte die Wellendämpfung optimiert. Aufgrund dieser Eigenschaften kann das neue Kompositmaterial in den meisten Branchen für elektrische und elektronische Geräte wie Raumfahrzeuge, Kommunikation, Navigation, Medizin, Automobil und Informationstechnologie usw. eingesetzt werden.

Zitat:

Kanchana, K., Anoop, K. J., Vinod, V. P., Kavitha, K. K., & Kathiravan, M. N. (2025). Electromagnetic shielding effectiveness of surface modified porous watermelon rinds biochar nutmeg short fibre reinforced lightweight vinyl ester biocomposite. J Mater Sci: Mater Electron, 36(830). DOI: 10.1007/s10854-025-14878-w

Foto: pixabay.com

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Australien: aus invasiven Mesquite-Büschen wird Biochar

Biomass Projects entwickelt eines der größten Projekte zur CO2-Entfernung durch Biochar, das bis 2028 ein jährliches Entnahmevolumen von 500.000 Tonnen CO2 erreichen soll.

Carbonfuture MRV+ bietet eine strenge Due-Diligence-Prüfung, eine präzise Nachverfolgung und eine nahtlose Erleichterung der Verifizierung und Zertifizierung durch Dritte in großem Maßstab.

Das Projekt bietet ökologische und kulturelle Vorteile, indem es invasive Mesquite-Büsche entfernt, um Ökosysteme wiederherzustellen und den Grundwasserspiegel anzuheben, wodurch traditionelle Eigentümer in Westaustralien Zugang zu kulturell bedeutsamen Stätten erhalten und diese pflegen können.

Carbonfuture verbindet Biomass Projects Australia mit Käufern und erleichtert den Verkauf von hochwertigen Gutschriften zur Kohlenstoffentfernung.

Das Projekt bringt erhebliche ökologische und soziale Vorteile mit sich. Durch die Entfernung invasiver Mesquite-Biomasse sollen sich natürliche Lebensräume regenerieren können. Diese ökologische Wiederherstellung ermöglicht es den traditionellen Eigentümern auch, heilige Stätten zu betreten und zu pflegen – Orte, die eng mit kulturellen Praktiken, Ahnengeschichten und spiritueller Identität verbunden sind. Diese Stätten, die durch das Gesetz und die Tradition der Aborigines geschützt sind, sind von zentraler Bedeutung für das kulturelle Erbe der Region.

Foto: rawpixel.com

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Kombinierte Produktion von Biochar und Schiffs-Treibstoffen

Der Biokraftstoff von MASH Makes wird durch Pyrolyse hergestellt, bei der landwirtschaftliche Reststoffe in erneuerbare Energie umgewandelt werden. Er ist vergleichbar mit ISO 8217 Schiffskraftstoffnormen und als Drop-in-Kraftstoff für die Schifffahrtsindustrie konzipiert.

Für jede Tonne produzierten Biokraftstoffs erzeugt MASH Makes außerdem 1,8 Tonnen Biochar.

Das Unternehmen arbeitet nun mit dem Maersk Mc-Kinney Møller Center for Zero Carbon Shipping zusammen, um zu demonstrieren, wie die Lebenszyklusmethodik des Zentrums auf seinen Biochar- und Biokraftstoffpfad angewendet werden kann. Die Zusammenarbeit konzentriert sich auf die Bewertung der Gesamtsystememissionen und die Untersuchung, wie Nebenprodukte wie Biochar – mit Potenzial zur Kohlenstoffentfernung – transparent bilanziert werden können und wie dies zu den Zielen der maritimen Dekarbonisierung beiträgt.

Die Produktionsanlage von MASH Makes in Karnataka, Indien, verarbeitet derzeit jährlich 23.700 Tonnen landwirtschaftliche Abfälle und produziert 3.400 Tonnen Bioöl. Eine zweite Anlage, die sich im Bau befindet, wird die Kapazität verdreifachen. Das Ziel: bis 2040 über eine Gigatonne CO₂ zu entfernen.