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Biochar und Kompost zur Verbesserung versalzter Böden

Eine neue Studie über versalzte Küstenböden ergab, dass eine Mischung aus Biochar und Kompost die elektrische Leitfähigkeit des Bodens um über 51 % und das Natriumadsorptionsverhältnis um fast 64 % reduzierte. Die kombinierte Anwendung (2 % m/m Biochar, 4 % m/m Kompost) erhöhten auch den Nährstoffgehalt und die Enzymaktivität und boten eine vielversprechende Lösung zur Verbesserung von durch Versalzung degradierter Böden

Zitat: Zhou, W.; Xing, S.; Wu, Y.; Zou, R.; Li, S.; Sun, X.; Zhang, H. Exploring the Effects of Biochar and Compost on Ameliorating Coastal Saline Soil. Agronomy 2025, 15, 2093.

Foto: freepik

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Anwendungen von Biochar im Weinbau

In der Weinindustrie, insbesondere in Frankreich, wird Biochar erst von wenigen genutzt. Dieser Artikel ist ein Literaturüberblick über die Verwendung von Biochar im Weinsektor.

In Übereinstimmung mit Studien aus anderen Bereichen scheint der Ursprung der Biomasse (Reben, Schnittholz oder Trebern) bei den Eigenschaften der Biochar eine geringere Rolle zu spielen als die Pyrolysetemperatur: eine höhere Temperatur (>500 °C) verbessert die Mikroporosität und den Anteil an stabilen aromatischen Kohlenwasserstoffen, was zu einer höheren Wasserspeicherkapazität und Langzeit-Stabilität im Boden führt.

Einige wenige Studien kamen zu dem Schluss, dass der Einsatz von Biochar als Bodenverbesserer keine signifikanten oder wirtschaftlich relevanten Auswirkungen hätte. Diese Studien wurden allerdings meist unter Verwendung von nur geringen Dosen, oberflächlich oder auf alkalischen Böden, durchgeführt. Wenn die Biokohle allerdings in der Nähe der Wurzeln in den Boden eingearbeitet wird (in der Regel durch Unterpflügen in einer Tiefe von zirka 30 cm), stellen Studien im Allgemeinen positive Auswirkungen auf viele Bodenparameter (Erhöhung des verfügbaren Wassergehalts, Verringerung der Dichte, Erhöhung des pH-Werts und der Leitfähigkeit, Erhöhung des C-/N-/P-/K-Mineralstoffgehalts – über die direkte Zufuhr von organischem Kohlenstoff aus Biokohle oder durch Adsorption und Verringerung der Auswaschung – Stimulierung der mikrobiologischen Aktivität usw.) sowie Pflanzenparameter fest (weniger Wasserstress, Erhöhung der photosynthetischen Aktivität und des Ertrags). Die klassischen analytischen Parameter der Trauben (pH-Wert, Gesamtsäure, potenzieller Alkoholgehalt, Anthozyane, assimilierbarer Stickstoff) bleiben meist unbeeinflusst.

Dieser Literaturüberblick wurde im Rahmen des PhysioVigne-Projekts erstellt, welches von der Universität Burgund geleitet wurde.

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Review-Paper: Biochar-gestützte Landwirtschaft: Vom gesunden Boden zu gesunden Pflanzen

Die Ausbringung von Biochar auf landwirtschaftliche Böden scheint das vielversprechendste Instrument für das Management der Boden- und Pflanzengesundheit in der Landwirtschaft für die Lebensmittelproduktion zu sein. Biochar induziert Pflanzenresistenz und Wurzelwachstum, deaktiviert Pilztoxine, unterstützt nützliche Mikroorganismen sowie die Veränderung der Bodeneigenschaften, welche die Verfügbarkeit von Wasser und Nährstoffen erleichtern. In dieser Übersichtsarbeit werden Lehren aus den Erfahrungen der Autoren mit der Anwendung von Pflanzenkohle in der Landwirtschaft sowie aus früherer Literatur zusammengefasst, um die Rolle von Pflanzenkohle als „schwarzes Gold“ in der Pflanzenproduktion von der Bodengesundheit bis zur Pflanzengesundheit (Wurzelwachstum, Krankheitsbekämpfung sowie Ertrag und Qualität, letztendlich verbunden mit der Lebensmittelgesundheit) zu verdeutlichen. Diese Übersichtsarbeit liefert Bottom-up-Evidenz für die Entwicklung der Biochar-gestützten Landwirtschaft im Rahmen von ONE Health von Boden-Pflanze-Nahrung und trägt so zur Erreichung der UN-SDG-Ziele bei.

Achtung: der Artikel ist derzeit nur als non-peer-reviewed preprint verfügbar!

Foto: freepik

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Österreichischer Biochar-Day: Vortragstag 6.10.2025

Das Vortrags-Programm des Biochar-Days ist veröffentlicht!

Nutzen Sie die Möglichkeit, sich in einer ganztägigen Veranstaltung über neue Forschungsergebnisse auf nationaler und internationaler Ebene sowie über aktuelle Fortschritte in der Produktion und Anwendung von Biochar / Pflanzenkohle zu informieren und sich mit der Biochar-Community zu vernetzen!

Veranstaltungsort: Österreichische Akademie der Wissenschaften (Sitzungssaal und Aula), Dr. Ignaz Seipel-Platz 2, 1010 Wien

Termin: 6.10.2025, 10.30 – 17 h

Die Teilnahme ist kostenlos und die Verpflegung inkludiert.

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Österreichischer Biochar-Day: Exkursionstag 7.10.2025

Anmeldungen für den Exkursionstag im Rahmen des Österreichischen Biochar-Days sind ab sofort möglich! Die Teilnahme ist kostenlos (Ausnahme: Verpflegung).

Die Teilnehmerzahl ist begrenzt – first come, first serve!

Anmeldung durch formloses Mail an gerhard.soja@boku.ac.at

Vorläufiges Programm:

Dieser Exkursionstag wird durch eine Spende der Österreichischen Nationalbank (OeNB) ermöglicht! 

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Scientists4Future-Experten-Webtalk: Pflanzenkohle in der Landwirtschaft

Mittwoch, 17.9.2025, 19:30 – 21:00

Vier Experten mit langjähriger Erfahrung in der Biochar-Branche (Gerald Dunst, August Raggam, Hans-Peter Schmidt, Gerhard Soja) stellen sich unter der Moderation von Thomas Lewis den Fragen aus dem Publikum.

Schwerpunktthema ist die Nutzung von Pflanzenkohle in der Landwirtschaft. In dem Talk wird auf mögliche Missverständnisse eingegangen und der Lebenszyklus der Kohle von der Herstellung bis hin zu ihren Einsatzmöglichkeiten diskutiert. Schlüsselfragen und konkrete Einwände werden ebenso beleuchtet, so etwa die Frage nach der Bezugsquelle der Rohstoffe, nach den Akteuren und nach der Finanzierung sowie natürlich die zentrale Frage nach der Wirksamkeit der Methode.

In den Wochen nach der Veranstaltung wird der Videomitschnitt auf Youtube gestellt.

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Kommentierungsmöglichkeit eines Entwurfs für EU-Zertifizierungs-Regeln für die Kohlenstoff-Bindung mittels Biochar

Diese Initiative legt Methoden zur Zertifizierung von Aktivitäten zur Kohlenstoffentfernung fest, bei denen aus der Atmosphäre abgeschiedenes CO2 dauerhaft gespeichert wird. Für folgende 3 Technologien werden die technischen Details für die Anrechenbarkeit der Kohlenstoffentfernung festgelegt:

  • Direkte Kohlenstoffabscheidung und -speicherung aus der Luft (DACCS),
  • Kohlenstoffabscheidung und -speicherung nach Verbrennung von Biomasse (BioCCS),
  • Produktion von Biochar / Pflanzenkohle.

Das zu kommentierende Dokument ist in einen Entwurf einer delegierten Verordnung sowie einen Annex gegliedert, der die technischen Details enthält.

Der Entwurf des Rechtsakts kann bis 22.9.2025 begutachtet werden. Die Rückmeldungen werden bei der Fertigstellung der Initiative (laut EU-Homepage) berücksichtigt und auf der Website veröffentlicht, müssen bestimmten Feedback-Regeln entsprechen und erfordern eine vorherige Registrierung oder Nutzung eines existierenden Social-Media-Kontos.

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Österreich: CO₂-speichernder Radweg mit „grünem Asphalt“ entsteht in Pamhagen

Das Projekt ist eine Kooperation der Wirtschaftsagentur Burgenland Forschungs- und Innovations GmbH, dem Land Burgenland und der PORR Bau GmbH. Strategische Partner sind das Seemanagement Burgenland, die Firma Sonnenerde in Riedlingsdorf sowie die Montanuniversität Leoben. Projektleiter ist Martin Zloklikovits, Forschungskoordinator des Landes Burgenland.

In Pamhagen wurde ein 1-Kilometer langes Stück Radweg mit sogenanntem „grünen Asphalt“ eingedeckt. Sprich: Zum Asphalt wurden zwischen zwei und vier Prozent an Pflanzenkohle, in diesem Fall hergestellt aus Altschilf, beigemengt. Die Produktion, Mischung und der Bau erfolgen im Asphalt-Mischwerk der PORR Bau GmbH in Pamhagen. Ein Jahr wird jetzt evaluiert wie die Asphaltdecke unter realen Bedingungen, sprich wenn die Radfahrer ihn benutzen und wenn Wind, Regen, Sonne, Eis und Schnee sie belasten, reagiert.

Foto – https://www.publicdomainpictures.net/en

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Österreich tritt mit BEST als nationalem Delegierten dem IEA Bioenergy Task 34 bei

Österreich beteiligt sich durch die BEST Bioenergy and Sustainable Technologies GmbH für das neue Triennium 2025-2027 wieder an der IEA Bioenergy Task 34 zur direkten thermochemischen Verflüssigung. IEA ist die Internationale Energie-Agentur (https://www.iea.org/ ); Task 34 besteht aus einem internationalem Expertennetzwerk von Forscherinnen und Forschern, welche die Förderung und Kommerzialisierung von Bioenergie durch Biomasseverflüssigung unterstützen. Zu diesen Technologien zählt auch die Pyrolyse zur Produktion von Biochar.

Die nationale Delegation wird von Dr. Elisabeth Wopienka und Dr. Manuel Schwabl geleitet, die sich auch die Leitung der Arbeitsgruppe Thermochemische Technologien teilen. Gemeinsam koordinieren sie die nationalen Interessen Österreichs und das Engagement von Stakeholdern in den Bereichen Pyrolyse, Biochar- und Bioölproduktion sowie die Integration dieser Technologien in nachhaltige Energiesysteme.

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Studie: Markthochlauf von CDR (Carbon Dioxide Removal) in Deutschland

Damit CO₂-Entnahme in Deutschland gelingt, sind gezielte politische und finanzielle Maßnahmen erforderlich. Die Studie „Investitionsbedarf und Unterstützungsmechanismen für die Skalierung von CDR in Deutschland und Europa“ von DVNE (Deutscher Verband für negative Emissionen e.V.) und Boston Consulting Group (BCG) liefert geprüfte, konkrete Handlungsoptionen.

Die Studie zeigt Fördermöglichkeiten auf, identifiziert strategische Einstiegspunkte in das EU-ETS und skizziert, wie ein glaubwürdiger, investitionsfähiger CDR-Markt gestaltet werden kann. Wenngleich die Studie auf die Rahmenbedingungen in Deutschland fokussiert ist, haben viele der Empfehlungen auch für Österreich Gültigkeit.

Zu den Vorschlägen zählt auch die Betonung der Methodenvielfalt für durchführbare Lösungen. Ein diversifiziertes Portfolio sollte aus einer Toolbox von naturbasierten und technischen Verfahren bestehen:

  • Biochar Carbon Removal (BCR, Pflanzenkohle)
  • Direkte CO₂-Abscheidung und -Speicherung aus der Luft (engl. Direct Air Carbon Capture and Storage, kurz DACCS)
  • Bioenergie mit CO₂-Abscheidung und -Speicherung (engl. Bioenergy with Carbon Capture and Storage, kurz: BECCS)

Beschleunigte Gesteins-Verwitterung (engl. Enhanced Rock Weathering, kurz: ERW)