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Aus schottischen Christbäumen wird Biochar

Die jährliche Christbaum-Recycling-Aktion in Schottland, eine Zusammenarbeit zwischen Strathcarron Hospice (eine lokale Wohltätigkeitsorganisation) und Sustainable Thinking Scotland CIC (ein Sozialunternehmen), zeigt ein robustes Modell für integrierte Kreislaufwirtschaft. Diese Initiative soll zwei Hauptziele erreichen: die Schaffung wichtiger Mittel für die Hospizpatientenversorgung und die Lenkung saisonaler Biomasseabfälle in Richtung eines hochwertigen, kohlenstoffspeichernden Endprodukts – Biochar. Durch die Integration logistischer Planung der Chrstbaum-Sammlung mit innovativer Biomasseverarbeitung zu Biochar haben die Organisationen ein erfolgreiches, gemeinschaftsorientiertes System für die Nutzung gebrauchter Christbäume nach den Feiertagen im Forth Valley, einer Region in Zentral-Schottland, etabliert.

Foto: pngall.com

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Orbital Biocarbon sichert sich Investition für den Ausbau der Klärschlamm-Pyrolyse

Orbital Biocarbon, ein Startup zur Klärschlammverarbeitung, das die Pyrolysetechnologie von PYREG nutzt, hat die Investitionen gesichert, um die Entwicklung von Klärschlammbehandlungsanlagen zu beschleunigen. Diese Nachricht kommt zu einem Zeitpunkt, da die Region mit begrenzten Entsorgungskapazitäten und wachsenden Bedenken hinsichtlich PFAS-Kontamination konfrontiert ist.

Das System von Orbital wandelt getrockneten Klärschlamm in Klärschlammkohle um und zerstört dabei PFAS sowie andere organische Schadstoffe. Die erste Anlage des Unternehmens, die sich derzeit in der Nähe von Pittsburgh befindet, soll jährlich bis zu 14.400 feuchte Tonnen Schlamm verarbeiten und etwa 1.700 Tonnen Biokohle produzieren. Weitere Anlagen könnten um ein Vielfaches vergrößert werden, um der regional wachsenden Nachfrage gerecht zu werden.

Mehr als die Hälfte des Klärschlamms wird derzeit als Dünger auf landwirtschaftlichen Flächen in den USA verteilt. Der Rest wird laut US-EPA deponiert, verbrannt oder in Kompostierungsprozessen verwendet. In diesem Jahr (2025) haben mindestens ein Dutzend US-Bundesstaaten PFAS-bezogene Beschränkungen zur Klärschlammentsorgung diskutiert. Maine war der erste Bundesstaat, der die landwirtschaftliche Anwendung von Schlamm verbot, doch das Gesetz löste eine Entsorgungskapazitätskrise aus, nachdem der größte Deponiebetreiber des Bundesstaates, Casella Waste Systems, erklärte, er könne das Material nicht annehmen.

Foto: umweltbundesamt.de

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Gleichzeitige Entfernung von Schwermetallen und organischen Schadstoffen aus Abwasser mit modifizierter Biochar

Diese Übersicht untersucht die gleichzeitige Entfernung von Schwermetallen und organischen Schadstoffen aus Abwasser durch funktionalisierte Biochar. Erstens werden die Sanierungseffizienz, Mechanismen und praktische Anwendungen von modifizierter Biochar für komplexe Verschmutzungsmatrices in wässrigen Umgebungen untersucht. Zweitens werden physikochemische Prozesse aufgeklärt, welche die gleichzeitige Schadstoffaufnahme durch oberflächenmodifizierte Kohlenstoffarchitekturen steuern. Drittens wird die Leistung in verschiedenen Abwasserbehandlungsszenarien bewertet und die Realisierbarkeit des Einsatzes in der Umwelt bewertet.

Zitat:

Wang, N. et al. (2025). Engineered biochar for simultaneous removal of heavy metals and organic pollutants from wastewater: mechanisms, efficiency, and applications. Biochar X, DOI: 10.48130/bchax-0025-0008. 

Foto: geograph.org.uk

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Biochar-Modifikation ermöglicht Nitratentfernung aus Wasser

Nitratkontamination im Wasser ist ein globales Problem, aber modifizierte Biochar aus Raps-Stängel bietet eine nachhaltige und kostengünstige Lösung zur Nitratentfernung.

Der Zeitpunkt der chemischen Modifikation ist der wichtigste Faktor, um Biochar zu einem effektiven Adsorbens zu machen. Die Modifikation der Biochar mit Aluminium nach dem ersten Erhitzungsprozess erzeugt die beste Struktur und Chemie zum Binden von Nitrat. Nicht-lineare machine-learning-Modelle können vorhersagen, wie gut die Biochar das Wasser unter verschiedenen Bedingungen reinigen wird. Die effektivste Biochar kann mehrfach wiederverwendet werden und behält den Großteil ihrer Reinigungsfähigkeit.

Zitat:

Hafshejani L.D. & Saeidinia M.: Integrating chemical modification pathways and machine learning for optimization of nitrate removal by rapeseed (Brassica napus L.) biochar. Scientific Reports (2025).

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Qatar: Guerilla-gardening mit Biochar: Samenbomben als Souvenir des FIFA Arab Cup 2025

Der Qur’anic Botanic Garden in Qatar entwickelte Biochar-angereicherte Samenbomben für den FIFA Arab Cup 2025 (1.-18.12.2025). Durch die Vermischung von Biochar mit katarischem Ton verringerte das Team das Gewicht der Samenbomben und verbesserte die Samenkeimfähigkeit. Auf diese Weise wurde ein leichtes, pflanzbares Souvenir geschaffen, das auf ökologische Nachhaltigkeit bei einem großen Fußball-Event hinweist.

Im Einklang mit seiner Mission, Qatars natürliches Erbe zu betonen und die Öffentlichkeit für Umweltkonzepte zu begeistern, arbeitete der Botanische Garten mit einem Designbüro zusammen, um eine „Schlammkugel“ (Samenbombe) mit Basilikumsamen zu entwerfen. Diese Initiative diente sowohl als Souvenir für Fans als auch als funktionales Pflanzmedium. Das Projekt unterstreicht das Bekenntnis, kulturelles Erbe mit ökologischem Bewusstsein bei einem großen internationalen Sportereignis zu verbinden.

Foto: pngimg.com

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Kanada: Validierung von Biochar-Anwendungen im Gartenbau und Bodenmanagement

Assiniboine College, ein öffentliches College in Manitoba / Kanada, hat seine Arbeiten in der angewandten Forschung zur nachhaltigen Landwirtschaft intensiviert. Die Institution führt derzeit Studien zu Biochar als Torfalternative im Gartenbau und als Bodenverbesserungsmittel zur Erosionskontrolle an landwirtschaftlichen Hanglagen durch.

Eine Initiative, „Waste-Derived Alternatives for Peat-Reduced Growing Media“, kombiniert Biochar zusammen mit Holzfasern und anderen landwirtschaftlichen Reststoffen, um neue Substrate als Torfersatz im Gartenbau zu etablieren. Darüber hinaus testet das College Biochar-Anwendungen in Pellet- und Pulverformen, um Bodenerosion an steilen Ackerflächen zu verringern.

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27.11.2025 – Schweiz: CharNet bietet Informationsaustausch zur Pyrolyse von Siebüberläufen

Der Schweizer Biochar-Fachverband CharNet organisiert am

Donnerstag, 27.11.2025, 16.00 –17.15 Uhr

einen offenen Informationsaustausch zum Thema Siebüberläufe. Ursprünglich nur für CharNet-Mitglieder gedacht, wird auf Anfrage aber auch die Teilnahme von Nicht-Mitgliedern ermöglicht (Mail an: info@charnet.ch )

Programm:

  • Kurzpräsentation Niko Hagemann, Agroscope: Resultate des Forschungsprojekts zur Pyrolyse von Siebüberläufen
  • Kurzpräsentation Johanna Kestler, IWB: Herausforderungen in der Praxis und Lösungsansätze 
  • Diskussion im Plenum

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2. 12. 2025 – Was bedeutet die Europäische Entwaldungsverordnung (EUDR) für die Lieferketten von Pflanzenkohle?

am Dienstag, den 2. Dezember, von 11:00 bis 12:00 Uhr

lädt German Biochar zu einer exklusiven Diskussionsrunde über die bevorstehende Europäische Entwaldungsverordnung (EUDR) ein.

 Die Veranstaltung wird von Florentin Morick (Brüning Group) moderiert. Er gibt einen kompakten Überblick darüber,

• welche Inhalte und Ziele die EUDR verfolgt,

• wie sie die Lieferketten von Pflanzenkohle beeinflusst,

• und welche konkreten Schritte erforderlich sind, um die neuen Vorgaben einzuhalten.

Im Anschluss an den Vortrag gibt es die Möglichkeit, in einer offenen Gesprächsrunde Erfahrungen einzubringen und Fragen zu stellen.

Foto: freepik.com

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Permanenz von Biochar im Boden – ein Fachartikel als Policy-Kommentar

Die nicht zuletzt seitens der EU vorangetriebenen Bemühungen, einen homogenisierten Markt für CO2-Zertifikate für die Entfernung von CO2 aus der Atmosphäre oder aus Abgasen zu etablieren, hat bezüglich Biochar Diskussionen über die verlässlichsten Berechnungsmethoden des im Boden verbleibenden Kohlenstoffs angeheizt. Gegenwärtig stehen zwei Verfahren zur Diskussion:

a) ein algorithmen-getriebenes Verfahren bezieht Biochar-Charakteristika sowie Boden- und Umweltparameter für die Dauerhaftigkeit des Kohlenstoffs im Boden ein,

b) ein aus der Charakterisierung fossiler Kohle übernommenes Verfahren bestimmt durch Reflexionsmessungen den Inertinit-Anteil, der als sehr langfristig stabil und vollständig abbauresistent angesehen wird.

Während in den aktuellen Verhandlungen für die CRCF-Methodik derzeit beide Verfahren noch als gleichwertig angesehen werden, argumentieren Schmidt et al. für die Präferenz einer algorithmischen Berechnungsmethode für die Dauerhaftigkeit des Biochar-Kohlenstoffs im Boden. Sie sehen die Unterschiede zwischen einer fossilen Kohle und einer den variablen (abbauenden ebenso wie stabilisierenden) Bodenbedingungen ausgesetzten Biochar als zu gravierend an, als dass die beiden Verfahren der C-Permanenz-Bewertung als gleichwertig angesehen werden können. Sie empfehlen Vorsicht bei der Festsetzung von Standards und schlagen die Verbesserung von Biochar-Abbaumodellen mit ausreichenden Sicherheitsmargen unter konservativen Annahmen vor. Allerdings gehen die AutorInnen kaum auf die bereits existierenden Vorschläge in diese Richtung ein und diskutieren nicht die möglichen Auswirkungen auf den freiwilligen Kohlenstoff-Markt und auf die CRCF-Verordnung.

Zitat:

Schmidt, H.-P. et al.: Biochar Permanence—A Policy Commentary. Global Change Biology Bioenergy 17(12), e70092, 2025.

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Globaler C-Sink-Standard für Baumaterialien verfügbar

Der Global Construction C-Sink Standard überprüft Gebäude und Bauwerke, die kohlenstoffspeichernde Materialien (C-Sink-Materialien) aus Biomasse enthalten.

Entwickelt in Zusammenarbeit mit dem Ithaka Institute for Carbon Strategies und OPENLY, kann der Construction C-Sink Standard breit im gesamten Bausektor angewendet werden. Alle Gebäude, die biomassebasierte Materialien wie Hanf, Stroh, Biochar und andere enthalten, können als Kohlenstoffsenken (C-Senken) zertifiziert werden.

Das erste Carbon Sink-Zertifikat gemäß dem Global Construction C-Sink Standard wurde bereits herausgegeben.