Im Artikel „Potential for biochar carbon sequestration from crop residues: A global spatially explicit assessment” zeigen Karan et al., wie die globale Verteilung und die Menge von Ernterückständen aussieht, welche zur Pflanzenkohle-Produktion verwendet werden könnte. Die Autoren berechnen, dass unter Berücksichtigung der derzeitigen Nutzung der Ernterückständen in der Tierhaltung (Stroh etc.) und zur Vermeidung von Bodenverschlechterung noch etwa 0,5 Mrd. Tonnen pro Jahr an Kohlenstoff zur Verfügung stehen. Dies sind etwa 21 % des gesamten Potentials an Ernterückständen. Bei Pyrolyse des nachhaltig nutzbaren Anteils der Ernterückstände zu Pflanzenkohle könnten damit jährlich 1.25-2.64 Mrd. Tonnen an CO2-Äquivalenten gebunden werden, was 3-7 % der globalen jährlichen CO2-Emissionen entspricht.
Im Artikel „Biomass residue to carbon dioxide removal: quantifying the global impact of biochar” beziehen Lefebvre et al. nicht nur Ernterückstände, sondern auch Reststoffe aus der Forstwirtschaft, Tierhaltung und Abwasserbehandlung ein. Die Studie berücksichtigt die länderweise unterschiedlichen Verfügbarkeiten von Biomasse sowie die unterschiedlichen klimatischen Bedingungen, welche auf den Anteil des nach 100 Jahren im Boden noch vorhandenen Kohlenstoffs Einfluss nehmen. Diese 100-jährige Kohlenstoff-Permanenz wird mit mindestens 76 % in tropischen Regionen und bis zu 94 % in hohen Breitengraden angenommen. Unter Einbeziehung der Daten von 155 Ländern kommen die AutorInnen zum Schluss, dass ca. 6 % der globalen Treibhausgas-Emissionen dieser Länder durch Pflanzenkohle wieder aus der Atmosphäre entfernt werden könnten.
