Das internationale Normungskomitee ISO/TC 238 „Solid biofuels and pyrogenic biocarbon“ hielt seine diesjährige Tagung vom 22. bis 26. Juni 2026 in Berlin im Konferenzzentrum des Deutschen Instituts für Normung e.V. (DIN) ab. Es nahmen rund 70 Delegierte und Gäste aus 17 Ländern fast aller Kontinente teil.
Das Gremium erarbeitet seit 2007 Normen zu biogenen Festbrennstoffen und stellt damit u. a. die Grundlage der etablierten Zertifizierung von Holzpellets bereit. 2024 wurde der neue Bereich pyrogener Biokohlen hinzugefügt, in dem aktuell auch die Hauptaktivitäten stattfinden. In der Woche tagten alle Arbeitsgruppen, in denen Normen zur Terminologie, zu Klassifikationen und Spezifikationen, zur Probenahme, zu Sicherheitsaspekten sowie die Analysennormen erarbeitet werden. In der abschließenden Plenarsitzung am Freitag wurde u. a. die Erstellung mehrerer neuer bzw. Anpassung bestehender Normen für die pyrogenen Biokohlen beschlossen. Die Terminologie sowie Normen zur Spezifikation und Klassifikation pyrogener Biokohlen werden bereits seit der letzten Tagung in Tokio 2025 intensiv bearbeitet und machten in der Woche gute Fortschritte, so dass im kommenden Jahr mit der Veröffentlichung zu rechnen ist.
Unter den neu gestarteten Normungsvorhaben gehören die Bestimmung der Stabilität pyrogener Biokohlen mittels Messung der Random reflectance und des Inertinite-Anteils, die Proximate- und Ultimate-Analysen, Selbsterhitzung pyrogener Biokohlen sowie die elektrische Leitfähigkeit pyrogener Biokohlen im Feststoff. Für die letztgenannte Norm ist der Projektleiter Dr. Volker Zelinski, Leiter des Labors für Brennstoff- Boden- und Umweltanalytik der Fakultät Ressourcenmanagement der HAWK in Göttingen. Er ist ebenfalls Projektleiter für die ISO/TS 17222-1 zur allgemeinen Spezifikation pyrogener Biokohlen.
