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EIP-AGRI Operational Group entwickelt Zertifizierungsstandard für Senken auf Biochar-Basis

Die schwedische EIP-AGRI Operational Group ‘Carbon Credits with Biochar’ verwandelt klimatische Herausforderungen in bioökonomische Chancen. Sie bauen einen Markt auf, auf dem Land-/Forstwirte Geld für die Speicherung von Kohlenstoff im Boden mit Biochar aus Waldabfällen verdienen. Das Projekt verbindet technische, ökologische und marktwirtschaftliche Ansätze, um ein zertifiziertes Emissionsgutschriftensystem zu schaffen. 

Diese EIP-AGRI-Arbeitsgruppe leistet Pionierarbeit bei der Entwicklung eines Zertifizierungssystems für Emissionsgutschriften unter Verwendung von Pflanzenkohle. Als Ziel soll ein zertifizierter und praktikabler nationaler Zertifizierungsstandard für Senken auf Biochar-Basis zu etablieren, der es ermöglicht, Land- und Forstwirte für die Bindung von Kohlenstoff in den Böden zu entschädigen. Gleichzeitig soll ein verifiziertes System den Unternehmen ermöglichen, diese lokalen, transparenten und langfristigen carbon credits zu kaufen.“ Damit wird eine Verbindung zwischen der Nutzung forstlicher Biomasse, dem Klimaschutz und einer nachhaltigen Forst- und Landwirtschaft hergestellt sowie ein finanzieller Ausgleich für Waldbesitzer und Landwirte ermöglicht.

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Vereinbarung über >1 Mio. t CO2 Biochar Carbon Removal zwischen Microsoft, Exomad Green und Carbonfuture

Eines der bisher deutlichsten Signale für die Bedeutung von Biochar in der Klimawandel-Abschwächung: zwischen Microsoft, Exomad Green (einer der weltweit größten Anbieter von BCR-Gutschriften (Biochar Carbon Removal)) und Carbonfuture wurde ein 10-Jahres-Vertrag über 1,24 Millionen Tonnen CO2-Entfernung unterzeichnet. Das ist der bisher größte Deal zur Entfernung von atmosphärischem Kohlenstoff mittels Biochar. Jede Tonne wird mit Carbonfuture MRV+ nachverfolgt, und das Projekt bringt 250.000+ Menschen in bolivianischen Gemeinden zusätzliche Vorteile. Das Projekt zeigt, dass die Kohlenstoffentfernung im industriellen Maßstab mit hoher Integrität bereits im Gange ist.

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Novocarbo und Hansa Asphalt starten Pilotprojekt für kohlenstoffspeichernden Biochar-Asphalt

In Norddeutschland zeigt ein neuer Ansatz im Straßenbau, wie Infrastruktur eine Rolle beim Klimaschutz spielen kann. Die Novocarbo GmbH, ein führender Anbieter von Technologien zur Kohlenstoffentfernung, hat sich mit der Hansa Asphalt GmbH zusammengetan, um eine neuartige Asphaltmischung zu testen, die Biochar integriert.

Im Rahmen des Projekts, das im „Carbon Removal Park Baltic Sea“ in Mecklenburg-Vorpommern durchgeführt wurde, wurde feinkörnige Pflanzenkohle (<5 mm) in einem Anteil von 3 % in die oberste Asphaltschicht eingebracht. Dabei wurden rund 7 Tonnen Pflanzenkohle in das Testgelände eingearbeitet. Erste Ergebnisse unterstreichen drei wesentliche Vorteile: eine erhöhte Materialeffizienz, eine mögliche Substitution von Rohstoffen wie Füllstoffen oder Bitumen und eine langfristige Kohlenstoffspeicherung.

In Bezug auf die Leistung deuten vorläufige Labortests und Feldanalysen darauf hin, dass mit Biochar angereicherter Asphalt eine verbesserte Haltbarkeit, eine größere Beständigkeit gegen Temperaturschwankungen und eine verbesserte Ladungsstabilität bieten kann. In geeigneten Formulierungen scheint Biochar auch die Viskosität des Asphaltbindemittels zu erhöhen und so die langfristige strukturelle Integrität zu unterstützen.

Die Klimawirkung ist messbar: Pro Tonne Asphalt werden ca. 75 kg CO₂-Äquivalent gelagert, insgesamt sind es 17,5 Tonnen auf dem Testgelände. Diese Kohlenstoffentfernungen werden von Novocarbo zertifiziert und unabhängig verifiziert, wodurch handelbare Carbon Removal Credits generiert werden.

Foto: pixabay.com – PIX1861

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Erste Ausschreibung von Planet2050 für die dauerhafte Kohlenstoffentfernung

Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen zum Thema „Permanent Carbon Removals“.

Planet2050 ist aktiv auf der Suche nach bahnbrechenden Projekten, die eine hohe Integrität, Skalierbarkeit und messbare Auswirkungen in Bereichen wie der Entfernung von Kohlenstoff mit Biochar (sowie andere Themen) aufweisen.

Planet2050 erkennt an, dass sowohl die Reduzierung als auch die Beseitigung von Emissionen für einen Netto-Null-ausgerichteten Weg erforderlich sind. Aus diesem Grund wird ein diversifiziertes Portfolio von kohlenstoff-relevanten Projekten aufgebaut. Diese sollen in der Lage sein, Einnahmen aus hochwertigen Emissionsgutschriften zu generieren und gleichzeitig Werte aus nachhaltigen Materialien, Energie und Dekarbonisierungsdienstleistungen zu erschließen.

Das ESABCC (European Scientific Advisory Board on Climate Change) schätzt, dass die EU bis 2050 zwischen 400 und 800 Millionen Tonnen CO2 einsparen muss, um ihre Klimaziele zu erreichen – sowohl aus landgestützten Ansätzen als auch aus neuartigen Technologien. Bis 2050 soll der CDR-Sektor in der EU zu einem jährlichen Markt von 220 Mrd. EUR werden, wobei 70 Mrd. EUR aus Deutschland kommen sollen. Die EU plant nun verschiedene Wege für die Skalierung des dauerhaften Kohlenstoffabbaus, mit der möglichen Schaffung eines Removal Trading Scheme (RTS) oder der Einbeziehung von Emissionsgutschriften in das EU-ETS, den regulierten EU-Kohlenstoffmarkt.

Call deadline: 22.7.2025

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Wie ein Innovator das Anwendungsproblem von Biochar im Weingarten löste

In den kalifornischen Weingärten ist eine stille Revolution in der nachhaltigen Landwirtschaft im Gange. In dieser neuen Entwicklung zeigt Soil Amendment Injection, LLC, wie ihr Injektor für Bodenhilfsstoffe eine Biochar-Kompost-Mischung dorthin liefert, wo sie die größte Wirkung erzielt – in die Wurzelzone. Dieser Injektor schafft eine ideale Umgebung, in der die Rebwurzeln vom ersten Tag an gedeihen können. Und da Biochar tief im Boden platziert wird, bleibt sie an Ort und Stelle und bindet Kohlenstoff für die Lebensdauer des Weingartens.

Tiefenkontrolle: Biochar wird 30-90 cm tief in der Wurzelzone platziert, wodurch die Feuchtigkeitsspeicherung und die Widerstandsfähigkeit des Bodens verbessert werden.

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Fact-Sheet über Flame-Cap-Kilns (KonTiki etc.) veröffentlicht

Biochar On Site (BOS) ist eine US-amerikanische Organisation, die sich der Verringerung des Waldbrandrisikos durch die Nutzung von überschüssiger Bodenvegetation, Schlagabraum und Totholz für die Biochar-Produktion verschrieben hat. Dazu wird vor allem die Vor-Ort-Pyrolyse mit mobilen Einheiten propagiert, die nach dem Prinzip der flame-curtain-kilns arbeiten (wie die KonTiki-Öfen). Für diese Technik, die auch in europäischen Waldgebieten mit ausgeprägten Sommer-Trockenperioden relevant sein könnte, wurde ein Infoblatt (fact sheet) erstellt.

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Biochar für Verpackungsmaterialien

Wie aus Holzabfällen Verpackungen werden: Der Ansatz der Minelli Group für nachhaltige Materialien mit Biochar.

Der Geschäftsbereich mPackting der Minelli Group verwandelt Holzabfälle in Kosmetikverpackungen auf Biochar-Basis. Dieser innovative Ansatz, bei dem auch Materialien wie PLA (Poly-Milchsäure) und PHA (Polyhydroxyalkanoat) verwendet werden, reduziert Abfall, verbessert das Umweltverhalten und erfüllt die Marktnachfrage nach nachhaltigen, kompostierbaren Lösungen für die Kosmetik-Industrie.

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Pyrolyse als Schlüsseltechnologie für Net-Zero bei der Transformation des Energiesystems

In dieser Studie aus der Hochschule Offenburg wird die Pyrolyse als Doppelnutzungstechnologie bewertet, um negative Emissionen und regelbaren Strom in das deutsche Stromsystem zu integrieren und so die Klimaneutralität bis 2045 zu unterstützen. Bis 2050 kann die Pyrolyse eine installierte Kapazität von 5 GW erreichen und 2 % der gesamten Stromerzeugung liefern. Die flexible Leistungsabgabe reduziert den Bedarf an Wasserstoffspeicherung um 60 %, da Strom in Zeiten geringer erneuerbarer Versorgung erzeugt wird und die CO2-Emissionen von Gaskraftwerken durch die Sequestrierung von Biochar ausgeglichen werden. Der Einsatz der Pyrolyse ist eng mit der Verfügbarkeit von Solar-PV verknüpft, da sie in Regionen mit hoher Solarenergie früher expandiert, und ihre Integration die Batteriespeicherkapazität um 240 % erhöht. Der Ausbau der Pyrolyse wird durch die Investitionskosten (CAPEX) und die Stromnachfrage getrieben, wobei niedrigere CAPEX – unter 308 € /(tBiomasse/Jahr) für Pyrolyseanlagen und 2.300 € /kWel für Stromerzeugungseinheiten – den Einsatz beschleunigen. Der steigende Strombedarf stärkt die Rolle der Pyrolyse als flexible Energiequelle, auch unter hohen CAPEX-Bedingungen. Diese Ergebnisse unterstreichen die Pyrolyse als strategischen Faktor für die Dekarbonisierung des Energiesystems, bei dem regelbarer erneuerbarer Strom und negative Emissionen auf einzigartige Weise kombiniert werden. Die Integration unterstreicht die Notwendigkeit eines diversifizierten Kraftwerksportfolios, um die Flexibilität und Stabilität des Systems zu erhalten, und liefert politischen Entscheidungsträgern, Investoren und Energieplanern wichtige Erkenntnisse zur Optimierung der Marktrahmenbedingungen und Einsatzstrategien.

Zitat:

Sandhaas, A. and Hartmann, N.: Pyrolysis as a strategic element in energy system transformation to achieve net zero emissions. Energy Conversion and Management: X, Volume 26, 100970 (2025)

Foto: pxhere.com

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Kleinbauern und Smartphones ermöglichen Kohlenstoffentfernung und Klimaschutz in Ostafrika

In Ostafrika zeigt die Partnerschaft zwischen Biochar Life und PlantVillage, wie lokales Wissen und moderne Technologie effektiv kombiniert werden können. Biochar Life, ein Pionier auf dem Gebiet der Pflanzenkohle, hat mit PlantVillage – einem KI-gestützten Landwirtschaftsprojekt – den idealen Partner gefunden. 

Als Teil seines Technologieportfolios hat PlantVillage „The Biochar App“ entwickelt, eine wissenschaftlich fundierte, transparente mobile Plattform, mit der Landwirte ihre Aktivitäten zur Biocharproduktion und Kohlenstoffbindung dokumentieren.

Die App geht direkt auf die kritische Herausforderung ein, vor der Kleinbauern stehen: die Verifizierung und den Verkauf von Emissionsgutschriften. Es vereinfacht und legitimiert die Erfassungs- und Verifizierungsprozesse und ermöglicht den Landwirten den direkten Zugang zu den Kohlenstoffmärkten. Für Biochar Life war die Technologie ein Rettungsanker für die Verifizierer-Teams, die die App zum Sammeln und Verifizieren der Daten rund um die erzeugte und verwendete Pflanzenkohle verwenden, damit sie die Menge an versenktem Kohlenstoff registrieren können.

Von zentraler Bedeutung für die Glaubwürdigkeit der Initiativen von Biochar Life und PlantVillage zur Kohlenstoffentfernung ist die Einhaltung des Global Artisan C-Sink Standards, der von Carbon Standards International (CSI) festgelegt wurde. Dieser Standard garantiert eine strenge, transparente und wissenschaftlich validierte Messung, Berichterstattung und Verifizierung der Biokohleproduktion und der Kohlenstoffbindung. Neben dem Global C-Sink Registry, das verifizierte Kohlenstoffentfernungen transparent erfasst und verfolgt, können Stakeholder zuversichtlich investieren, da sie wissen, dass ihre Beiträge den Gemeinden und dem Klima direkt zugutekommen.

Foto: pixabay.com

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Erneuerbarer Kohlenstoff für den europäischen Aktionsplan für Stahl und Metalle

Europa steht vor einem industriellen Trilemma: Klimaneutralität zu erreichen und gleichzeitig seine strategische Autonomie und industrielle Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Um diese Herausforderungen in die Grundlagen einer prosperierenden und nachhaltigen europäischen Wirtschaft umzuwandeln, sind ganzheitliche Lösungen erforderlich, die wirtschaftlichen Wert schaffen und den regionalen Zusammenhalt stärken.

Biochar bietet eine bahnbrechende Lösung, indem sie als erneuerbare Kohlenstoffquelle fungiert, die Kohle in industriellen Prozessen ersetzen kann, die sonst nicht dekarbonisiert werden können.

Ein neues Whitepaper von Biochar Europe, entwickelt von Philipp D. Hauser & Hansjörg Lerchenmüller, geht der Frage nach, wie dieser vielseitige Werkstoff der Schlüssel für die Zukunft Europas ist. Dieses Whitepaper stellt eine konkrete Roadmap für die Ausrichtung von Klimaneutralität, strategischer Autonomie und industrieller Wettbewerbsfähigkeit durch skalierbare, auf Biomasse basierende Lösungen wie Biochar vor.

Die wichtigsten Inhalte:

– Die Rolle von Biochar als erneuerbare Kohlenstoffquelle als Ersatz für Kohle in der Stahl-, Silizium- und Eisenlegierungsproduktion

– Wie Polygenerationstechnologien den Wert von Biomasse in dezentralen regionalen Systemen maximieren

– Das Potenzial des Einsatzes von Biochar zur Förderung von Investitionen in eine klimafreundliche Forstwirtschaft und regionale Entwicklung

– Die politischen Rahmenbedingungen, die erforderlich sind, um die industrielle Skalierung und die wirtschaftliche Effizienz zu erschließen