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„Biomass Magazine” bringt Übersichtsartikel über Biochar

Das Biomass Magazine ist mit einer monatlichen Auflage von 7500 eine der international wichtigsten Fachzeitschriften, die sich Berichten über die Produktion und energetische Verwendung von Biomasse verschrieben haben.

In der Ausgabe 3/2025 bringt das Magazin einen umfangreichen Biochar-Übersichtsartikel von Myles Gray, dem Leiter des USBI (U.S. Biochar Initiative). Darinnen geht er auf Produktion, Anwendungen und Geschäftschancen in der Landwirtschaft, im Gartenbau und in der Bauwirtschaft ein und berichtet über die Entwicklungen zur Biochar-Normung im amerikanischen Normungswesen (ANSI).

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Anreicherung von Biochar mit Nährstoffen und günstigen Mikroorganismen

Seit langem ist bekannt, dass für eine optimale Wirkung von Biochar in landwirtschaftlichen Böden eine vorherige Anreicherung mit Nährstoffen hilfreich ist.

Durch das „Aufladen“ von Biochar werden das Poren-Netzwerk bzw. die Bindungsstellen an der Biochar-Oberfläche mit nützlichen Mikroben und Nährstoffen gefüllt. Dadurch wird Biochar zu einem Mini-Ökosystem, das die Nährstoffspeicherung und Bodenstruktur verbessert und dadurch Wachstum und Ertrag der Pflanzen fördert.

Im hier referierten Blog-Post werden die gängigsten Methoden der Biochar-Anreicherung beschrieben:

  • Ko-Kompostierung
  • Sättigen in Kompost-Tee
  • Kombination mit Wurmhumus
  • Kombination mit Wirtschaftsdünger
  • Sättigen in Mineraldünger-Lösungen
  • Anwendung als Geflügel- bzw. Stalleinstreu

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Kreislaufwirtschaft mit Biochar im Zuckerrohr-Anbau

Eine zweijährige Studie ergab, dass Biochar aus Filterschlamm aus der Zuckerrohr-Zuckerproduktion den Zuckerrohrertrag im Vergleich zu Stroh-Biochar um 5-11 % erhöhte, indem sie die Bodenfeuchtigkeit (bis zu 13 %) erhöhte und nützliche Bakteriengemeinschaften wie Gemmatimonadota und Sphingomonas anreicherte.

Die Aufwandmenge von Biochar betrug 3 t/ha, wobei die Biochar durch Pyrolyse bei ungewöhnlich niedriger Temperatur und langer Verweilzeit (250 °C; 12 h) hergestellt worden war.

Zitat:

Zhu, S., Liang, P., Yang, L., Wei, B., Han, S., Wu, M., He, X., Zeng, W., He, Z., Xiao, J., Li, S., & Li, Z. (2025). Effects of Biochar-Based Fertilizers on Fenlong-Ridging Soil Physical Properties, Nutrient Activation, Enzyme Activity, Bacterial Diversity, and Sugarcane Yield. Agronomy, 15(7), 1594.

Foto – https://stock.adobe.com/at/images/sugar-cane-farm-sugar-cane-fields-view-from-the-sky-drone-photo-of-cane-sugar-sugarcane-field-in-blue-sky-and-white-cloud-aerial-view-or-top-view-of-sugarcane-or-agriculture/

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Schweiz: Auszeichnung für CO2-speichernden Beton

Die Empa (Interdisziplinäres Forschungsinstitut des ETH-Bereichs für Materialwissenschaften und Technologie) gehört zu den Gewinnerinnen und Gewinnern des «Building Award 2025». Ein Team der Abteilung «Beton und Asphalt» wurde für seinen CO₂-speichernden Beton ausgezeichnet – ein vielversprechender Ansatz, um die Emissionen im Bauwesen deutlich zu senken.

Der «Building Award» wird alle zwei Jahre verliehen und würdigt herausragende Ingenieurleistungen im schweizerischen Bauwesen. In der Kategorie «Forschung, Entwicklung, Start-ups» wurde dieses Jahr die Empa für ihren CO₂-speichernden Beton ausgezeichnet, dem Kohlenstoff-Pellets beigemischt sind.

Ein Team der Abteilung «Beton und Asphalt» hat ein Verfahren entwickelt, mit dem sich Biochar (Pflanzenkohle) praxistauglich in Beton integrieren lässt. Zwar existieren bereits erste Betonprodukte mit Biochar, doch diese wird jedoch oft unbehandelt beigemischt. «Die Pflanzenkohle ist sehr porös und absorbiert deshalb nicht nur viel Wasser, sondern auch teure Zusatzmittel, die bei der Betonherstellung verwendet werden», so Empa-Forscher Mateusz Wyrzykowski. Deshalb setzen die Forschenden auf Pellets: Sie werden aus Pflanzenkohle, Wasser und Zement hergestellt und ersetzen einen Teil der herkömmlichen Gesteinskörnung im Beton.

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Biochar aus landwirtschaftlichen Abfällen als nachhaltige Zementalternative

Forscher haben herausgefunden, dass die Einarbeitung kleiner Mengen Biokohle aus landwirtschaftlichen Abfällen (Kerne von Marillen, Datteln, Pfirsichen) in Ultrahochleistungsbeton (UHPC) dessen Festigkeit erhöhen, die Schrumpfung verringern und die Haltbarkeit verbessern kann, was eine nachhaltigere Alternative zu herkömmlichem Zement darstellt. Als optimale Dosierung stellte sich eine Zugabe von 1 % heraus, während sich bei höheren Zugabemengen die physikalischen Eigenschaften wieder verschlechterten.

Zitat:

Wu, F., Zhang, Q., Dong, S. et al. Biochar modification enhances mechanical and durability properties of cement-based materials. Scientific Reports 15, 22174 (2025).

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Kolumbien: Kaffeebauern produzieren neue Kaffeelinie „Biochar Origins“

Der in Kolumbien ansässige Rohkaffeeverkäufer Equation Coffee hat kürzlich Biochar Origins eingeführt, eine Kaffeelinie, die aus einer kollektiven Initiative für regenerative Landwirtschaft hervorgegangen ist.

Der erste Kaffee aus der Initiative kam kürzlich auf den Markt und spiegelt die Bemühungen zahlreicher Landwirte, Bodenexperten und fortschrittlicher Kaffeeunternehmen wider, Biochar aus dem Schnittgut von Kaffeepflanzen als Bodenverbesserer einzusetzen.

Obwohl die Biochar-Produktion im Kaffeesektor nicht üblich ist, hat Kaffee-Biochar als Bodenverbesserer für Kaffee und andere Nahrungspflanzen erstaunliche Ergebnisse bei der Bodenqualität und bei der Bindung von Kohlenstoff gezeigt. Bahnbrechende Forschungen der ehemaligen gemeinnützigen Organisation Radio Lifeline deuteten sogar darauf hin, dass Pflanzenkohle die Kaffeequalität verbessern könnte.

Zu den vorläufigen Ergebnissen des von Equation unterstützten Biokohleprojekts gehören ein Anstieg des organischen Kohlenstoffs im Boden um 30 % und eine Steigerung des Einkommens der Landwirte um 25 % durch Emissionsgutschriften und reduzierte Inputkosten sowie ein zusätzliches Einkommen durch eine erhöhte Nahrungsmittelproduktion.

Foto – https://pxhere.com/de/photo/

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USA: Biochar beseitigt auf natürliche Weise die Verschmutzung von Straßen-Abwässern

Biochar, die aus Wald-Restholz hergestellt wird, könnte eine billige, nachhaltige Möglichkeit sein, um zu verhindern, dass verschmutzte Straßen-Abwässer in Seen und Flüsse gespült werden.

Tests nach der Einarbeitung von Biochar in die Böden (bis zu 10 % w/w) entlang von Straßenrändern ergaben, dass bereits eine Beimengung von 5 % das Regenwasser effektiv Schadstoffe (Stickstoff- und Phosphorverbindungen) um über 60 % reduzierte und auf sandigen Böden genauso gut funktionierte wie auf tonigen.

Zitat:

Ahmed I. Yunus, George Yuzhu Fu, Yongsheng Chen, Joe F. Bozeman III: Removal of nutrient pollutants from highway stormwater runoff using bioslope with new media of biochar amended topsoils. Journal of Environmental Management, Volume 390, 126259, 2025.

Foto: https://pxhere.com/de/photo/

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UK / Wales: Selbst-produzierte Biochar senkt die Grünlandkosten

Biochar, die mit Hofdünger gemischt und auf den Boden ausgebracht wird, verbesserte die Grasproduktion und die Gesundheit der Rinder auf einem Mutterkuhbetrieb in Powys / Wales.

Der 40 Hektar große Hof hält eine Herde von 30 Mutterkühen. Biochar wird der Stall-Einstreu während des Winters zugemischt, um Harnstoff zu absorbieren. Dies senkt die Ammoniakproduktion in der verschmutzten Einstreu, saugt den Urin auf und schafft eine ungünstige Umgebung für „schlechte“ Bakterien.

Die Einstreu bleibt aerob – sie fördert gesunde Mikroben und unterdrückt Krankheitserreger – und das ist für die Gesundheit der Rinder von Vorteil. Biochar wird auch nach dem ersten Schnitt auf die Silage ausgebracht.

Mit nur einer jährlichen Ausbringung von mit Pflanzenkohle angereichertem Wirtschaftsdünger produziert der Betrieb jetzt routinemäßig vier statt drei Schnitte Silage bei insgesamt höheren Erträgen.

Eine kürzlich von Farmacy Ltd. durchgeführte Bodenanalyse zeigte, dass in den letzten vier Jahren der pH-Wert des Bodens von 6,6 auf 7,1, der des organischen Kohlenstoffs um durchschnittlich 0,48 % pro Jahr und des verfügbaren Phosphats um 66 % auf 219 kg/ha und die Gesamtaustauschkapazität (TEC) um 68 % gestiegen ist.

Foto – pixaby.com – Kapa65

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Norwegen: Innovation hilft Landwirten, die Tiergesundheit zu verbessern, Böden aufzubauen und Kohlenstoff zu binden

Obiochar, ein norwegisches Start-up, gibt mit der Herstellung von Biochar aus Holzbiomasse den Landwirten ein nachhaltiges neues Produktionswerkzeug an die Hand, welches gesündere Nutztiere, widerstandsfähige Böden und eine klimafreundliche Zukunft ermöglicht.

Die anhaltende Betonung der Reduzierung des Antibiotikaeinsatzes in der Tierproduktion und der Verbesserung der Bodengesundheit bedeutet, dass Landwirte nach neuen Instrumenten suchen müssen, um dies zu erreichen. Obiochar mit Sitz im ländlichen Norwegen, etwa 120 Kilometer nördlich von Oslo, nutzt ein vollautomatisches System, um Biomasse – in diesem Fall tote Bäume aus nahegelegenen Wäldern, die von der Holzindustrie nicht genutzt werden können – in Biochar als ein leistungsstarkes Werkzeug für die Landwirtschaft zu verwandeln.

Bisher hat das Unternehmen 29 Feldversuche und zwei klinische Studien mit Nutztieren in Norwegen durchgeführt, darunter Schweine, Puten, Masthühner, Lämmer und Milchkühe. Die Versuche wurden mit Forschungspartnern und Lebensmittelherstellern durchgeführt. Ferkel, die mit Biochar gefüttert wurden, wiesen eine bessere Darmgesundheit auf, nahmen mehr Gewicht zu und hatten eine geringere Sterblichkeit als Ferkel, die keine Biochar erhielten.

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Frankreich: Etablierung von Langzeitversuchen zur Auswirkung von Biochar auf den Bodenwasserhaushalt

SUEZ und Seabex, ein französisches AgriTech-Start-up-Unternehmen, das sich auf die Optimierung der Bewässerung und das Management landwirtschaftlicher Ressourcen spezialisiert hat, haben die Unterzeichnung einer Partnerschaft bekannt gegeben, um die agronomischen Vorteile von Biochar auf mehreren landwirtschaftlichen Betrieben im Departement Loiret im Zentrum Frankreichs zu testen.

Im Rahmen der industriellen und technologischen Partnerschaft zwischen SUEZ und Seabex wird insbesondere die Wasserrückhaltefähigkeit der Böden mit Hilfe von Analyse-, Überwachungs- und Auswertungs-Instrumenten geprüft, die von Seabex auf der Grundlage von künstlicher Intelligenz, Satellitenbildern und Technologien zur Erfassung von Felddaten entwickelt wurden. Dieses Experiment wird ab September 2025 über einen Zeitraum von fünf Jahren durchgeführt. Ziel ist es, den Einfluss von Biochar auf die Gesundheit des Bodens, ihre Widerstandsfähigkeit gegen Wasserstress und die landwirtschaftliche Produktivität zu messen.

Foto: pixabay.com – huevocosmico