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Neuer EBI-Bericht zur Dauerhaftigkeit von Pflanzenkohle

“Unlocking the Potential of Biochar: A Closer Look at Its Permanence”

Dieser Bericht bringt eine Zusammenschau der Ergebnisse zweier neuer wissenschaftlicher Artikel zur Frage der Dauerhaftigkeit von Pflanzenkohle im Boden.

Der Bericht bestätigt, dass 95 % des Kohlenstoffs von Pflanzenkohlen, welche bei zumindest 550 °C produziert worden sind, über mindestens 1000 Jahre hinweg stabil bleibt. Diese Ergebnisse liegen deutlich über bisherigen Annahmen, welche nur von einer Verweilzeit von 100 Jahren (oder mehr) von Pflanzenkohlen im Boden ausgegangen sind.

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Irland: Pflanzenkohle wird im Entwurf des Climate Action Plan der Regierung als Technologie zur Erzielung von Carbon Removals explizit anerkannt

Die Irish Bioenergy Association (IrBEA) hat die Anerkennung von Pflanzenkohle und Bioenergie mit Kohlenstoffabscheidung und -speicherung (BECCS) als Maßnahmen zur Kohlendioxidentfernung aus der Atmosphäre im Entwurf des von der Regierung veröffentlichten Klimaaktionsplans begrüßt.

Der Plan für 2024 richtet die Kohlenstoffbudgets so aus, dass Irlands Klimaziel erreicht wird, indem die Emissionen von 2021 bis 2030 um 51 % gesenkt und bis spätestens 2050 Netto-Null-Emissionen erreicht werden.

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Oasis Vineyard Trial: Pflanzenkohle + Kompost bewähren sich in einem Weingarten im 5.Jahr in Folge

Gemessen über einen Zeitraum von 5 Erntejahren ergaben alle Behandlungen von Pflanzenkohle und Kompost signifikante Ertragssteigerungen ohne signifikante Qualitätsänderungen. Die Ertragserhöhungen bei allen Behandlungen waren in den Jahren mit den niedrigsten Erträgen am größten. Alle Behandlungen erhielten das gleiche Bewässerungs- und Düngeregime, was eine erhöhte Wasser- und Düngemittel-Effizienz belegte. Alle Behandlungen waren ab der zweiten Ernte rentabel, was auf das hohe Potential für Pflanzenkohle-Applikationen über die Lebenszeit eines Weingartens hinwies. 

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Bisherige Schätzungen der Halbwertszeit von Biokohle-Kohlenstoff dürften deutlich zu gering ausgefallen sein.

In einer neuen Publikation (Sanei et al., 2024) wurde die Lebensdauer von Biokohle im Boden aus geologischer Sicht und mit geologischen Analyseverfahren untersucht. Durch den Vergleich mit fossilen Kohlen wurde festgestellt, dass die Halbwertszeit der meisten Biokohlen (wenn sie unter Pyrolyse-Bedingungen von über 550 °C hergestellt worden sind) sich nicht im Bereich von Jahrhunderten, sondern von Millionen von Jahren bewegt.

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Regenwürmer mögen (meistens) Pflanzenkohle

Ein Review-Artikel (Cui et al., 2023) untersuchte die gegenseitige Beeinflussung von Pflanzenkohle und Regenwurmaktivität bezüglich der Förderung von Bodenfruchtbarkeit und Pflanzenertrag. Die Autoren stellten fest, dass niedrige Biokohle-Dosen für Regenwürmer günstig sind, hohe Dosen hingegen bei manchen Biokohlen Regenwürmer schädigen. Unter „hohen Dosen“ wurden Konzentrationen von 5-10 % Biokohle im Boden verstanden, was aber in der üblichen landwirtschaftlichen Praxis kaum jemals angewendet wird. Weiters wurde festgestellt, dass Pflanzenkohle in den hohen Konzentrationen weniger schädlich als Biokohle aus Hühnermist wirkte.

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Zwei neue Studien zur aktuellen Abschätzung des globalen Pflanzenkohle-Potentials aus nicht benutzter Biomasse

Im Artikel „Potential for biochar carbon sequestration from crop residues: A global spatially explicit assessment” zeigen Karan et al., wie die globale Verteilung und die Menge von Ernterückständen aussieht, welche zur Pflanzenkohle-Produktion verwendet werden könnte. Die Autoren berechnen, dass unter Berücksichtigung der derzeitigen Nutzung der Ernterückständen in der Tierhaltung (Stroh etc.) und zur Vermeidung von Bodenverschlechterung noch etwa 0,5 Mrd. Tonnen pro Jahr an Kohlenstoff zur Verfügung stehen. Dies sind etwa 21 % des gesamten Potentials an Ernterückständen. Bei Pyrolyse des nachhaltig nutzbaren Anteils der Ernterückstände zu Pflanzenkohle könnten damit jährlich 1.25-2.64 Mrd. Tonnen an CO2-Äquivalenten gebunden werden, was 3-7 % der globalen jährlichen CO2-Emissionen entspricht.

Im Artikel „Biomass residue to carbon dioxide removal: quantifying the global impact of biochar” beziehen Lefebvre et al. nicht nur Ernterückstände, sondern auch Reststoffe aus der Forstwirtschaft, Tierhaltung und Abwasserbehandlung ein. Die Studie berücksichtigt die länderweise unterschiedlichen Verfügbarkeiten von Biomasse sowie die unterschiedlichen klimatischen Bedingungen, welche auf den Anteil des nach 100 Jahren im Boden noch vorhandenen Kohlenstoffs Einfluss nehmen. Diese 100-jährige Kohlenstoff-Permanenz wird mit mindestens 76 % in tropischen Regionen und bis zu 94 % in hohen Breitengraden angenommen. Unter Einbeziehung der Daten von 155 Ländern kommen die AutorInnen zum Schluss, dass ca. 6 % der globalen Treibhausgas-Emissionen dieser Länder durch Pflanzenkohle wieder aus der Atmosphäre entfernt werden könnten.