Der Marktbericht 2023 des IBI (International Biochar Initiative) und USBI (US Biochar Initiative) bringt einen Überblick die Entwicklung des globalen Biokohlemarkts, basierend auf über 1000 Befragungen.
News
Baumpflanzungen in der Stadt: Handbuch zum Stockholm-System auf Deutsch erschienen
Das bisher nur auf Schwedisch verfügbare Handbuch zur Umsetzung des Stockholmer System für Baumpflanzungen in der Stadt mit einem Pflanzenkohle-hältigen Substrat ist nun auch auf Deutsch verfügbar. Bei diesem System wurzeln die Bäume in einem Substrat aus Schotter, Pflanzenkohle und Kompost. Das Substrat ist widerstandsfähig gegen Verdichtungen und hat hervorragende Wasserspeicherungsfähigkeit. Es trägt dadurch zum Schwammstadt-Prinzip bei, um städtische Grünräume widerstandsfähiger gegen Wetterextreme wie z.B. Starkniederschläge zu machen.
Neues EBI Position Paper bezüglich der Verwendung von Klärschlammkohlen als Düngemittel
„Sewage Sludge as Feedstock for Pyrolysis and Gasification Materials (CMC14) to be Included in the Scope of the EU Fertilising Products (EU) Regulation 2019/1009”
Dieses Positionspapier stellt Informationen und wissenschaftliche Ergebnisse zusammen, welche für eine Aufnahme von Biokohle aus Klärschlamm als Komponente von Düngemitteln mit EU-Zulassung sprechen. Hintergrund ist, dass die EU in der EU Fertilising Products Regulation 2019/1009 zwar viele Eingangsmaterialien für die Pyrolyse zulässt, wenn nachfolgend Düngeprodukte hergestellt werden sollen, in der diesbezüglichen Komponentenkategorie CMC 14 jedoch Klärschlamm explizit ausschließt.
In der Zwischenzeit sind so viele wissenschaftliche Ergebnisse erzielt und publiziert worden, dass klare Vorstellungen darüber bestehen, unter welchen Umständen und mit welchen Qualitätserfordernissen Klärschlammkohlen ein wertvolles Düngeprodukt ohne Sicherheitsrisiko darstellen können. EBI (European Biochar Industry Consortium) plädiert daher dafür, den Ausschluss von Klärschlamm in der CMC 14 aufzuheben.
Neuer EBI-Bericht zur Dauerhaftigkeit von Pflanzenkohle
“Unlocking the Potential of Biochar: A Closer Look at Its Permanence”
Dieser Bericht bringt eine Zusammenschau der Ergebnisse zweier neuer wissenschaftlicher Artikel zur Frage der Dauerhaftigkeit von Pflanzenkohle im Boden.
Der Bericht bestätigt, dass 95 % des Kohlenstoffs von Pflanzenkohlen, welche bei zumindest 550 °C produziert worden sind, über mindestens 1000 Jahre hinweg stabil bleibt. Diese Ergebnisse liegen deutlich über bisherigen Annahmen, welche nur von einer Verweilzeit von 100 Jahren (oder mehr) von Pflanzenkohlen im Boden ausgegangen sind.
Kombinierte Produktionsanlagen für Nahwärme und Pflanzenkohle – sowohl in Kalifornien als auch im UK
Im Nordwesten Englands entsteht zur Versorgung eines Business Parks in der Umgebung von Liverpool eine Nahwärme-Versorgungsanlage, welche als Nebenprodukt Pflanzenkohle produziert. Die Pyrolyse-Anlage wird 700 t Pflanzenkohle pro Jahr produzieren und wird von Mersey Biochar betrieben.
Für das Projekt in Kalifornien werden in drei ländlichen Gemeinden Anlagen zur Produktion von grüner Elektrizität und Pflanzenkohle aus Waldrestholz errichtet. Die Entfernung von Biomasse, welche bei Auslichtungen von Wäldern anfällt, ist unter den lokalen Gegebenheiten in Kalifornien eine wichtige Maßnahme zur Reduktion des Waldbrandrisikos.
EBI präsentiert: European Biochar Market Report 2023/2024
20.3.2024, 16 h und 21.3.2024, 11 h
Deutschland: Förderung des Stockholmer Systems für Straßenbaum-Pflanzungen im Stadtgebiet
Stadtbäume gewinnen für das Mikroklima in Städten, vor allem in Ballungsräumen, immer mehr an Bedeutung. Sie kühlen und reinigen die Luft, spenden Schatten und bieten einen Erholungsfaktor.
Ein Zuschuss in Höhe von 80% (KfW-Bank im Auftrag des Deutschen Umweltministeriums) fördert die Pflanzung und den Erhalt von Straßenbäumen inklusive Pflanzsysteme wie das Stockholmer System, das Hamburger System oder auch Baumgruben-Rigolensysteme sowie gegebenenfalls Wasserspeicher wie Zisternen.
Das Stockholmer System zeichnet sich durch den Einbau einer Belüftungsschicht aus Schotter und Substrat aus und wird europaweit in immer mehr Kommunen umgesetzt. Dabei wird ein Feinsubstrat, wie z.B. Pflanzenkohle, in die Tragschicht aus Schotter-Bruch oder recyceltem Beton eingeschwemmt und generiert so eine Schicht, die als Wasserspeicher dient und die Belüftung des Wurzelwerks fördert.
UK: Pflanzenkohle-Injektionen rund um gestresste Stadtbäume verbessern die Baumgesundheit
Der Gesundheitszustand von durch Bodenverdichtungen geschädigte Steineichen (Holm’s Oak), wovon eine als „Woodland Trust’s Tree of the Year 2023“ ausgezeichnet worden ist, wurde durch Pflanzenkohle-Injektionen rund um die Bäume verbessert. Zum Einsatz ist ein innovatives Injektionssystem gekommen, welches auch die Luftversorgung tieferer Bodenschichten verbessert.
Irland: Pflanzenkohle wird im Entwurf des Climate Action Plan der Regierung als Technologie zur Erzielung von Carbon Removals explizit anerkannt
Die Irish Bioenergy Association (IrBEA) hat die Anerkennung von Pflanzenkohle und Bioenergie mit Kohlenstoffabscheidung und -speicherung (BECCS) als Maßnahmen zur Kohlendioxidentfernung aus der Atmosphäre im Entwurf des von der Regierung veröffentlichten Klimaaktionsplans begrüßt.
Der Plan für 2024 richtet die Kohlenstoffbudgets so aus, dass Irlands Klimaziel erreicht wird, indem die Emissionen von 2021 bis 2030 um 51 % gesenkt und bis spätestens 2050 Netto-Null-Emissionen erreicht werden.
Kalifornien: Der Trockenheit zum Opfer gefallene Bäume kehren als Pflanzenkohle wieder in den Wald zurück
Die Trockenheit in Kalifornien verursacht große Ausfälle in Forstbeständen. Anstatt die forstlichen Reststoffe wie früher zu verbrennen, wird im Anthony Chabot Regional Park eine mobile Pyrolyseanlage eingesetzt, um Restholz zu Pflanzenkohle zu verarbeiten. Diese wird direkt vor Ort wieder als Bodenverbesserungsmittel ausgebracht.
