News

Klimafreundlicher CO2-Speicher: Stuttgart entwickelt eigenen Pflanzenkohle-Beton

In Stuttgart soll Pflanzenkohle verstärkt zum Einsatz kommen. Derzeit wird der Grünschnitt kompostiert, teilweise energetisch genutzt oder auch exportiert, teilt die Stadt mit. Diese Verfahren verursachten Treibhausgasemissionen. „Um das Klimaziel der Stadt zu erreichen, brauchen wir aber Negativemissionen,“ sagt der Koordinator der städtischen Bioökonomiestrategie.

Hier kommt die Pyrolyse als Möglichkeit ins Spiel: Der Kohlenstoff der Biomasse wird in Pflanzenkohle (Biochar) umgewandelt, die das CO2 mehrere Jahrhunderte lang speichert. Wird die Kohle wiederum als Baumsubstrat verwendet, kommen weitere positive Aspekte zum Tragen: sie lockert die Erde auf, speichert Wasser und Nährstoffe für Bäume. In Stuttgart ist die Pflanzenkohle bereits in der Seyfferstraße im Einsatz, in den nächsten Monaten soll sie auch unter neue Stadtbäume gepflanzt werden.

Zusätzlich hat die Stadt eine Arbeitsgruppe gegründet, die eine Beton-Rezeptur mit Pflanzenkohle als Zutat entwickeln soll. So könnte sie als Kohlenstoffsenke im Bau zu Negativemissionen beitragen – und damit zum Ziel der Stadt, bis 2035 klimaneutral zu sein. „Beim Beton gibt es noch technische Herausforderungen, die Potenziale in der Anwendung sind jedoch enorm, da der Bausektor einen sehr großen Teil der globalen Treibhausgas-Emissionen ausmacht“, teilt die Stadt mit.