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Workshop zur EU-Düngeprodukt-Verordnung: Klärschlammkohle – bitte warten

Am 21.4.2026 fand ein Hybrid-Workshop mit der Präsentation des 2. Zwischenberichts des NMI-Institutes (Nutriënten Management Instituut BV, Wageningen) zur Bewertung von neuen Materialien und Prozessen bezüglich der Aufnahmemöglichkeit in die EU-Düngeprodukt-VO (Fertilising Products Regulation, FPR) statt. Beauftragt wurde diese Studie von der DG GROW (Directorate General for Internal Market, Industry, Entrepreneurship and SMEs). Insgesamt wurden 32 Materialien bzw. Prozesse behandelt, für die Vorschläge zur Aufnahme in die FPR bzw. zur Ausweitung des derzeitigen Umfangs vorlagen. Einer dieser Vorschläge betraf Klärschlamm als Eingangs-Material für CMC 14. CMC steht für „component material category“; CMC 14 regelt die Verwendung von Pyrolyse- und Vergasungsmaterialien (daher auch von Biochar) in EU-Düngeprodukten.

Nachdem im 1. Zwischenbericht von NMI die Verwendung von Klärschlamm in der Pyrolyse noch als interessant und verfolgenswert angesprochen worden war, änderte sich im 2. Zwischenbericht die Bewertung. Unter Missachtung einer Vielzahl von Studien, welche von einer verlässlichen Zerstörung von PFAS (per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen) bei ausreichend hohen Temperaturen (>600 °C) berichtet haben, befand NMI die Datenlage für nicht ausreichend und empfahl eine spätere Wiederbewertung, wenn die Prozessparameter, Analysemethoden und Grenzwerte besser geklärt wären. Da es zu all diesen Fragestellungen jedoch viele wissenschaftlich fundierte Daten und Studien gibt, wies ÖBIKA in einem Kommentar zum Zwischenbericht auf die von NMI ignorierten Studien hin und schlug auf Basis der vorliegenden wissenschaftlichen Ergebnisse eine Einbeziehung von Klärschlamm als erlaubtes Eingangsmaterial für CMC 14-Produkte vor. Ähnliche Kommentare wurden auch von anderen Biochar-Stakeholdern verfasst und an NMI geschickt. Es wird sich zeigen, ob im zukünftigen Schlussbericht eine Berücksichtigung des aktuellen Stands des Wissens stattgefunden hat.

Zitat:

Van Schöll L & Riechelman W.H. (2026), Technical study to support the inclusion of new materials and processes under the Fertilising Products Regulation (FPR); Lot 2: Materials and processes under the FPR. Second interim report; Assessment of market perspective, agronomic efficiency and environmental safety. Nutriënten Management Instituut BV, Wageningen, Report NMI 2002.N.23(III), pp 187