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UK: „Department for Energy Security and Net Zero” fördert 15 neue Großprojekte zur Treibhausgas-Entfernung

Die britische Regierung hat Mittel für 15 Projekte zur Kohlenstoffentfernung bereitgestellt. Die Größe der einzelnen Projekte bewegt sich im Rahmen von jeweils 2,8 bis 5 Mio. Brit. Pfund. Die meisten Projekte haben die Weiterentwicklung von DAC (Direct Air Capture) zum Inhalt, 5 Projekte beschäftigen sich jedoch mit Biochar. Diese Investition zielt darauf ab, innovative Technologien von der Forschung in den Industriemaßstab zu überführen und die nationalen Netto-Null-Ziele durch validierte, langfristige CO2-Speicherung zu unterstützen.

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Deutschland: Biochar-Produktion für die Fernwärme von Dessau

In Dessau-Roßlau (Sachsen-Anhalt) entsteht ein Biochar-Produktionsstandort, der biogene Reststoffe durch Pyrolyse in Pflanzenkohle und erneuerbare Fernwärme umwandelt. Stadtwerke Dessau und Novocarbo haben dafür einen 15-jährigen Liefervertrag geschlossen.

Holzhackschnitzel und andere biogene Reststoffe der Land- und Forstwirtschaft, die sonst meist in Verbrennungsanlagen enden, sollen in Dessau-Roßlau künftig Wohnungen heizen und gleichzeitig Kohlenstoff dauerhaft binden. Die Stadtwerke Dessau und das Hamburger Unternehmen Novocarbo haben einen langfristigen Wärmeliefervertrag unterzeichnet, der den Bau und Betrieb des sogenannten Carbon Removal Park Dessau vorbereitet. Der Vertrag sieht eine jährliche Liefermenge von bis zu 13,5 Gigawattstunden (GWh) erneuerbarer Wärme vor und läuft 15 Jahre ab Inbetriebnahme. Die Inbetriebnahme ist spätestens für den 1. Januar 2028 geplant.

Das technische Herzstück der Anlage ist das Biochar Carbon Removal-Verfahren (BCR) mittels Pyrolyse von biogenen Reststoffe bei Temperaturen zwischen 600 und 700 °C unter weitgehendem Luftabschluss. Dabei entsteht Pflanzenkohle (Biochar), in der der pflanzliche Kohlenstoff dauerhaft gebunden bleibt, sowie nutzbare Prozesswärme, die in das Fernwärmenetz eingespeist wird. Der Pyrolyseprozess ist autotherm, das heißt, er hält sich nach dem Anfahren mit der Energie der eingebrachten Biomasse selbst aufrecht. Novocarbo bezeichnet die erzeugte Wärme deshalb als klimaneutral. Die Pflanzenkohle, die als Nebenprodukt entsteht, lässt sich vielseitig verwenden, etwa als Bodenverbesserer in der Landwirtschaft, als Zusatzstoff in Asphalt oder als Rohstoff in der Bauwirtschaft. Für Novocarbo bedeutet der Abschluss in Dessau einen weiteren Schritt beim Aufbau seines europäischen Netzwerks von Carbon Removal Parks. Bis 2033 plant das 2017 gegründete Hamburger Unternehmen den Bau von 200 solcher Parks in Europa.

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Der Takavator: eine neue mobile Pyrolyse-Einheit

Takachar, ein indisches Unternehmen, hat eine mobile Pyrolyse-Anlage entwickelt, um land-/forstwirtschaftliche Reststoffe dort zu verarbeiten, wo sie direkt anfallen. Dieser Ansatz ist besonders für viele Länder Südasiens wichtig, wo Rest-Biomasse nur zu oft am Feld offen verbrannt wird oder verrottet. 

Wenn lose oder sperrige land- oder forstwirtschaftliche Rückstände erst zu einer zentralen Verarbeitungsanlage transportiert werden müssen, stellt der dafür notwendige logistische Aufwand oft eine ernsthafte Belastung für das geplante Geschäftsmodell dar. Durch die Verarbeitung von Biomasse-Rohstoffen vor Ort – direkt am Feldrand oder auf einer Waldlichtung – können Betreiber die Logistikkosten um bis zu 75 % senken.

Der Takavator, eine transportable Einheit, die mit einem Pickup oder Traktor gezogen werden kann, kommt zur Biomasse, anstatt dass die Biomasse zu stationären Anlagen gebracht werden muss.

Workers loading oranges onto a trailer attached to a blue tractor in an orange orchard
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Verbesserung der Wasser- und Nährstoffspeicherung mit Kompost und Biochar

Die Wichtigkeit einer guten Versorgung landwirtschaftlicher Böden mit organischem Kohlenstoff (vulgo „Humusgehalt“) ist in der heimischen Landwirtschaft seit langem bekannt. Verschiedene geförderte ÖPUL-Maßnahmen haben in den vergangenen Jahrzehnten den Kohlenstoff-Erhalt bzw. -Aufbau im Boden unterstützt. 

Die Erkenntnis, dass Kompost und Biochar ebenfalls zu diesen humusaufbauenden Maßnahmen gehören, setzt sich derzeit auch in der Zitruswirtschaft Floridas durch. Floridas Zitrusbäume stehen oft unter Druck durch Huanglongbing (HLB). Diese bakterielle Krankheit, übertragen durch den Zitrus-Blattsauger, schwächt das Wurzelsystem und verringert die Fähigkeit des Baumes, Wasser und Nährstoffe aufzunehmen. Hinzu kommt, dass die meisten Zitrusplantagen in Florida auf sandigen Böden mit sehr wenig organischem Material liegen. Diese Böden entwässern schnell, haben Schwierigkeiten, Nährstoffe zu speichern, und verlieren sowohl Wasser als auch Dünger aus der Wurzelzone.

Die Erhöhung der Häufigkeit von Wasser- und Düngemittelanwendungen hat gezeigt, dass sie den Ertrag von HLB-betroffenen Bäumen verbessert. Die intensiveren Anwendungen sind jedoch arbeits- und kostenintensiv. Organische Zusatzstoffe wie Kompost und Biochar können die organische Substanz im Boden erhöhen und die Fähigkeit des Bodens verbessern, Wasser und Nährstoffe zu speichern. Auch wenn diese Materialien HLB nicht heilen oder verlorene Wurzeln wiederherstellen, können sie die Bedingungen für die verbleibenden Wurzeln verbessern und deren Funktion effizienter machen, was letztlich zu gesünderen Bäumen führt.

Um die Wirksamkeit von Kompost und Biokohle zu beweisen, verglich eine Outdoor-Containerstudie des University of Florida Institute of Food and Agricultural Sciences (UF/IFAS) einen reinen Sandboden mit Sand, der mit Kompost und Kompost sowie Biochar in unterschiedlichen Raten behandelt wurde. Die Unterschiede im Wasserverhalten waren offensichtlich. Steigende Kompostraten, insbesondere in Kombination mit Biochar, verbesserten die Wasserspeicherfähigkeit des Bodens erheblich und verlangsamten die Bodenaustrocknung zwischen den einzelnen Bewässerungsereignissen. Diese Ergebnisse zeigen den Weg zu einer langfristigen Bodengesundheitsstrategie bei der Zitrusproduktion in Florida.

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9. Österreichischer Biochar-Day – Aufruf zu Beiträgen

Termin: 1. Oktober 2026 (plus Exkursionstag 2. Oktober)

Ort: TU Wien (Böcklsaal), Karlsplatz 13, 1040 Wien

Der heurige nationale Biochar-Day findet erstmals an der TU Wien statt! Nutzen Sie ihn als Plattform für wissenschaftlichen Austausch und die Diskussion aktueller Entwicklungen im Bereich Biochar! Im Mittelpunkt stehen neueste Erkenntnisse aus Forschung und Praxis sowie internationale Trends. Das Angebot richtet sich an Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Industrie, Politik & Verwaltung sowie an Verbände, Behörden & Entscheidungsträger aus Österreich wie auch international.

Sie sind herzlich zur Einreichung eines Beitrages über den Link https://cloud.oeaw.ac.at/index.php/s/BgsXR3Ksy9o34pW eingeladen (wahlweise auf Deutsch oder Englisch; Deadline: 15. Juni 2026). Näheres finden Sie im

Merken Sie sich auch den Exkursionstag 2. Oktober 2026 vor – das Programm wird gerade erstellt und ist demnächst auf der ÖBIKA-Homepage zu finden.

Events, News

Biochar Summit 2026: Programmdetails veröffentlicht

Termin: 10.-11. Juni 2026

Ort: Lilienthalgasse 6, 1030 Wien (Stage 3)

Programmdetails für den (bereits mehrfach angekündigten) Biochar Summit 2026 in Wien, organisiert von Biochar Europe, finden Sie unter

Exkursionstag: 12. Juni. Die gewählten Exkursionen sind separat zu buchen unter

Auch für den „Focus Day – Biochar in Materials“ (der ebenfalls unabhängig vom Biochar Summit zu buchen ist) gibt es ein Detailprogramm:

Termin: 9. Juni 2026

Ort: Lastenstraße 19, 1230 Wien (Reallabor Fassfabrik)

News, Publikationen

CRCF-Days in Brüssel

Termin: 20.-21. Mai 2026

Ort: Albert Borschette Conference Centre, Brussels / BE

Das erste jährliche Treffen der CRCF-Gemeinschaft (CRCF = Carbon Removal Carbon Farming) für dauerhafte CO2-Entfernung und Carbon Farming findet vom 20. bis 21. Mai in Brüssel statt. Auf Grund der hohen Nachfrage ist eine Teilnahme möglicherweise nur mehr online möglich.

Die Diskussionen sind entsprechend der beiden Hauptthemen strukturiert:

• Tag 1 – Dauerhafte Kohlenstoffentfernungen

• Tag 2 – Carbon Farming 

Die Teilnehmer haben die Möglichkeit:

• Ein Update zu den Entwicklungen des CRCF einschließlich des weiteren klimapolitischen Rahmens zu erhalten

• An Diskussionen zur Gestaltung des EU CRCF Buyers‘ Club teilzunehmen

• Ansichten mit Lieferanten, Käufern und anderen Interessengruppen zu zentralen Herausforderungen und Chancen bei CO2-Entfernungen und CO2-Landwirtschaft auszutauschen

Events, News

34. Europäische Biomasse-Konferenz (EUBCE)

Termin: 19.-22. Mai 2026

Ort: Den Haag (World Forum The Hague), Niederlande

Die EUBCE ist als Veranstaltung zu beschreiben, die das Gleichgewicht zwischen Nachhaltigkeit in Bezug auf die Umwelt und der wirtschaftlichen Leistung der gesamten Biomassenutzungskette behandelt – nicht zu vergessen die Wissenschaft. Diese Konferenz behandelt alle Aspekte der Biomasse, von Ressourcen, Forschung, Innovation, Einsatz bis hin zu Politiken. Die Ausstellung legt besonderen Wert auf eine enge Partnerschaft zwischen Wissenschaft, Forschungseinrichtungen und Industrie. Das Technische Programm wird vom Gemeinsamen Forschungszentrum der Europäischen Kommission koordiniert.

Themen:

  • Nachhaltige Ressourcen zur Dekarbonisierung der Wirtschaft
  • Nachhaltigkeit, Auswirkungen, Richtlinien und Systemanalyse
  • Biomasse, biobasierte Produkte und Integration von Bioenergie
  • Biomasseumwandlung für Bioenergie
  • Biomasseumwandlung in intermediäre Bioenergieträger und nachhaltige Biokraftstoffe
  • Biomasseumwandlung in Biomaterialien und Chemikalien

Auch das Thema Biochar kommt bei der EUBCE nicht zu kurz:

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Aufruf zu Beiträgen bei der “2026 North American Biochar Conference”

Termin: 16.-18. November, 2026 |

Ort: New Orleans, Louisiana / USA

Abstract-Einreichungen sind bis 20. Mai 2026 möglich. 

Das Programm der diesjährigen North American Biochar Conference (NABC2026) dreht sich um das Thema „Den Standard für Biochar setzen: Vertrauen. Hochskalierung. Akzeptanz.“ Einreichungen werden in den Bereichen Märkte, Finanzen, Forschung, Normen, Forstwirtschaft, Policy, Produktion und mehr entgegengenommen.

Sitzungsformate:

• Breakout-Sessions und technische Präsentationen für fokussierte Einblicke und Fallstudien

• Podiumsdiskussionen und Kamingespräche für Gespräche aus verschiedenen Perspektiven

• Posterpräsentationen zu Forschung, Projekten, Technologien und neuartigen Anwendungen 

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Workshop zur EU-Düngeprodukt-Verordnung: Klärschlammkohle – bitte warten

Am 21.4.2026 fand ein Hybrid-Workshop mit der Präsentation des 2. Zwischenberichts des NMI-Institutes (Nutriënten Management Instituut BV, Wageningen) zur Bewertung von neuen Materialien und Prozessen bezüglich der Aufnahmemöglichkeit in die EU-Düngeprodukt-VO (Fertilising Products Regulation, FPR) statt. Beauftragt wurde diese Studie von der DG GROW (Directorate General for Internal Market, Industry, Entrepreneurship and SMEs). Insgesamt wurden 32 Materialien bzw. Prozesse behandelt, für die Vorschläge zur Aufnahme in die FPR bzw. zur Ausweitung des derzeitigen Umfangs vorlagen. Einer dieser Vorschläge betraf Klärschlamm als Eingangs-Material für CMC 14. CMC steht für „component material category“; CMC 14 regelt die Verwendung von Pyrolyse- und Vergasungsmaterialien (daher auch von Biochar) in EU-Düngeprodukten.

Nachdem im 1. Zwischenbericht von NMI die Verwendung von Klärschlamm in der Pyrolyse noch als interessant und verfolgenswert angesprochen worden war, änderte sich im 2. Zwischenbericht die Bewertung. Unter Missachtung einer Vielzahl von Studien, welche von einer verlässlichen Zerstörung von PFAS (per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen) bei ausreichend hohen Temperaturen (>600 °C) berichtet haben, befand NMI die Datenlage für nicht ausreichend und empfahl eine spätere Wiederbewertung, wenn die Prozessparameter, Analysemethoden und Grenzwerte besser geklärt wären. Da es zu all diesen Fragestellungen jedoch viele wissenschaftlich fundierte Daten und Studien gibt, wies ÖBIKA in einem Kommentar zum Zwischenbericht auf die von NMI ignorierten Studien hin und schlug auf Basis der vorliegenden wissenschaftlichen Ergebnisse eine Einbeziehung von Klärschlamm als erlaubtes Eingangsmaterial für CMC 14-Produkte vor. Ähnliche Kommentare wurden auch von anderen Biochar-Stakeholdern verfasst und an NMI geschickt. Es wird sich zeigen, ob im zukünftigen Schlussbericht eine Berücksichtigung des aktuellen Stands des Wissens stattgefunden hat.

Zitat:

Van Schöll L & Riechelman W.H. (2026), Technical study to support the inclusion of new materials and processes under the Fertilising Products Regulation (FPR); Lot 2: Materials and processes under the FPR. Second interim report; Assessment of market perspective, agronomic efficiency and environmental safety. Nutriënten Management Instituut BV, Wageningen, Report NMI 2002.N.23(III), pp 187