Events, News

27.11.2025 – Schweiz: CharNet bietet Informationsaustausch zur Pyrolyse von Siebüberläufen

Der Schweizer Biochar-Fachverband CharNet organisiert am

Donnerstag, 27.11.2025, 16.00 –17.15 Uhr

einen offenen Informationsaustausch zum Thema Siebüberläufe. Ursprünglich nur für CharNet-Mitglieder gedacht, wird auf Anfrage aber auch die Teilnahme von Nicht-Mitgliedern ermöglicht (Mail an: info@charnet.ch )

Programm:

  • Kurzpräsentation Niko Hagemann, Agroscope: Resultate des Forschungsprojekts zur Pyrolyse von Siebüberläufen
  • Kurzpräsentation Johanna Kestler, IWB: Herausforderungen in der Praxis und Lösungsansätze 
  • Diskussion im Plenum

Events, News

2. 12. 2025 – Was bedeutet die Europäische Entwaldungsverordnung (EUDR) für die Lieferketten von Pflanzenkohle?

am Dienstag, den 2. Dezember, von 11:00 bis 12:00 Uhr

lädt German Biochar zu einer exklusiven Diskussionsrunde über die bevorstehende Europäische Entwaldungsverordnung (EUDR) ein.

 Die Veranstaltung wird von Florentin Morick (Brüning Group) moderiert. Er gibt einen kompakten Überblick darüber,

• welche Inhalte und Ziele die EUDR verfolgt,

• wie sie die Lieferketten von Pflanzenkohle beeinflusst,

• und welche konkreten Schritte erforderlich sind, um die neuen Vorgaben einzuhalten.

Im Anschluss an den Vortrag gibt es die Möglichkeit, in einer offenen Gesprächsrunde Erfahrungen einzubringen und Fragen zu stellen.

Foto: freepik.com

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Permanenz von Biochar im Boden – ein Fachartikel als Policy-Kommentar

Die nicht zuletzt seitens der EU vorangetriebenen Bemühungen, einen homogenisierten Markt für CO2-Zertifikate für die Entfernung von CO2 aus der Atmosphäre oder aus Abgasen zu etablieren, hat bezüglich Biochar Diskussionen über die verlässlichsten Berechnungsmethoden des im Boden verbleibenden Kohlenstoffs angeheizt. Gegenwärtig stehen zwei Verfahren zur Diskussion:

a) ein algorithmen-getriebenes Verfahren bezieht Biochar-Charakteristika sowie Boden- und Umweltparameter für die Dauerhaftigkeit des Kohlenstoffs im Boden ein,

b) ein aus der Charakterisierung fossiler Kohle übernommenes Verfahren bestimmt durch Reflexionsmessungen den Inertinit-Anteil, der als sehr langfristig stabil und vollständig abbauresistent angesehen wird.

Während in den aktuellen Verhandlungen für die CRCF-Methodik derzeit beide Verfahren noch als gleichwertig angesehen werden, argumentieren Schmidt et al. für die Präferenz einer algorithmischen Berechnungsmethode für die Dauerhaftigkeit des Biochar-Kohlenstoffs im Boden. Sie sehen die Unterschiede zwischen einer fossilen Kohle und einer den variablen (abbauenden ebenso wie stabilisierenden) Bodenbedingungen ausgesetzten Biochar als zu gravierend an, als dass die beiden Verfahren der C-Permanenz-Bewertung als gleichwertig angesehen werden können. Sie empfehlen Vorsicht bei der Festsetzung von Standards und schlagen die Verbesserung von Biochar-Abbaumodellen mit ausreichenden Sicherheitsmargen unter konservativen Annahmen vor. Allerdings gehen die AutorInnen kaum auf die bereits existierenden Vorschläge in diese Richtung ein und diskutieren nicht die möglichen Auswirkungen auf den freiwilligen Kohlenstoff-Markt und auf die CRCF-Verordnung.

Zitat:

Schmidt, H.-P. et al.: Biochar Permanence—A Policy Commentary. Global Change Biology Bioenergy 17(12), e70092, 2025.

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Globaler C-Sink-Standard für Baumaterialien verfügbar

Der Global Construction C-Sink Standard überprüft Gebäude und Bauwerke, die kohlenstoffspeichernde Materialien (C-Sink-Materialien) aus Biomasse enthalten.

Entwickelt in Zusammenarbeit mit dem Ithaka Institute for Carbon Strategies und OPENLY, kann der Construction C-Sink Standard breit im gesamten Bausektor angewendet werden. Alle Gebäude, die biomassebasierte Materialien wie Hanf, Stroh, Biochar und andere enthalten, können als Kohlenstoffsenken (C-Senken) zertifiziert werden.

Das erste Carbon Sink-Zertifikat gemäß dem Global Construction C-Sink Standard wurde bereits herausgegeben.

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Deutschland: Novocarbo vergibt erste CDR-Credits aus Biochar-Asphalt

Das in Hamburg ansässige CO2-Removal-Unternehmen Novocarbo hat erfolgreich die ersten CO2-Zertifikate aus seinem Pilotprojekt mit biochar-angereichertem Asphalt in Deutschland vergeben. Die verifizierten hochwertigen Gutschriften, die am Standort des Unternehmens Carbon Removal Park Baltic Sea (Grevesmühlen in Mecklenburg-Vorpommern) generiert wurden, sind nun für Käufer, die auf Nachhaltigkeitsziele hinarbeiten, auf dem Markt verfügbar.

Laut Novocarbo hat die dortige Anlage das Potenzial, jährlich 3200 Tonnen Kohlendioxid zu entfernen und 1700 Tonnen Biochar sowie 6600 MWh umweltfreundliche Wärme zu erzeugen.

Im Juni 2025 startete das Unternehmen gemeinsam mit Hansa Asphalt ein Pilotprojekt, bei dem die Integration von Biochar in Asphalt untersucht wird. Dabei wurden fast 7 Tonnen Biochar in die oberste Schicht eines Straßenoberflächenmaterials gemischt, mit einem Volumen von etwa 3 % des Gesamtmaterials. Das Pilotprojekt konnte die Auswirkungen des biochar-verstärkten Asphalts auf die Kohlenstoffentfernung nachweisen und stellte fest, dass das Biochar-Material auch zur Verbesserung der Viskosität und Qualität des Asphaltprodukts beitrug. Weiter soll untersucht werden, inwieweit die Biochar aufgrund ihrer antioxidativen Eigenschaften dazu beitragen könnte, die Alterungs­beständigkeit von Asphalt zu verbessern.

Foto: https://www.publicdomainpictures.net/en/view-image.php?image=223070&picture=new-asphalt

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Belgische Studie zum Biochar-Markt 2025

Diese globale Marktstudie wurde von der belgischen Entwicklungsagentur (ENABEL) im Rahmen des VABICUI-Programms in Auftrag gegeben. Ziel war es, einen umfassenden Überblick über den Biochar-Sektor und insbesondere die Markttrends zu geben, um potenzielle Investoren zu informieren und Investitionen in Biocharprojekte insgesamt zu fördern (Schwerpunkt Elfenbeinküste und Westafrika). Die Ergebnisse dieser Arbeit wurden in 4 separaten Ergebnissen (auf Französisch) präsentiert, die jeweils einen spezifischen Aspekt der Analyse abzielten: 1. Überprüfung der Methoden und Technologien der Biocharproduktion 2. Analyse des globalen Angebots und der Nachfrage nach Biochar 3. Analyse des Biocharmarktes 4. Chancen und Risiken für die Entwicklung des Biocharsektors in der Elfenbeinküste. Dieses Dokument ist eine übersetzte Zusammenfassung der Ergebnisse 2 & 3 für Branchenakteure und potenzielle Investoren als Überblick über die Marktchancen und Risiken für den Biochar-Sektor.

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Ein skeptischer Blick auf Biochar: Warum eine bewährte Klimalösung sich nicht schneller verbreitet

Das ist das Biokohlenparadoxon: Eine technisch machbare Lösung mit enormem Potenzial für Kohlenstoffspeicherung, Bodengesundheit und Abfallmanagement bleibt kommerziell stagnierend. Die Hauptbeschränkungen sind nicht technologisch, sondern ein tiefgreifendes und miteinander verbundenes Versagen von Marktstrukturen, Wirtschaftsmodellen und politischer Koordination.

Kohlenstoff-Marktversagen: Eine Vertrauenskrise der Anleger lähmt den Kohlenstoffmarkt für Biokohle, getrieben durch unklare Standardregeln und wissenschaftliche Debatten über deren Dauerhaftigkeit, wodurch der Vermögenswert schwierig zu bewerten ist.

Hohe Investitionskosten (CAPEX) bedeuten, dass das einzige tragfähige Geschäftsmodell das Revenue Stacking ist – also die Kombination von Einnahmen aus CO2-Gutschriften, physischen Biochar-Verkäufen, Co-Produktion von Energie und Abfallgebühren.

Dieses Geschäftsmodell wird durch institutionelle Fragmentierung oder politische Silos gelähmt. Da die Vorteile von Biochar mehreren Sektoren (Landwirtschaft, Energie, Klima, Abfallwirtschaft) zugutekommt, ist es eine Technologie, die oft als Querschnittsmaterie betrachtet wird, für die sich kein Sektor primär zuständig fühlt.

Als Lösung wird bessere Integration angesehen: Der Weg nach vorne ist keine neue Technologie, sondern strukturelle Veränderungen: Durch die Nutzung von Aggregator-Geschäftsmodellen und einer gesamtstaatlichen Politik, um Biochar systematisch in bestehende Rahmenwerke zu integrieren.

Der Zugang zum Artikel erfordert ein Abo für BiocharToday, welches aber keine hohe Preishürde darstellt. 

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Auf die Probenahme kommt es an: Bodenbeprobung für Biochar-Kohlenstoff ist problematisch

Bodenproben als Berechnungsbasis für CO₂-Zertifikate können fehlerhafte Resultate liefern. Ein Feldtest ergab, dass eine Probenahmemethodik die Menge des hinzugefügten Biochar-Kohlenstoffs um bis zu 6,9 t/ha überschätzte, was die Methode für die quantitative Bestimmung „ungeeignet“ machte.

Biochar mischt sich als Feststoff nicht gleichmäßig mit Boden (einem anderen Feststoff). Eine zu kleine Stichprobe zur Analyse ergibt ein zufälliges Ergebnis, keinen genauen Durchschnitt.

Die methodischen Vorschriften für die Probenahmen sind offenbar nicht zuverlässig: Das EU-REDII-IR, das Bodenproben für Biochar vorschreibt, basiert auf einer wissenschaftlich fehlerhaften Methode, die Unsicherheit und hohe Kosten für Landwirte und Produzenten schafft.

Die Studie empfiehlt daher, die Berechnung von carbon credits durch Biochar nicht auf Bodenbeprobungen zu basieren. Eine genauere Methode würde darin bestehen, (1) Biochar vor der Anwendung genau zu charakterisieren und zu zertifizieren, um den genauen Kohlenstoffgehalt zu kennen, und (2) ein Audit zu nutzen, um zu beweisen, dass die Biochar tatsächlich in den Boden eingebracht worden ist.

Zitat:

Chiaramonti, D., Lotti, G., Tozzi, F., Casini, D., Vaccari, F. P., Sanei, H., Luconi, M., & Buffi, M. (2026). Is soil sampling appropriate for quantitative carbon accounting for biochar? An experimental investigation to assess soil carbon accumulation. Biomass and Bioenergy, 205, 108537.

Foto: flickr.com

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Lebenszyklus-Analysen verschiedener Biochar-Anwendungsszenarien in der Schweizer Landwirtschaft

Diese Studie untersuchte 8 Anwendungsszenarien von Biochar, welche für die Schweizer Landwirtschaft typisch sind, welche aber auch Relevanz für die österreichische Landwirtschaft haben:

(1) Biochar in Tiereinstreu gemischt (entsprechend 1 % des Futters, m/m)

(2) Biochar in Tiereinstreu gemischt (10 % des Strohvolumen)

(3) Biochar als Schwimmschicht in der Güllelagerung als Beispiel für ein innovatives Wirtschaftsdünger-Management

(4) Direkte Biochar-Anwendung auf Boden (1000 kg/ha) 

(5) Direkte Biochar-Anwendung auf den Boden (5000 kg/ha)

(6) Kombination der Szenarien 1, 3 und 4

(7) Kombination der Szenarien 2, 3 und 5

(8) Kombination der Szenarien 1 und 4

Diese Ökobilanzstudie zeigt, dass im gesamten Lebenszyklus von Biochar / Pflanzenkohle (Produktion, Kaskaden-nutzung und C-Sequestrierung) die C-Sequestrierung den bei weitem wichtigsten Klimaschutzfaktor darstellt. Der positive Effekt der C-Sequestrierung aufgrund der Applikation von Biochar in den Boden fällt in allen untersuchten Szenarien (ausgenommen Szenario 3) über 50-mal stärker ins Gewicht als die modellierten Änderungen der direkten Feld- und Tieremissionen im ersten Jahr nach der Applikation. Biochar zeigt jedoch auch in den Folgejahren noch Wirkung im Boden und trägt daher weiter zur Abmilderung der unerwünschten Nebeneffekte der Landwirtschaft bei, z. B. durch die Reduktion der Nitratauswaschung.

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Syncraft-Anlage versorgt bekanntes Tiroler Wellness- und Luxushotel

In Going am Wilden Kaiser hat das berühmte Stanglwirt-Resort sein klimapositives Syncraft-Kraftwerk eingeweiht. Das familiengeführte Hotel wurde erstmals 1609 erwähnt und ist heute eines der weltweit führenden Bergresorts.

Das Kraftwerk von Syncraft wandelt regionale Holzreste in Strom und Wärme für das Hotel sowie grünen Kohlenstoff (Biochar) um.

Foto: https://de.wikipedia.org/wiki/Going_am_Wilden_Kaiser#/media/Datei:Going_Panorama.jpg