Im Rahmen des Projektes „GreenCarbon Lab“ wurde am Technopolstandort Wieselburg Infrastruktur zur Erforschung und Produktion nachhaltiger Kohlenstoff-Produkte (GreenCarbon) errichtet. Das Kernstück bilden zwei Pyrolysereaktoren, in denen organische Roh- und Reststoffe zu (Pflanzen-)Kohle, Pyrolyseöl und Gas umgewandelt werden. Die Anlagen wurden nun unter der Leitung des Kompetenzzentrums BEST fertiggestellt und unter prominenter Teilnahme der Landespolitik offiziell eröffnet.
Kategorie: News
Das European Biochar Certificate (EBC) wird global: Einführung des World Biochar Certificate (WBC)
Biokohle hat nicht nur einen europäischen, sondern einen globalen Markt. Eine Anpassung an globale Markterfordernisse sind im World Biochar Certificate (WBC) verwirklicht, ohne die wesentlichen Elemente und Qualitätserfordernisse des European Biochar Certificate (EBC) aufzugeben.
Neues über Anwendungsmöglichkeiten Biokohle
Biokohle als Elektrodenmaterial
Biokohle aus verschiedenen Inputmaterialien, selbst aus Klärschlamm, kann als Anodenmaterial in Natrium-Ionen eingesetzt werden und dadurch Graphit-Elektroden in Batterien ersetzen.
Holzessig als Pflanzenstärkungsmittel
Holzessig kann als Nebenprodukt bei der langsamen Pyrolyse von Holz durch Kondensation der flüchtigen Anteile gewonnen werden. Holzessig wird seit Jahrhunderten in der traditionellen Medizin eingesetzt. Aktuell rücken die Verwendungsmöglichkeiten als natürliches Pflanzenschutzmittel (Insektizid) und als Pflanzenstärkungsmittel in den Vordergrund, in Kombination mit Biokohle auch für die Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit.
Weitere Infos und ein Link zu einer neuen Studie (Effect of the Interaction between Wood Vinegar and Biochar Feedstock on Tomato Plants) finden Sie hier:
Biokohle als Asphalt-Zuschlagsstoff verdient Carbon Credits
Nach den erfolgreichen Vorarlberger Pilotversuchen zum Einsatz von Biokohle bei der Straßen-Asphaltierung wird man auch international auf diese Verwendungsmöglichkeit von Biokohle aufmerksam. Dieser Einsatz zahlt sich im Handel von „CO2 Removal Credits“ aus und wird auch von den etablierten Handelsplattformen promoted.
Neuer Artikel bestätigt, dass regelmäßige jährliche geringe Gaben von Biochar langfristig besser auf den Pflanzenertrag wirken als 1x hohe Gaben
In einem 6-jährigen Feldversuch mit Reis haben chinesische Forscher nachgewiesen, dass jährliche geringe Gaben von Biokohle (2,8 t/ha) den Reisertrag positiver beeinflussten als eine hohe Gabe (22,5 t/ha) nur einmal zu Beginn.
Neues Video über „Carbon Farming“ und „Carbon Credits”
CREA und Teagasc (italienische und irische landwirtschaftliche öffentliche Forschungsinstitutionen) haben ein 5-Minuten-Video veröffentlicht, in dem die wichtigsten Fragen über Carbon Farming, Carbon Credits und Carbon Accounting beantwortet werden.
Diese Fragen sind auch für alle landwirtschaftlichen Anwender*innen von Pflanzenkohle relevant. Die im Video angesprochene „exogenous organic matter“ ist nämlich ein Sammelbegriff für Kompost, Gärreste, Wirtschaftsdünger und Pflanzenkohlen. Deren Ausbringung auf landwirtschaftliche Böden ist eine der Varianten des Carbon Farmings
Neuer Artikel beschreibt Biochar als Trägermedium für Mikroorganismen
Ein Mikroorganismen-Konsortium aus verschiedenen Bacillus-Arten konnte als Biofilm auf Biokohle kultiviert werden. Die auf diese Weise mit nützlichen Bakterien angereichert Biokohle konnte als organischer Dünger eingesetzt werden. Die Bakterien blieben auch nach 4-monatiger Lagerung der Biokohle noch aktiv.
Wieselburg: Green Carbon Lab eröffnet
Am Technopol-Standort Wieselburg wurde kürzlich das „Green Carbon Lab“, geleitet vom Kompetenzzentrum BEST GmbH, eröffnet. Das Green Carbon Lab bietet eine exzellente Forschungsinfrastruktur zur Untersuchung der Produktion von Pflanzenkohle, Pyrolyseöl und Gas aus organischen Roh- und Reststoffen mittels Pyrolyse. Die Leitung des Projekts hat Elisabeth Wopienka, Area Managerin im COMET-Kompetenzzentrum BEST – Bioenergy and Sustainable Technologies, inne.
Auch in Afrika: Pflanzenkohle aus Kaffeeresten im industriellen Maßstab
Die Schalen von Kaffeebohnen, die in Kameruns größter Kaffee-Verarbeitungsanlage anfallen, werden zu 2000 t Pflanzenkohle jährlich verarbeitet und an die lokalen Kaffeefarmer*innen verteilt. Die Anlage nahm im vergangenen Jahr den Betrieb auf und ist für Carbon removals zertifiziert.
In Handarbeit hergestellte Pflanzenkohle kann als Kohlenstoff-Senke zertifiziert werden
Der „Global Artisan C-Sink Standard“ ermöglicht es Kleinbauern und -bäuerinnen, bei Befolgung bestimmter Qualitätskriterien während der Pflanzenkohle-Herstellung bei landwirtschaftlicher Anwendung CO2-Zertifikate über bestehende Handelsplattformen zu verkaufen und dadurch zusätzliches Einkommen zu generieren.
Hier finden Sie die Richtlinien für die Herstellung und Zertifizierung handwerklich produzierter Pflanzenkohle:
EBC-Version 10.3 und neue Positivliste erlauben zusätzlich Eingangsmaterialien für die Pyrolyse
Die neueste Version des European Biochar Certificate hat die Möglichkeit eröffnet, bestimmte bisher nicht zugelassene Eingangsstoffe für die Pyrolyse zu verwenden. Dadurch können Nebenprodukte der Tierhaltung (Mist, Gülle) und der tierischen Lebensmittelverarbeitung (Knochen), der Biogas-Produktion (Gärreste) sowie Klärschlamm mittels Pyrolyse verkohlt und als Produkt verwendet werden, sofern eine Mindesttemperatur von 500 °C erreicht wird. Die neue Kohleprodukte können nur für bestimmte Zertifizierungsklassen eingesetzt werden (nicht für Futter und FutterPlus) und unterliegen den gleichen Schadstoff-Grenzwerten wie konventionelle Pflanzenkohlen.
Weitere Informationen und die neuen Richtlinien finden Sie
