Wenn Wasserstoff aus Methan mittels Plasmalyse hergestellt wird, bleibt fester Kohlenstoff über. Ein Forscherteam der Montanuniversität Leoben machte sich Gedanken über sinnvolle Verwendungsmöglichkeiten dieses Kohlenstoffs und ließ sich vom Einsatz von Pyrolyse-Biochar als Bodenhilfsstoff inspirieren. Das Team fasst erste Ergebnisse aus einem Feldversuch mit diesem als CMP (carbon from methane plasmalysis) bezeichneten Material wie folgt zusammen:
- CMP ist hochrein und weist günstige physikochemische Eigenschaften auf.
- CMP verbesserte das Maiswachstum in sauren Böden, jedoch nicht in alkalischem Boden.
In Gewächshausexperimenten mit drei österreichischen Böden mit kontrastierendem pH verbesserte die CMP-Anwendung (0,1–1 % w/w) die Biomasse, den Chlorophyllgehalt und die Nährstoffaufnahme, insbesondere unter leicht sauren Bedingungen, selbst bei 0,1 %. Bei höheren Raten (1 %) reduzieren sowohl CMP als auch Biochar sowohl die Biomasse als auch die Nährstoffaufnahme im alkalischen Boden leicht, was auf ein vergleichbares pH-abhängiges Verhalten hinweist. Ein 29-monatiger Feldversuch bestätigte die Vorteile von CMP, darunter eine erhöhte pflanzlich verfügbare Phosphormenge (bis zu +60 %) und mikrobielle Aktivität (bis zu +25 %) sowie einen reduzierten gelösten organischen Kohlenstoff (bis zu 49 %) im Vergleich zu Kontrollparzellen ohne CMP. Durch die Einführung von CMP als klimapositive und skalierbare, kohlenstoffbasierte Ergänzung erweitert diese Arbeit das Portfolio nachhaltiger Bodenmanagementstrategien und schafft eine Grundlage für mechanistische Studien zu CMP-Boden-Pflanzen-Interaktionen.
Zitat: Nadine Abu Zahra, Stefan Wagner, Markus Puschenreiter, Donata Bandoniene, Celia Fernández Balado, Rebecca Hood-Nowotny, Robert Obenaus-Emler, Gerhard Soja, Markus Kainz, Thomas Prohaska (2026): The potential of carbon from methane plasmalysis as a soil amendment. Journal of Environmental Management 398, 128388.
https://doi.org/10.1016/j.jenvman.2025.128388
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