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Revision des EU-Emissionshandelssystems: Entwurf noch ohne Pflanzenkohle

Am 17. Juli 2026 präsentierte die Europäische Kommission einen Vorschlag für die Überarbeitung des EU-Emissionshandelssystems (EU-ETS).

Es wird vorgeschlagen, in der ETS-Richtlinie einen neuen Artikel 9c vorzusehen, der dauerhafte CO2-Entnahmen in das EU-ETS aufnimmt. Dabei soll die Obergrenze um die Anzahl der Emissionszertifikate erhöht werden, die den auf Basis der CRCF-Regulierung anerkannten CO2-Entfernungs-Einheiten mit BioCCS und DACCS entsprechen. Diese neu geschaffenen Emissions-Erlaubnisse würden für den Kauf der CO2-Entfernungen durch die Kommission zugewiesen werden. Mengenmäßig wird für 2030 mit einer Kohlenstoffentfernung von 2,8 Mio. t CO2/Jahr, 2035 mit 4,3 Mio. t CO2/Jahr und danach mit 5-7 Mio. t CO2/Jahr gerechnet.

Auffallenderweise fehlt Biochar in der Liste der vorgeschlagenen Technologien, obwohl Biochar im erst kürzlich veröffentlichten Delegierten-Akt zur CRCF-Regulierung ausdrücklich als permanente CO2-Entfernungstechnologie gemeinsam mit BioCCS und DACCS angeführt ist. Außerdem wird Biochar im Vergleich der drei Technologien zur permanenten CO2-Entfernung als deutlich billiger als BioCCS und DACCS ausgewiesen (Band 3 von 5 des gleichzeitig veröffentlichten Impact Assessments, S. 46: im Mittel 141 vs. 214 bzw. 428 €/t für 2030). Die Begründung für das Fehlen von Biochar als vorgeschlagene Technologie in einem überarbeiteten EU-ETS ist im Impact Assessment, Band 3, ab S. 65 nachzulesen und klingt einigermaßen widersprüchlich:

Es wird bemängelt, dass ein Monitoring der potentiellen Wieder-Freisetzung von CO2 aus Biochar sowie Haftungsregelungen nicht vorgesehen sind, obwohl in der CRCF-Regulierung festgelegt wurde, dass nach der vorschriftsmäßigen Einarbeitung von Biochar in den Boden oder in Materialien kein weiteres Monitoring erforderlich ist. Obwohl die beiden für die Kohlenstoff-Permanenz anerkannten Analyseverfahren (H/Corg-Verhältnis und Reflexionsbewertung) erwähnt sind, welche sich nur durch langjährige wissenschaftliche Studien und ausführliche Analysen etabliert haben, wird trotzdem diesen Verfahren eine unzureichende Testung und ein Mangel an Langzeitstudien unterstellt. Dieser offensichtliche Widerspruch wird in den zu erwartenden Einsprüchen der europäischen Fach- und Interessensverbände deutlich gemacht werden und auf eine logische Auflösung der Widersprüche gedrängt werden. 

puro earth
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Kohlenstoff-Zertifikatehandel mit Puro.earth: bereits 1 Million Zertifikate im Register

Puro.earth gab bekannt, dass sein Puro-Register offiziell die Marke von 1 Million bezogene CO2-Entfernungszertifikate (CORCs) erreicht hat. Jeder der ausgegebenen CORCs steht für eine Tonne CO2, die dauerhaft aus der Atmosphäre entfernt worden ist und eine vollständige Lebenszyklus-Rückverfolgbarkeit von der Emission bis zum Bezug hat.

Die CORCs sind als von Dritten verifiziertes, vom Register erfasstes Instrument zur dauerhaften Kohlendioxidentfernung (CDR) konzipiert, mit einer dauerhaften Beständigkeit des gespeicherten Kohlenstoffs von 100+ Jahren und in vielen Fällen 1000+ Jahren. Sie erfüllen die Due-Diligence-Anforderungen von Unternehmens-Nachhaltigkeitserfordernissen, von Banken, institutionellen Investoren und Infrastrukturfonds. Als Anlageklasse helfen CORCs bei Projekt- und Eigenkapitalfinanzierung von Entwicklern, die an dauerhaften CO2-Entfernungslösungen arbeiten.

Die Daten deuten auch auf eine wachsende Zahl neuer Käufer hin, was sich in der 4,7-fachen Steigerung der CORC-Begünstigten zwischen 2020 und 2025 zeigt. Puro signalisiert außerdem, dass die durchschnittliche Zeit bis zum Primärhandel – wenn ein CORC gekauft wird – von 115 Tagen im Jahr 2024 auf nur 7 Tage im Jahr 2026 gesunken ist.

Was CDR-Pfade betrifft, so stammten die CORC-Bezüge zum Großteil aus Biochar (48,1 %) sowie aus geologisch gespeichertem Kohlenstoff (33,3 %), kohlensäurehaltigen Materialien (4 %), terrestrischer Biomassespeicherung (0,7 %), verbesserter Gesteinsverwitterung (0,3 %) und anderen Wegen (13,7 %).

sbti
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Neue Version des Corporate Net-Zero Standards

 Die Science Based Targets initiative (SBTi) hat die neue Version ihres Corporate Net-Zero Standards (Version 2.0) vorgestellt. Der Standard gilt als weltweit führender wissenschaftsbasierter Rahmen für Unternehmen, die spätestens bis 2050 Netto-Null erreichen wollen.

 Mit der überarbeiteten Version möchte die SBTi den Fokus stärker auf die praktische Umsetzung der Klimaziele legen. Der aktualisierte Standard enthält umfassende Anpassungen in sechs zentralen Bereichen und orientiert sich an den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen sowie aktuellen Best Practices.

 Version 2.0 richtet sich insbesondere an Unternehmen, die ihre bestehenden Klimaziele ab 2027 erneuern, erstmals ab dem ersten Quartal 2027 Ziele bei der SBTi einreichen oder sich frühzeitig mit den künftigen Anforderungen vertraut machen möchten.

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ISO-Normungs-Komitee für biogene Festbrennstoffe und pyrogene Biokohlen tagte in Berlin

Das internationale Normungskomitee ISO/TC 238 „Solid biofuels and pyrogenic biocarbon“ hielt seine diesjährige Tagung vom 22. bis 26. Juni 2026 in Berlin im Konferenzzentrum des Deutschen Instituts für Normung e.V. (DIN) ab. Es nahmen rund 70 Delegierte und Gäste aus 17 Ländern fast aller Kontinente teil.

Das Gremium erarbeitet seit 2007 Normen zu biogenen Festbrennstoffen und stellt damit u. a. die Grundlage der etablierten Zertifizierung von Holzpellets bereit. 2024 wurde der neue Bereich pyrogener Biokohlen hinzugefügt, in dem aktuell auch die Hauptaktivitäten stattfinden. In der Woche tagten alle Arbeitsgruppen, in denen Normen zur Terminologie, zu Klassifikationen und Spezifikationen, zur Probenahme, zu Sicherheitsaspekten sowie die Analysennormen erarbeitet werden. In der abschließenden Plenarsitzung am Freitag wurde u. a. die Erstellung mehrerer neuer bzw. Anpassung bestehender Normen für die pyrogenen Biokohlen beschlossen. Die Terminologie sowie Normen zur Spezifikation und Klassifikation pyrogener Biokohlen werden bereits seit der letzten Tagung in Tokio 2025 intensiv bearbeitet und machten in der Woche gute Fortschritte, so dass im kommenden Jahr mit der Veröffentlichung zu rechnen ist.

Unter den neu gestarteten Normungsvorhaben gehören die Bestimmung der Stabilität pyrogener Biokohlen mittels Messung der Random reflectance und des Inertinite-Anteils, die Proximate- und Ultimate-Analysen, Selbsterhitzung pyrogener Biokohlen sowie die elektrische Leitfähigkeit pyrogener Biokohlen im Feststoff. Für die letztgenannte Norm ist der Projektleiter Dr. Volker Zelinski, Leiter des Labors für Brennstoff- Boden- und Umweltanalytik der Fakultät Ressourcenmanagement der HAWK in Göttingen. Er ist ebenfalls Projektleiter für die ISO/TS 17222-1 zur allgemeinen Spezifikation pyrogener Biokohlen.

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European Biochar Market Report (2025/2026) – 5. Auflage

Der 5. European Biochar Market Report 2025/2026 von Biochar Europe (BCE) wirft einen genaueren Blick darauf, wie sich der europäische Biochar-Sektor entwickelt, wohin die Produktion verläuft und welche Märkte beginnen, die nächste Wachstumsphase zu definieren.

Der Bericht untersucht den aktuellen Stand der Biocharproduktion in Europa, einschließlich Industrieaktivitäten, Kapazitätsentwicklung und Marktbedingungen, die Investitionsentscheidungen prägen. Außerdem werden die Rolle von Biochar Carbon Removal (BCR), die wachsende Relevanz von Kohlenstoffmärkten und die politischen Signale betrachtet, welche die Schnelligkeit der Skalierung des Sektors beeinflussen können.

Über Produktionszahlen hinaus untersucht der Bericht, wo Biochar in verschiedenen Anwendungen und industriellen Wertschöpfungsketten an Relevanz gewinnt. Von der Kohlenstoffentfernung und Landwirtschaft über Baumaterialien, Metallurgie bis hin zu anderen aufkommenden Anwendungen skizziert er die Fragen, die viele Unternehmen, politische Entscheidungsträger und Projektentwickler heute stellen: Woher kommt die Nachfrage? Welche Sektoren bewegen sich zuerst? Welche Hürden bleiben übrig? Und was wird nötig sein, um von einzelnen Projekten zur breiteren Marktintegration überzugehen?

Der Bericht stellt den europäischen Biocharmarkt zudem in einen breiteren Kontext der Klima- und Industriepolitik. Es untersucht, wie regulatorische Rahmenbedingungen, die Nachfrage nach Kohlenstoffentfernung und sektorspezifische Anwendungen die kommenden Jahre prägen könnten, ohne die Marktgeschichte auf einen einzigen Trend oder Datenpunkt zu reduzieren.

Concrete mixer pouring fresh concrete into a reinforced roadwork trench
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White Paper von BCE zum Einsatz von Biochar im Bauwesen

Das neue White Paper von Biochar Europe (BCE), „Decarbonizing the built environment with Biochar: A Blueprint“, untersucht, wie Biochar die Dekarbonisierung von Baumaterialien wie Beton, Zement und Asphalt unterstützen kann. Die Broschüre beschreibt, wie Biochar zur langfristigen Kohlenstoffspeicherung und zum Übergang von Pilotprojekten zur kommerziellen Praxis beitragen kann. Sie vereint technische, regulatorische und projektbasierte Perspektiven für Interessensgruppen entlang der gesamten baulichen Wertschöpfungskette, von Produzenten und Planern bis hin zu Baufirmen, Finanzinstituten und Regulierungsbehörden.

Das White Paper enthält:

Bewertung der Leistung von Biochar als funktionaler Zusatzstoff, der in der Lage ist, atmosphärischen Kohlenstoff in langlebigen Bauprodukten zu binden und Gebäude sowie Infrastruktur in Kohlenstoffsenken zu verwandeln.

Überprüfung von Vorteilen und Lücken der EU-policies wie EN-12878 und EN-15804, die Leitlinien für die Entwicklung von Biochar-Bauprojekten bieten.

Leitfaden für Stakeholder über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg, um Projekte zu entwickeln und zu unterstützen, die von der CO2-Entfernung auf Basis der CRCF-Regulierungen profitieren können.

Beispiele von realen Projekten in großem Maßstab, welche den Übergang von der Pilotphase zur kommerziellen Praxis zeigen.

Bild wurde mit Unterstützung von KI erstellt.

Workers oversee molten metal pouring from a tilted furnace into a ladle
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White Paper von BCE zum Einsatz von Biochar in der Metallurgie

“Defossilising Steel & Metallurgy: Biochar’s Policy Priorities for the European Union”

Das Whitepaper von Biochar Europe (BCE) erklärt, wie Biochar aus Pyrolyse als „erster und letzter Schritt“ auf dem Weg zu einer klimaneutralen und wettbewerbsfähigen metallurgischen Industrie dient.

Als einsatzfähiger, lokal produzierter Ersatz für fossile Kohle ist Biochar die langfristige Lösung für Industrien, die den Einsatz von festem oder physikalischem Kohlenstoff nicht verhindern können. Die Arbeit untersucht, wie moderne Pyrolyseanlagen als fortschrittliche Bioraffinerien funktionieren, die anpassbare Biochar sowie wertvolle Wärme und Strom produzieren.

Die Nutzung von Biokohle ist derzeit durch wirtschaftliche und strukturelle Barrieren begrenzt. Um ihr Potenzial zu entfalten, skizziert das Whitepaper zentrale politische Prioritäten für die Europäische Union, wie etwa die Schaffung von fairen Wettbewerbsbedingungen für erneuerbaren Kohlenstoff und die Sicherstellung einer nachhaltigen Biomasseversorgung durch das Prinzip der Kaskadennutzung.

Bild wurde mit Unterstützung von KI erstellt.

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Vom Kaffeesatz zu Biochar in 90 Sekunden

Wie kürzlich im Chemical Engineering Journal veröffentlicht wurde, entwickelten Forscher von KIGAM (Korea Institute of Geoscience and Mineral Resources) eine neue Methode namens Flammenplasma-Pyrolyse, bei der „Kaffeeabfälle in einen Plasma-Zustand gesetzt werden“ und Temperaturen von bis zu 900°C erreicht werden. Die extreme Hitze führt dazu, dass die im Kaffee eingeschlossene Feuchtigkeit „hunderte mikroskopisch kleine Explosionen auslöst“ und so die leichte, poröse Struktur entsteht, die in Biochar erwünscht wird. Die Feuchtigkeit wirkt nicht als Barriere, sondern wird selbst zu einem dampfaktivierenden Mittel, das die Reaktionen beschleunigt und die Produktqualität verbessert. Der gesamte Vorgang dauert nur 90 Sekunden und erfordert kein Vortrocknen.

Jedes Jahr erzeugt der weltweite Kaffeekonsum mehr als 10 Millionen Tonnen verbrauchten Kaffeesatz, von denen die meisten auf Deponien oder Komposthaufen landen oder verbrannt werden, wodurch Treibhausgase freigesetzt und die Umwelt verschmutzt werden.

Bei der traditionellen Pyrolyse wird Kaffeesatz in einer sauerstoffarmen Umgebung zwischen 20 Minuten und einigen Stunden hoher Hitze ausgesetzt. Vor der Pyrolyse muss der Kaffeesatz jedoch eine Vortrocknungsphase durchlaufen, da er durchschnittlich 55% Feuchtigkeit aufweist.

Der Wegfall der Vortrocknung bei der Flammenplasma-Pyrolyse löst eines der Probleme beim Upcycling von Kaffee. Kaffeesatz hat einen hohen Feuchtigkeitsgehalt, der traditionell entfernt werden muss, bevor er zu Biochar verarbeitet werden kann, aber dieser Aufwand schafft Barrieren gegen eine weitere Verbreitung. Der Verzicht auf das Vortrocknen erleichtert die Pyrolyse und macht Kaffeesatz-Biochar zu einer effizienteren Nutzungs-Alternative.

Seine Eigenschaften machen die Kaffeesatz-Biochar nicht nur zu einem erneuerbaren Festbrennstoff, sondern auch zu einem hochwertigen Kohlenstoffmaterial für Umwelt- und Industrieanwendungen.

Zitat:

Park T. et al.: Rapid conversion of wet spent coffee grounds into high-calorific biochar via drying-free flame plasma pyrolysis for process intensification, Chemical Engineering Journal 537, 176452 (2026).

https://doi.org/10.1016/j.cej.2026.176452

Stack of freshly milled wooden boards on a workshop workbench
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Biochar-Beschichtung verbessert den Brandschutz von Holz

Eine koranisch/japanische Forschergruppe hat eine halogenfreie, flammhemmende Verbundbeschichtung für Holz entwickelt, die Polyvinylacetat mit Biochar, Kaolin und Trimethylsilylpolyphosphat kombiniert. Das System reduziert die Wärmeabgabe und die Raucherzeugung erheblich und bietet einen nachhaltigen Weg zur verbesserten Brandsicherheit im Bau und im Innenraum.

Die Beschichtungsformulierung kombiniert Polyvinylacetat (15 Gewicht %) als Bindemittel mit Biochar (0,5 Gewicht %), Kaolin (2 Gewicht %) und Trimethylsilylpolyphosphat (3 Gewicht %), die in Methanol dispergiert sind. Der Verbundstoff wurde durch Lösungsmischung hergestellt und einschichtig in einer Dicke von etwa 0,6 mm auf die Holzoberfläche aufgetragen.

Zitat:

Kolya, H. et al.: Sustainable flame-retardant composite coating for wood using biochar, kaolin, polyvinyl acetate, and trimethylsilyl polyphosphate. Progress in Organic Coatings 215, 110124 (2026).

https://doi.org/10.1016/j.porgcoat.2026.110124

Bild wurde mit Unterstützung von KI erstellt.

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STRABAG baut Portfolio für nachhaltige Baustoffe mit Biochar aus

Mit dem mehrheitlichen Einstieg bei der Ökologischen Klärschlammtrocknung Offenhausen GmbH (ÖKT) in Bayern stärkt die STRABAG ihr regionales Engagement im Bereich nachhaltiger Materialien und treibt die Dekarbonisierung in der Bauindustrie weiter voran. Bereits seit zwei Jahren arbeitet eine eigene Einheit an der Entwicklung und Skalierung nachwachsender und mineralischer Rohstoffe, technischen Kohlenstoffs sowie CO₂-reduziertem Beton.

Die ÖKT betreibt im bayerischen Offenhausen eine integrierte Anlage zur Pyrolyse und Klärschlammtrocknung. Dabei werden Biomasse und biogene Reststoffe aus Forst- und Agrarwirtschaft (z. B. Waldhackgut und Maisspindeln) verwertet und zu nach EBC zertifizierbarer Biochar, also technischem Kohlenstoff, umgewandelt. Diese innovative Technologie ermöglicht eine aktive Netto-CO₂-Entnahme aus dem Kohlenstoffkreislauf bei zusätzlicher Energiegewinnung.

Die im Pyrolyseprozess entstehende Abwärme wird zur Trocknung des eingesetzten Materials genutzt. Zudem trocknet sie Klärschlamm, der anschließend als emissionsarmer Brennstoff verwendet werden kann. Ziel ist die langfristige Bindung von CO₂ in Baustoffen wie Beton und Asphalt. Dabei dient Biochar als dauerhafter CO2-Speicher, wie in der EU-Verordnung 2026/285 zu Carbon Removals und Carbon Farming (CRCF) reguliert, und hat zudem das Potenzial, die Materialeigenschaften etwa von Beton zu verbessern.

Der Einsatz von technischem Kohlenstoff eröffnet der Bauwirtschaft neue Wege zur Reduktion von Emissionen.